B. Mitteleuropa. — IY. Die Oesterreichisch-Ungarische Monarchie.
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Stadt theilt sich in 30 Vorstädte. Die schönsten Plätzesind der „Grosse Platz” und der Krautmarkt. Der dieStadt überragende Spielberg, zuletzt Staatsgefängniss,ist jetzt wieder in eine Citadelle umgewandelt. Am Fussedes Franzensberges grossartiger achtzigbogiger Eisenbahn-viaduct. — Brünn ist eine hervorragende Industriestadt.Hauptgewerbe sind: Tuch-, Baumwollwaaren, Lederartikel,dann Färbereien und Liqueurfabriken. Man nennt Brünnmit seinen hunderten* von Fabriken das „ManchesterOesterreichs”.
Von anderen Städten sind zu nennen: Olmiitz (22.000 Einwohner),starke Festung an der March, mit mancherlei ansehnlichen Gebäuden undvielen Studienanstalten. — Schönberg (8700 Einwohner), sehr gewerbfleissig(Leinen, Flachsspinnereien, Nadelfabrikation). — Prossnitz (19.000 Einwohner),in der „Hanna”, mit starker Gänsezucht und grossen Getreidemärkten. —Sternberg (15.000 Einwohner), viel Leinen- und Tuchfabrikation. — Neu-titschein (11.000 Einwohner), gewerbthätig. — Mährisch-Ostrau (14.000Einwohner), Steinkohlen, Rübenzucker, Tuchmanufactur. — Kremsier (12.000Einwohner), mit prachtvollem erzbischöflichen Sommerschloss. — Znaim(12.500 Einwohner), an der Thaya, mit mancherlei Industrien. — Iglau(23.000 Einwohner), einer der hervorragendsten Industrieorte des Landes. —Gewerbthätige Städte sind auch Gross-Meseritsch (5800 Einwohner) undTrebitsch (8700 Einwohner) in Westmähren.
Alte Kaufhalle (Sukiennice) in Krakau.
bürg (11.000 Einwohner), berühmte Leinenfabrikation. — Dann im Gebiete desErzgebirges: Teplitz (mit Schönau 19.000 Einwohner), berühmter Badeort und imoberen Thale der Eger die Weltcurorte: Karlsbad (ii.ooo Einwohner), Franzens-bad (2400 Einwohner), Marienbad (2100 Einwohner), Püllna, Bilin, Seidlitz undSaidschitz mit bekannten Bitterwässern. — Ferner: Eger (17.300 Einwohner) mitden Resten des Wallenstein’schen Schlosses, viel Industrie; Saaz (10.5000 Ein-wohner); Brüx (9600 Einwohner), Steinkohlengruben; Komotau (10.200 Einwohner)mit blühendem Gewerbebetrieb und ansehnlichem Obstbau. — Dux (7400 Einwohner),Braunkohlengruben.
In Ostböhmen: Chrudim (12.000 Einwohner), Zucker, Papier und Zünd-materialien, berühmte Pferdemärkte; Pardubitz (10.300 Einwohner), wichtiger Eisen-bahnknotenpunkt; Kuttenberg (13.200 Einwohner), Bergbau auf Kupfer und Bleiund etwas Silber; Leitomischl (5300 Einwohner), starke Branntweinbrennerei,Flachs- und Leinwandhandel.
In Westböhmen: Pilsen (40.000 Einwohner), gewerbreich und handels-thätig, berühmte Bierbrauereien; Mies (4200 Einwohner), Chemikalien- und Papier-fabrikation und grosse Hüttenwerke in der Nähe (Nürschen und Wilkischen); Taus(7400 Einwohner), Bandmanufactur; Klattau (9000 Einwohner), Tuch- und Strumpf-weberei; Königswart (2200 Einwohner), mit fürstlich Metternich’schem Schloss;T ach au (4300 Einwohner), Glas- und Spiegelhütte.
In Südböhmen: Budweis (27.000 Einwohner), bedeutender Stapelplatz,Handel mit Tüchern und Leinwand; Krumau (7700 Einwohner), mit fürstlichSchwarzenberg’schem Schloss; Pisek (11.000 Einwohner), alterthümliche Stadt,Fabrikation von türkischen Mützen (Fez); Neuhaus (8800 Einwohner), mit gräflichCzernin’schem Schloss; Strakonitz (6000 Einwohner), Fezfabrikation; Wittingau(5900 Einwohner), mit Schwarzenberg’schem Schloss, bedeutender Teichwirthschaftund Fischhandel; Pribram (11.200 Einwohner), mit dem grössten Silberbergwerkeder Monarchie.
In der Umgebung von Prag: Kladno (14.100 Einwohner), inmitten einesungeheueren Steinkohlenlagers.
10. Markgrafschaft Mähren.
11. Herzogthum Schlesien.
Flächeninhalt: 5147 Quadratkilometer; Bewohnerzahl: 566.OOO (HO auf1 Quadratkilometer). Es besteht aus zwei ziemlich gleich grossen Gebieten, welche voneinander völlig getrennt sind. Der westliche Theil gehört orographisch dem Sudeten-system, der östliche dem Karpathengebiete an. Das Klima ist rauh. In hoher Blüthesteht die Schafzucht (wie nirgends sonstwo in Oesterreich). Reichliche Steinkohlen -und Eisengewinnung. Die Bevölkerung besteht aus Deutschen ( 49 °/o)> Polen(28%) und Cechen (23%).
Landeshauptstadt ist Troppau (22.000 Einwohner), im west-lichen Theile, an der Oppa, welche in die Oder mündet, sehranmuthig gelegen, wichtiger Speditionsplatz, mit mancherleiIndustrien (Maschinen, Wagen, Textilartikel). Schloss desFürsten Liechtenstein, altes Rathhaus. Die Bewohnerschaft istzur Hälfte deutsch, zur anderen Hälfte polnisch („wasser-polakisch”).
Jägerndorf (12.000 Einwohner), viel Tuch- und Leinenmanufactur. —Gräfenberg, berühmte Kaltwassercuranstalt. — Freudenthal (8000 Einwohner),gewerbthätige Stadt. — Zuckmantel (4900 Einwohner), reizend gelegenes Städtchenmit berühmten Damast- und Tischzeugfabriken. — Teschen (13.OOO Einwohner), inder östlichen Landeshälfte, unfern der Beskiden, mit renovirtem Schloss. Tuchfabri-kation, Gerbereien, Lederhandel. — Bielitz (13.500 Einwohner), am linken Uferder Biala, Hauptsitz der schlesischen Tuchfabrikation.
12. Königreich Galizien.
Flächeninhalt: 78.508 Quadratkilometer; Bewohnerzahl: fast 6 Millionen(76 auf I Quadratkilometer). — Die officielle Bezeichnung dieses Kronlandes lautet:
Flächeninhalt: 22.224Quadratkilometer; Bewohner-zahl: 2,154.000 (97aufi Quadrat-kilometer). Das Land bildet einvom „mährischen Gesenke”und dem Altvater (1447 Meter)nach Süden abdachendes Hoch-land, das im Osten an den klei-nen Karpathen theilnimmt.Das wellenförmige Innere hatschöne Thäler (Oder, March,Thaya) und die grössere Ebeneder „Hanna” südlich von Olmütz.Das Klima ist milder als inBöhmen. Ackerbau und Vieh-zucht bilden die Haupterwerbs-zweige, ebenso die Industrie,Welche ziemlich bedeutend istuud sich namentlich auf Tuch,Leinwand, Glas u. Rübenzucker-fabrikation erstreckt. Die Be-wohner sind theils Deutsche( 3 °%), theils Cechen (70%).
Landeshauptstadt istBrünn (86.000 Einwoh-ner), wohlgebaut, vongrossstädtischem Anse-hen, mit schöner Dom-kirche, prachtvoller Sy-mit mehreren an-sehnlichen Palästen undmancherlei Studienan-stalten, darunter die tech-msche Hochschule. Die
Brünn.
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