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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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C. Südeuropa. — I. Das Königreich Italien.

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welchen sie von den Normannen entrissen wird. Von all diesenbedeutenden Wandlungen sind Spuren zurückgeblieben, selbstim Typus und Charakter des Volkes, das einer Mischrasse an-gehört, wie sie kein zweites Land Europas aufzuweisen hat.

Die natürliche Hauptstadt ist Palermo (246.000 Einwohner),eine der malerischesten Städte des Mittelmeeres an einem durchseine grossartigen Scenerien berühmten Hafen (Conca d’oro —die „goldene Muschel”) gelegen, mit mancherlei Resten ausder Saracenen- und Normannenzeit. Bemerkenswerth sind: derkönigliche Palast, dem man die vorgefallenen geschichtlichenWandlungen ansieht; die Kathedrale, die Jesuskirche, diedurch ihre Grüfte merkwürdige Kapuzinerkirche, die Do-minikkirche u. s. w. Zu erwähnen sind ferner das vortrefflicheingerichtete Irrenhaus und das grosse Spital. Palermo hat eineMenge vorzüglich wissenschaftlicher Anstalten, auch eine Uni-versität. Die Industrie ist blühend, der Seeverkehr weist diegrösste Handelsflottille des Königreiches auf. Die Stadt istsehr regelmässig angelegt, die Strassen verlaufen meist in ge-rader Richtung. Die Befestigungen dagegen sind nicht vonBelang. Im Hintergründe der Stadt erhebt sich der MontePelegrino, mit der Kirche der heiligen Rosalia. Die Aussichtvon hier ist weltberühmt.

Sicilien ist reich an hervorragenden und merkwürdigen Städten. Des knappbemessenen Raumes wegen beschränken wir uns auf die Nennung der wichtigsten.— Messina (127.OOO Einwohner), an der nach ihr benannten Meerenge gelegen,mit dem schönsten Hafen Süditaliens. Die Stadt ist ziemlich stark befestigt und sinddie Citadelle und das Zeughaus sehenswerth. Die Umgebungen gehören zu den volk-reichsten und bestcultivirten Theilen der Insel. Die königliche Akademie hat dreiFacultäten. Viel Industrie und lebhaften Handel. — Catania (ioS.ooo Einwohner),am südlichen Fusse des Aetna gelegen, eine Stadt, welche, wie keine zweite amMittelmeer, durch vulcanische Ausbrüche heimgesucht wurde. Catania bietet daherdas Bild einer ganz modernen Stadt; die Denkmäler des Alterthums sind allenthalbenverschwunden. Bemerkenswerth sind: die Kathedrale, das Rathhaus und die Univer-sität. Industrie und Handel sind bedeutend. — Girgenti (22.200 Einwohner), inder Nähe des alten Agrigentum (Akragas), schlechtgebaute Stadt, welche nur histo-risches Interesse für sich hat. — Caltanisetta (30.000 Einwohner), mit Schwefel-gruben. — Trapani (38.000 Einwohner), an Stelle einer uralten phönikischenColoniestadt. Die Trapanesinnen gelten für die schönsten Frauen Siciliens. Die Be-völkerung beschäftigt sich mit Steinschleiferei, Korallen- und Schwammfischerei. —Marsala (34.300 Einwohner), mit berühmtem Weine. Landung Garibaldi’s mit den„Tausend” am 11. Mai 1860. — Syracusa (23.500 Einwohner), der Schatten dereinst herrlichen griechisch-karthagischen Weltstadt, welche zur Zeit der höchstenBlüthe über 1,200.000 Bewohner zählte. Interessante antike Ueberreste auf dem weit-läufigen alten Stadtgebiete. Die Stadt liegt auf einer Insel, welche durch einen Dammmit dem Festlande verbunden ist.

Andere Städte sind: Agosta (11.900 Einwohner), in reizender Lage auf einerkleinen Insel, die durch eine Brücke mit der benachbarten Halbinsel zusammenhängt.Befestigter Seehafen. Seeschlacht am 22. April 1676, in welcher der holländischeAdmiral Ruyter fiel. — Spaccaforno (8100 Einwohner), in fruchtbarer Gegend.Unfern merkwürdige Troglodytenwohnungen in den Felsenwänden des Thaies vonIpsica, welche man den Ureinwohnern von Sicilien zuschreibt. — Mo di ca (41.300Einwohner), in ausgezeichnet fruchtbarer Gegend. — In der Provinz Trapani liegen:Castel-Vetrano (13.500 Einwohner), einst Residenz des berühmten Normannen-

fürsten Roger. Schwefelquellen. — Alcamo (34.300 Einwohner), in dessen Nähesich Ueberreste des antiken Sagesta befinden.

Im Westen und Norden von Sicilien liegen zwei kleineArchipele, dort die Aegadischen Inseln, hier die Lipari-schen (oder Aeolischen) Inseln. Von den ersteren erwähnenwir Maritimo, mit kleinem festen Schlosse, welches zumStaatsgefängnisse dient. In grösserer Entfernung liegt Pantel-laria, merkwürdig durch ihre isolirte Lage, durch ihre Grotten,ihre Abgründe, ihre warmen Mineralquellen und durch ihrenSee von grosser Tiefe.

Von den Liparischen Inseln sind bemerkenswerth:Lipari, mit der gleichnamigen Hauptstadt (12.000 Einwohner);Salina, bemerkenswerth wegen ihrer vortrefflichen Weine;Volcano, wiegen ihres rauchenden Berges; Stromboli, wegender bewunderungswürdigen Regelmässigkeit der vulcanischenAusbrüche; Felicudi, durch ihre grosse Berghöhle; Asti ca,eine kleine, sehr fruchtbare Insel.

14. Die Insel Sardinien.

die zweitgrösste des Mittelmeeres(24.000 Quadratkilo-meter; Sicilien: 26.000Quadratkilometer), istin ihrem mittleren undöstlichen Theile ziem-lich gebirgig, im We-sten und Süden etwasflacher und allenthal-ben mit Waldungen be-deckt.Grosse Streckensind mit einem schwerzu durchschreitendenHeidekraut bewach-sen, die Niederungensind fruchtbar, aberungesund. Von denBewohnern ist nichtsGutes zu sagen; ihresittlichen Zuständeliegen auf gleichemNiveau mit denen derBewohner mancherLandestheile von Sici-lien. Der Ackerbauliegt darnieder, derBergbau liefert na-mentlich Blei, Zink,Schwefel.

Hauptstadt der In-sel ist Cagliari (39.000Einwohner), am gleich-namigen Golfe im Sü-den der Insel gelegene,befestigte Stadt, mitbedeutendem Handel. Universität. Die wichtigsten Fabrikatebestehen in Baumwollenzeugen und Waffen. Productenhandel.Zu erwähnen sind: drei von den Pisanern erbaute Thürme, dieTrümmer einer römischen Wasserleitung und Spuren eines an-geblich phönikischen Tempels.

Sassari (36.400 Einwohner), zweitgrösste Stadt der Insel, am Abhange einesHügels unfern der Nordküste gelegen. Ackerbauakademie. — Castel-Sardo (2800Einwohner), kleine befestigte Stadt, in deren Nähe sich ein malerischer Naturparkvoll Wild erstreckt. Alghero (10.200 Einwohner), kleine befestigte Seestadt mitfast durchwegs catalanischer Bewohnerschaft. — Iglosias (12.000 Einwohner), inder Provinz Cagliari, mit Resten römischer Bergstollen in der Nähe.

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Colonien. Das Königreich Italien hat keine eigentlichenColonien, doch hat es in den letzten Jahren zwei Oertlich-keiten am Rothen Meere besetzt, welche es theils als Kohlen-,theils als Stationen für den Zwischenhandel eingerichtet hat.Diese Oertlichkeiten sind: Assab und Bellul. Ausserdem hältItalien die ägyptischeHafenstadtMassauah provisorisch besetzt.

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Republik San Marino. Sie liegt in Umbrien, ist 85-6 Qua-dratkilometer gross und hat circa 7800 Einwohner. Die gleich-namige Hauptstadt liegt auf dem Berge Titano und zählt

Die Insel Sardinien

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Foggia.

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