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C. Südeuropa. — II. Die Balkanhalbinsel.
Albanese aus Durazzo.
Die chalkidische Halbinsel, welche bei Saloniki mit ihren fingerartigenNebenhalbinseln in das Meer hinausgreift, war im Alterthum berühmt wegen ihresMetallreichthums, ist aber derzeit nur merkwürdig wegen der vielen Klöster undAnachoretenklausen auf der östlichsten der drei Halbinseln, welche deshalb bei denGriechen der „heilige Berg” (Hagion Oros) heisst. Endpunkt der Halbinsel ist derAthos (2000 Meter) mit dem gleichnamigen Vorgebirge.
Klöster des Nordabhanges:
1. Chiliadarion. Es wurcle von serbischen Büssern gegründet und dieMönche sind auch heute noch Serben, die gar kein Griechisch verstehen. Der berühm-teste Schutzherr des Klosters war der Serbenkönig Stephan. Es besitzt interessanteUrkunden griechischer Kaiser, slavischer Fürsten und osmanischer Sultane.
2. Esphigmenu. Es soll im 5. Jahrhundert von Theodosius dem Jüngerenund dessen Schwester Pulcheria gegründet worden sein.
3. Batopedion. Das zweitgrösste Kloster, burgartig mit Thürmen und mäch-tigen Portalen erbaut. Constantin soll sein Gründer, Julian Apostata sein Zerstörer,Theodosius sein Wiedererbauer sein. In diesem Kloster starb der griechische KaiserJohannes Kantakuzene als Mönch.
4. Pantokratores, von Alexios, dem Feldherrn des Kaisers Michael Paläo-logos, erbaut.
5. Stavroniketes, um 1540 errichtet.
6. Kuklumisi, das kleinste der Athosklöster, von Kutlusch, einem zumChristenthum bekehrten Seldschuken erbaut.
7. Ivoron, wahrscheinlich das älteste Kloster der Athos-Halbinsel, von ge-orgischen Iberern um 1000 erbaut. Sein Archiv birgt wichtige Handschriften ingeorgischer Sprache.
8. Mylopotamos (Nähe-res nicht bekannt).
9. Philoteus, und
10. Karakallos, das ersteim 10., das zweite im 11. Jahr-hundert gegründet.
11. Laura, das grösste allerAthosklöster, am Fusse desAthos in höchst romantischerGe-gend gelegen und burgartig auf-geführt, mit befestigtem Hafen.
Klöster des Südab-hanges:
12. Hagios Pavlos, mitgriechischen Mönchen von denIonischen Inseln.
13..Hagios Dionysios,
1375 gegründet.
14. Hagios Gregorios,im 14. Jahrhundert gegründet.
— 15. Simopetra, 16. Xero-potamos, angeblich von derKaiserin Pulcheria gegründet.
— 17. Rustikon, 18. HagiosXenophon, im 11. Jahrhun-dert gegründet; 19. Dochei-arion, 20. Constamonitesund 21. Zographos. Die letzt-genannten Klöster sind ohneMerkwürdigkeit.
Albanien.
Das Land zerfälltadministrativ in drei Vi-lajets: Prisren, Argy-
rokastro und Skutari. — Hauptortvon Prisren ist die gleichnamige Stadt(27.000 Einwohner), an der Bistritza,mit bedeutendem Handel (Töpferwaaren,
Glas, Sattlerarbeiten).— Üsküb (10.000Einwohner), Gerbereien. — Istib (12.000Einwohner), Stahl- und Eisenwerkstät-ten. — Pristina (13.000 Einwohner),bedeutendste Stadt Altserbiens; in derNähe das „Amselfeld”, Schlacht 1389.
— Novibazar (10.000 Einwohner), mitMessen und Handel. — Ipek (11.000Einwohner), Seidenraupenzucht.
Janina (28.000 Einwohner), die be-deutendste Stadt Albaniens, im Epirus,unfern der berühmten Orakelstätte vonDodona und am gleichnamigen Seegelegen, mit zwei Citadellen. MehrereFabriken (Seide, Leinen, Leder, Gold-waaren). — Mezowo (7000 kutzowla-chische Einwohner), im Pindos an derwichtigen Strasse von Epirus nachThessalien gelegen. — Prevesa (8000Einwohner), am Eingänge des Golfesvon Arta, mit lebhaftem Handel. Unferndas Vorgebirge Actium, denkwürdigdurch die Seeschlacht im Jahre 16 v. Chr.
Skutari (22.000 Einwohner), am gleichnamigen See gelegen, mit hochragenderCitadelle, Hauptort des gleichnamigen Vilajets und Hochalbaniens. GewerbfleissigeStadt, Gartenbau. — Kroja (6000 Einwohner), einst Sitz desalbanesischen Heros „Skanderbeg” (Georg Kastriota), Stadt undFestung.— Oroschi, Hauptort des Mirditenlandes. — Ochrida(11.000 Einwohner), am gleichnamigen See. — Elbassan (16.000Einwohner), am Schkumbi, griechischer Bischofsitz.— Durazzo(6000 Einwohner), an der Adria gelegen, einst das berühmteDyrrhachium, die glänzendste Hafenstadt im AdriatischenMeere, derzeit arg herabgekommen. Sie ist die historisch merk-würdigste Stadt Albaniens. Im Mittelalter stritten Byzantiner,Normannen und Venetianer um ihren Besitz.
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Die Bojana bei Skutari.
Die Albanesen, die Bewohner des nach ihnen benannten Landes und einigerGebiete von Altserbien und Makedonien, sind der unverfälschte Rest der altenIllyrer. Sie selbst nennen sich „Skipetaren” (Bergbewohner), im Türkischen lautetihr Name „Arnauten” (vom byzantinischen Arvaniti). Die Albanesen üben einstrammes Selfgovernment aus, sind tapfer und ausdauernd, aber von rohen Sittenund in hohem Grade der Blutrache ergeben, welche ganze Stämme ausmordet. Manunterscheidet zwei Hauptstämme, die Ghegen in Nordalbanien und die Toskenin Südalbanien. Beide Familien, welche sich sprachlich dadurch von einander unter-scheiden, dass sie zwei Dialekte sprechen, sind in zahlreiche Stämme zersplittert,was namentlich von den Ghegen gilt. Die Tosken zerfallen: in die 'fschams,Liapes und eigentlichen Tosken; die Ghegen: Gruda und Clementi im Thaledes Sem; Hotti, südlich davon, Malisoren, Kastrati und Temali in den
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Tirnowo.