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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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B. Mitteleuropa. — XV. Die Oesterreichisch-Ungarische Monarchie,

Linz. Franz Josefsplatz.

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Vorstadt Favoriten (X. Bezirk, 47.000 Einwohner). In die-sem Bereiche befinden sich die grossen Bahnhofanlagen derSüdbahn und Oesterreichisch-ungarischen Staats-bahn und das kolossale Arsenal mit mehrstöckigen De-fensionskasernen und Werkstätten. Dem Arsenal gegen-über (auf dem Gebiete der Vorstadt Wieden) erstrecktsich der nach französischem Muster hergestellte Belve-deregarten mit dem herrlichen Gebäude der kaiserlichenGemäldegalerie, die indess in Zukunft im kunsthistorischenMuseum untergebracht sein wird. — Im Norden des Donau-canals befindet sich nur eine Vorstadt, die Leopoldstadt(II. Bezirk, 120.000 Einwohner), die volkreichste von allen,mit dem Kundmann’schen Tegetthoff-Denkmale knappvor dem Eingänge in den Prater und den weitläufigenBahnhofsanlagen der Nordbahn.

Sowohl der Wienfluss als der Donaucanal werden von vielen Brückenübersetzt. Die schönsten der zu ersterem gehörigen Brücken sind: die Schwar-zenbergbrücke und die mit Statuen geschmückte Elisabethbrücke; dieschönsten über den Donaucanal führenden Brücken sind: die Aspern-brücke, die Stephanie-, Sophien- und Augartenbrücke. Der grosseDonaustrom, an welchem ein neuer, weitläufiger Stadttheil, die „Donaustadt”im Entstehen begriffen ist, wird von mehreren grossen Eisenbahnbrücken vonbewundernswerther Kühnheit und der Reichsstrassenbrücke übersetzt.

Ausserhalb des vorerwähnten Linienwalles erstreckt sich im Westen ein Kranzsogenannter Vororte, welche förmliche Städte für sich (mit einer Bewohnerzahlbis zu 65.000) bilden: Fünf- und Sechshaus, Rudolfsheim, Währing, Otta-kring, Neulerchenfeld, Weinhaus, Hernals, Gaudenzdorf und Meidling.An diese Vororte schliessen, im Weichbilde der Stadt, zahlreiche grosse und volk-reiche Ortschaften („Dörfer” bis zu 10.000 und 12.000 Einwohnern), welche in an-muthigen Gegenden gelegen sind und mit Vorliebe zu Sommeraufenthalten gewähltwerden. Die vorzüglichsten sind: Döbling (mit der neuen Sternwarte), Dornbach,Neuwaldegg, Pötzleinsdorf, Grinzing, Penzing und Hietzing. Hier be-findet sich das grosse kaiserliche Lustschloss Schönbrunn mit weitläufigem Parke(grösstentheils im französischen Geschmack angelegt), Thiergarten, Fasanerie undeiner zierlichen Aussichtswarte, „Gloriette” genannt. Bei Nussdorf an der Donauerhebt sich der aussichtsreiche Kahlenberg (Zahnradbahn), von dem man denbesten Ueberblick auf Wien und Umgebung geniesst.

Auch im Süden der Stadt liegen an den letzten Ausläufern des Wiener-waldes zahlreiche freundliche Ortschaften, welche zum Sommeraufenthalte dienen:Hetzendorf (mit kaiserlichem Lustschloss), Liesing (mit grosser Brauerei), Möd-ling mit dem lieblichen Thale der „Brühl” und dem nahen Laxenburg, kaiser-lichem Lustschloss und ausgedehntem Park (dem grössten in Oesterreich). VonMödling in die Brühl führt eine Localbahn mit elektrischem Betriebe, von Mödlingnach Laxenburg eine eingeleisige Locomotivbahn. An der Südbahnstrecke sind fernerzu nennen: Gumpoldskirchen, mit berühmtem Wein; Baden (7500 Einwohner),wo altberühmte Schwefelbäder (schon den Römern unter dem Namen Aquae Pan-noniae bekannt),das Schloss Weilburg des Erzherzogs Albrecht und mehrere male-rische Ruinen in landschaftlich anmuthiger Gegend sich befinden; Vöslau (3500Einwohner), mit trefflichem Thermalbade und vorzüglichem Wein u. s. w. Im nord-östlichen Weichbilde, jenseits des Donaustromes, befindet sich der IndustrieortFloridsdorf, und erstrecken sich die Schlachtfelder von Aspern und Wagram.Im Südosten von Wien liegen der riesige Centralfriedhof und die IndustrieorteSimmering und Schwechat (grossartige Dreher’sche Bierbrauerei).

Es würde den vorgezeichneten knappen Raum weit über-schreiten, wollten wir die grosse Zahl von öffentlichen

Unterrichtsanstalten, Instituten, Sammlungen und dieZahl der vielen mit wissenschaftlichem und künstlerischemStreben verbundenen Vereine etc. hier im Detail vorführen.Es genügt die Bemerkung, dass Wien in dieser Beziehung mitden anderen Grossstädten Europas auf gleicher Plöhe steht, inmancher Richtung aber diese noch übertrifft. Die vorzüglich-sten sind: die Universität (Bibliothek: 215.000 Bände), dasPoly technicum, die technische Militärakademie, dieKriegsschule, die Akademie der bildenden Künste,das ausgezeichnete Conservatorium für Musik, die There-sianische Ritterakademie (verbunden mit der OrientalischenAkademie); ferner: sieben Gymnasien, zwei Real- und Ober-gymnasien, ein Unterrealgymnasium, neun Oberrealschulen,fünf Unterrealschulen und zahlreiche P'ach- und Specialschulen.Dann an Vereinen: die Akademie der Wissenschaften, die Geo-logische Reichsanstalt, die Centralanstalt für Meteorologie undErdmagnetismus, die k. k. Geographische Gesellschaft. Unterden Sammlungen für Wissenschaft und Künste stehen obenan:die „Albertina” (Sammlung des Erzherzogs Albrecht) mit dergrössten Privatsammlung von Kupferstichen und Original-handzeichnungen, welche existirt; das k. k. IIof-Naturalien-cabinet, das k. k. Münz- und Antikencabinet; die k. k.Schatzkammer, das Haus-, Hof- und Staatsarchiv, die Ge-mäldegalerie im Belvedere, die „Ambraser Sammlung” und zahl-reiche äusserst werthvolle Sammlungen von Privatpersonen,namentlich Vertretern des Hochadels.

Die anderen wichtigsten Oertlichkeiten Niederösterreichs sind: Wiener-

Neustadt (22.000 Einwohner),in der gleichnamigen Ebene,gewerbfleissiger Ort mit alterBabenbergerburg, in welcher dieMilitär-Akademie unterge-bracht ist. — Unweit hiervondas schöne Piestingthal mit demmalerischen Flecken Guten-stein. Weiter nach Süden:Gloggnitz und Payerbach,an der weltberühmten Semme-ringbahn, in landschaftlichreizender Gegend (Reichenauund das Höllenthal). Auf derSemmeringhöhe grosses Hotelder Südbahngesellschaft. — St.Pölten (n.000 Einwohner), ander Traisen, ziemlich gewerb-fleissig. — Tulln (3400 Ein-wohner), am rechten Ufer derDonau und auf dem fruchtbarenTullnerfelde; in dem von Rudolfvon Habsburg 1280 gestiftetenNonnenkloster(i782 aufgehoben)ist das Herz dieses Kaisers bei-gesetzt. — Lilienfeld (2400Einwohner), mit grossem Cister-cienserstift. — Melk (1800 Ein-wohner), ein uralter Ort (Meli-cum), dessen schönste Zierdedas grossartige Benedictinerstiftist. — Fin anderes reichesund grosses Benedictinerstift istGöttweih, unfern der Donau.— Ybbs (2700 Einwohner), vonMauern und Thürmen umgeben.— St.Egydi (2400 Einwohner),an der oberen Traisen, Eisen-werke.— Nördlich der Donau:

Salzburg vom Kapuzinerberg.

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