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Das preussische Eisenbahnnetz : mit besonderer Beziehung auf die östlichen Provinzen / vom Amtsrath Livonius und Oeconomiecommissarius Mertens
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86
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Maße, als durch cine Bah» über Sinn», werden dir InteressenOstpreußens doch auch verletzt, wenn die Bah» von« gerade» Wegeweggenommen u»d a» der Siehe herum geführt werden sollte; dcunalsdann müßten für alle Ewigkeit die Personen und Waaren einenUmweg den 8 Meilen machen, wodurch die Transportkosten sehrdcrtheuert werden würden. Zwischen Königsberg und den ostprenßi-schcn Handelsstädten einerseits und Bromberg mit der Gegend ander Netze andererseits, ist so gut wie gar kein mercantilischer Ver-kehr, am allerwenigsten ei» solcher, zu dessen Beförderung cine Ei-senbahn erforderlich wäre. Hiernach kann es nur im InteresseKöuigsbergs und der ostpreußischen Handelsstädte liegen, daß dieEisenbahn von Dirschan ab auf dem geradesten Wege nach denmittleren Promisen geführt werde.

IV. Die Interessen Dauzig's.

Hierüber spricht ein in der Zeitung oom 29stcn Mai a. pr.mit Tl>. II. unterzeichneter Artikel aus Danzig ; er stellt gleichfallsnur die Linien über Bromberg der über Stettin entgegen, und er-klärt sich im Interesse des Handels von Danzig mit Polen für dieBahn über Bromberg ; er erklärt nicht, wie dieser Handel in seinerjetzigen Gestalt durch eine Eisenbahn zwischen Danzig und Brom­ berg ocrmehrt und befördert werden könnte, sagt aber ganz amSchluß, daß wenn eine Bahn von Pommersch-Stargardt nach Po-sen znr künftigen Wcitersührung nach Warschau gebaut würde, umdadurch den Handel von Warschau nach Stettin z» leiten, dcrHan-dclstand Danzigs sich über eine Bevorzugung Stettins zu beklagenhaben werde, wenn nicht gleichzeitig eine Bahu von Danzig nachBromberg zur künftigen Wcitersührung bis Warschau gebaut wer-den sollte. Wir treten Herrn Tl>. II. hierin in vollster Ueberzeu-gung bei-, es kann unmöglich im Interesse des Staats liegen, denHandel zwischen Polen und Preußen mit ungeheuren Kosten ausseiner natürlichen Bahn zu reißen, um ihn einer preuß. Handels-stadt zu entziehen, und einer andern preuß. Handelsstadt auf Um-wege» zuzuführen. Aber warum wendet sich der HandclöstandDanzigS jetzt, da es noch Zeit ist, nicht an Se. Majestät und ent-hüllt die versteckten Absichten Stettins bei der Anlage einer Star-gardt-Poscner Bahn? Gewiß, es bedarf nur dieser Aufklärung, umdie Regierung zu dem Entschlüsse und der Erklärung zu bringen,daß der Stargardt-Poiener Bahn, als für den Staat im Ganzenvöllig unnütz, keine Subvention gewährt werden würde; alsdannfällt dieses Projekt, durch welches das Staatsvermögen auf eineunerhörte Weise zu im Erfolg noch überdies höchst zweifelhaf-ten Privatzwccken ausgebeutet werden soll, von selbst zusammen.

Wir glauben, daß das Eiscnbahn^Netz, wie wir es im erstenArtikel aufgestellt haben, für Danzigs Interessen sehr vorthcilhaftjst, aber wenn auch dieses Netz vorläufig noch nicht zur Ausfüh-rung kommen, vielmehr zuvörderst nur die östliche Bahn gebautwerden sollte, so ist eine Bahn zwischen Dirschau über Eonitz fürDgnzig's Verkehr mir Westprcußcn, der in den letzten 25 Zähren