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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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B. Mitteleuropa. III. Die Schweiz.

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Hamburg.

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Colmar (27.100 Ein-wohner), Hauptstadt des Be-zirkes Ober-Elsass, sehr male-risch gelegen und eine der reich-sten Städte des Reichslandes.

Ansehnliche Industrie (Baum-woll- und Seidenspinnereien).

Heimat des Dichters GottliebKonrad Pfeffel. Mülhausen(70.000 Einwohner), auf einervon der 111 und dem Rhone-Rheincanal gebildeten Insel, vonunregelmässiger Bauart, aberbedeutsam wegen seiner grossenGewerbsamkeit, welche in derStadt 23.000, in den Dörfernder Umgebung 60.000 Arbeiterbeschäftigt. Leinwand, Tuch,

Seidenstoffe, Leder, Maschinen,

Spielwaaren etc. Hagenau(12.700 Einwohner), die reichsteGemeinde im Eisass, mit bedeu-tendem Holzhandel; ausserdemSeiden- und Baumwollspinne-reien und bedeutender Hopfen-bau. Weissenburg (6200Einwohner), befestigte .Stadt amFusse der Vogesen und an derLauter, mit lebhafter Industrie,

Weinbau und Handel. Gefechtam 4. August 1870.Wörth(2000 Einwohner), von Reben-hügeln umgeben. Hier und beiFroschweiler Schlacht am 6.

August 1870. Zabern (6600Einwohner), an einem wichti-gen Vogesenpasse gelegen.

Schlettstadt (9000 Einwoh-ner), an der 111, unregelmässiggebaut, ansehnliche Festung. Einige Fabriken, viele Mühlenwerke und Weinhandel. Neu-Breisach (2250 Einwohner), Festung unfern des Rheins im Bezirke vonKolmar gelegen.

Metz (54.200 Einwohner), Hauptstadt von Lothringen, amZusammenflüsse der Mosel und Seil gelegene sehr starke Fe-stung. Die Lage der Stadt, zum Theile auf Hügeln, in reizvollerGegend, ist eine sehr vortheilhafte. Bemerkenswerth sind: dieKathedrale, die Kasernen, das grosse Arsenal, das Stadthaus,das Theater, die Präfectur u. s. w. Bedeutende Industrie inLeder, Nadeln, Waffen, Seidenpeluche, Leinwand, Kunstblumen.

Blühender Gemüse- und Obstbau. In der Umgebung grosseEisenwerke. Capitulation des Marschalls Bazaine (173.000 Mann)am 27. October 1870. In der Umgebung die Schlachtfeldervon Gravelotte, St. Privat, Vionville und Mars la Tour.

Diedenhofen (7200 Einwohner), Festung, bedeutende Industrie. Saar-gemünd (9600 Einwohner), sehr gewerbthätig (Fayence, Sammt, Glocken), an derSaar gelegen. Bit sch (2900 Einwohner), Festung mit in den Felsen gehauenenCasematten. Saarburg (2900 Einwohner), alte Stadt an der Saar mit einigenGewerken. Forb ach (7200 Einwohner), Merinoschäferei, Oelfabriken, Steinkohlen-gruben. In der Nähe die Höhen von Spichern, Schlacht am 6. August 1870.Pfalzburg (3400 Einwohner), wichtige Festung zur Vertheidigung des Vogesenpasses.

3. Die Schweiz.

Wir übergehen vom Deutschen Reiche nicht auf die öster-reichisch-ungarische Monarchie, wie es logisch wäre, sondernauf die Schweiz, und zwar aus dem Grunde, weil die zuletzt-genannten Lander das eigentliche Alpengebiet repräsentiren.Um aber dieses in seiner Gesammtheit behandeln zu können,ist die Continuität der Schilderung in der Richtung von Westennach Osten nothwendig, während das umgekehrte Verfahrenunzulässig werde. Es muss also im räumlichen Sinne die Schweizder österreichisch-ungarischen Monarchie vorausgehen.

Lage und Grösse. Die Schweiz erstreckt sich zwischenFrankreich (im Westen), Südwest-Deutschland (im Norden),Oesterreich-Ungarn und dem Fürstenthume Liechtenstein(im Osten) und dem Königreiche Italien (im Süden) undrepräsentirt in orographischer Beziehung zum grösstenTheile das Gebiet der Mittelalpen. Es ist das Alpenlandpar excellence, eines der herrlichsten Länder der Erde.

Die ausserordentliche Mannigfaltigkeit der bodenplasti-schen Verhältnisse, die mächtigen Gebirgszüge mit ihrenhimmelanstrebenden Hochgipfeln, den tiefen Thälern undherrlichen Seespiegeln, im Vereine mit einer grossenZahl meist malerisch gelegener Städte, gestalten diesesLändchen zu einem wahren Juwel, welches eine grosseAnziehungskraft auf fremde Völker seit jeher ausgeübthat und auch in Zukunft bewahren wird.

Die Schweiz bedeckt einen Flächenraum von 41.390Quadratkilometer.

Bodengestalt. Um die Gebirgswelt der Schweiz ein-gehend zu behandeln, wie sie es verdiente, wäre eineviele Bogen umfassende Abhandlung nothwendig. Wirkönnen uns hier nur auf eine kurze, übersichtliche schema-tische Darstellung einlassen, zu welchem Ende es geboten

erscheint, die Gesammtgliederung des Alpensystems, dessenwestlichster Theil (die Westalpen) bereits an anderer Stellegeschildert wurde (vgl. S. 74), vor Augen zu behalten.

Das Alpensystem.

Die systematische Eintheilung der Alpen nach Hauptgruppen, Gliedern undVorlagen ist Gegenstand vielfacher individueller Auffassungen von Seite der Fach-

Marktplatz von Bremen mit der Rolandsäule.

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