sehr abgenommen hat, und dadurch wieder gehoben werden könnte,doch vortheilhafter, als eine Bahn »ach Bromberg , tvelche auf denVerkehr zwischen beiden Städten völlig einflußlos bleibe» würde.
V. Die Interessen Stettins und Hinter-Ponnucrns.
Wie wir in dem erste» Ariikcl schon bemerkt, sind das kauf-mäuuische und das allgemeine Staats-Interesse zwei besondere Ge-genstände, die nicht immer zusammcnsallen. Der Siaat baut, ähn-lich wie Festungen, Eist »bahne» zn strategischen und rolitischcnZwecken, zur Verstärkung der Wehrkraft des Landes im Allgemei-nen, woraus die Verbindung der entfernte» Provinzen unter sichund mit dem Mittelpunkt der Monarchie als Mittel zum Zweck vonselbst folgt. Kommen dabei noch andere Rücksichten in Betracht,so können es nur die fein, wie ganze Landstriche und Provinzengehoben und in den Weltverkehr gezogen, dadurch aber für die Wohl-fahrt der Unterthanen im Allgemeinen gesorgt, keineswegeö aber, wieeine Handelsstadt der andern den Rang ablaufe», und wie Kaffee,Zucker und Rum recht rasch verbreitet werden können. Sind dieseVordersätze richtig, so wollen wir doch sehen, ob eine Stargardt-Po-scner Bahn den Anforderungen einer Staatsbahn entspricht? Un-ser Gegner hat eine Bah» von Frankfurt »ach Pose» vorausgesetzt;wir tragen kein Bedenken ihm darin zu folgen, da die strategischenund politischen Rücksichten für eine solche Bahn so evident sind,daß die Anlage derselben gar nicht in Frage gestellt werden kann;überdies würde diese Bahn das Anlage-Kapital verzinsen, auch dieBetriebs- und Untcrhaltungs-Kostcn vollkomnnn decken. Also un-ter Voraussetzung der Franksurt-Posener Bahn ist der Mittelpunktder Monarchie sowohl mit Posen, als mit Stettin verbunden; beideStädte sind es dadurch unter sich, soweit es das Staatsinteresseerfordert, auch, indem eö dabei nicht darauf ankommt, ob durch denUmweg über Berlin eine Verzögerung von 8—10 Stunden entstehtoder nicht? Eine Bahn Stargardt-Post-n ist zur Verbindung Stet-tins und Posens mit dem Mittelpunkt der Monarchie und untersich also nicht erforderlich. Ist sie es nun etwa aus der sekundä-ren Rücksicht, daß der Landstrich, durch welchen sie führt, gehobenund in den Weltverkehr gezogen werden soll? Dieser Lanrstricktwird durch 3 im Werk begriffene Linien, 2 schiffbare Flüsse und 2Ehausseen durchschnitte »; wahrlich, wir wüßten keine» zweiten, fürdessen Verkehrs-Bedürfnisse mehr und so ausreichend gesorgt wäre,als für diese». Ja, es entspricht eine Linie Stargardt-Posen wederden Verkehrs-Bedürfnissen des Landstrichs, den sie durchschneidet,»och denjenigen zwischen Posen und Stettin , denn der Handel indiesem Landstriche und zwischen den genannten beiden Städten gehtauf der Netze, Warthe und Oder; sollen diese Wasserstraße», dieüberdies zn dem bestehenden bedeutenden Produktenhandel geeigne-ter, als Eisenbahnen sind, aufgehoben und trocken gelegt werden?Liegt dieses etwa im Staatsintcresse? Und wenn nicht, welcher Ver-kehr kann auf der Eisenbahn stattfinden? Die Direktoren haben sich,so oft sie auch dazu aufgefordert worden, über die Nothwcn-