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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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C. Südeuropa. — II. Die Balkanhalbinsel.

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Aulis. Zwei Citadel-len vertheidigen dieMeerenge. — Levsi-na (das alte Eleusis),mitten zwischen denTrümmern des altenMysterientempels. —

Theb en(Thiva) ; ehe-mals mächtig unterPelopidas und Epa-minondas ; heute ohneBedeutung. — Le-panto, berühmteSeeschlacht am Oc-tober 1571. — Mi s so-lu nghi ; denkwürdigdurch die helden-müthige Verteidi-gung gegen die Tür-ken (1826).

3. Südgriechen-land (Morea).

Korinth (8000Einwohner), auf demgleichnamigen Isth-mus, durch welchenein 6400 Meter langerSchifffahrtscanal an-gelegt wird. — Nau-plia (5400 Einwoh-ner), Hauptstadt von Argolis, am gleichnamigen Golfe ge-legen, mit der Feste Palamedes auf hochragendem Felsberge.Im Aufschwünge begriffener Handelsplatz mit vielen Neubauten.

— Argos, kleine Stadt, bemerkenswert wegen der in ihrerNähe sich befindlichen Ruinen von Mykenä, in welchenSchliema,nn seine epochemachenden Ausgrabungen bewirkte.

— Tiryns, östlich von Nauplia, gleichfalls bemerkenswertdurch die Schliemann’schen Untersuchungen. — Tripolitza(auch Tripolis, 14.000 Einwohner), auf dem Centralplateau vonMorea (Arkadien) in getreidereicher Gegend. — Kalamata(7000 Einwohner), am Golfe von Messenien, gewerbfleissigeStadt mit mittelalterlicher Burg.— Sparta (13.000 Einwohner),Hauptort von Lakonien, seit 1834 fast ganz neu erbaut, in derThalebene des Eurotas. — Navarino (1000 Einwohner), an derWestküste von Messenien, mit herrlichem Hafen, in welchembekanntlich 1827 die türkisch-ägyptische Flotte von den ver-bündeten Geschwadern Frankreichs, Englands und Russlandsmitten im Frieden vernichtet wurde. — Bei Miraka, Dorf amRuphia (Alpheios), erstrecken sich die Ruinen von Olympia.

— Patras (25.000 Einwohner), Hauptort von Elis und Achaia,die grösste Stadt des Peloponnes und nächst Syra der wichtig-ste Handelsplatz des Königreiches. Bedeutender Weinbau undWeinhandel.

Zu Südgriechenland gehören folgende, insgesammt dicht an der Küste liegendeInseln: Hydra, mit der gleichnamigen Hauptstadt (4400 Einwohner), mit denbesten Schiffern Griechenlands. Gewerbthätige und handeltreibende Bevölkerung. —Spezzia, mit der gleichnamigen Hauptstadt (2500 Einwohner), im Schiffbau mit

Griechische Schwammfischer.

Sparta.

Hydra rivalisirend. — Poros, kleine Insel, mit dem Hauptkriegshafen des König-reiches. — Aegina, mitten im Golfe von Athen, merkwürdig wegen ihrer Alter-thümer. — Salamis, geschichtlich denkwürdig durch den grossen Sieg der griechischenFlotte unter Themistokles gegen die Geschwader des persischen Grosskönigs Xerxes.

4. Die Inseln.

Der insulare Besitz des Königreiches zerfällt in drei Ab-schnitte: a) die Kykladen, b) die nördlichen Sporaden undc) den Archipel der Ionischen Inseln.

a) Die Kykladen.

Andros, die nördlichste des Archipels, mit circa 20.000 Einwohnern. In denEbenen zu beiden Seiten des die Insel durchstreichenden Gebirgszuges wird Acker-bau und Weincultur getrieben. Ausserdem Seidenzucht und Schafzucht. Die Haupt-stadt Andro, an der Ostküste, zählt 7500 Bewohner. Das alte Andros befand sichauf der Westküste. Die Insel ist von Euböa durch eine gefährliche Seestrasse, die„Doropassage”, getrennt. Grösse der Insel: 250 Quadratkilometer.

Tino (Tenos), an Andro im Südosten anschliessend, mit 22.000 Bewohnern,worunter 8000 Katholiken, welche sehr gewerbfleissig sind. Die Hauptstadt Tinozählt 3400 Einwohner. Viel Wein und Feigen. Unweit der Hauptstadt befindet sichdie berühmte, ganz von weissem Marmor aufgeführte, innen von Gold und Silberstrahlende Wallfahrtskirche der Panagia Evangelistria. Grösse der Insel: 209 Qua-dratkilometer.

Mykonos, mit 6000 Bewohnern, welche durchwegs der Schifffahrt obliegen.Die Insel ist fast ein einziger Fels, welcher spärlich-Wein und Feigen hervorbringt.Mykonos ist der Schauplatz des Kampfes zwischen Herakles und den Giganten. —Grösse der Insel: 110 Quadratkilometer.

Dili (Delos), einst der heilige Mittelpunkt des ganzen Archipels mit berühmtemNationalheiligthum, das gänzlich verschwunden ist. Hier wurden Apollo und Artemisgeboren. Die Insel ist ihrer Unfruchtbarkeit und ihres giftigen Ungeziefers halberfast unbewohnt. Grösse der Insel: 60 Quadratkilometer. — Dicht daneben liegt daskleine Eiland Rhenea, der Begräbnissplatz der alten Delier.

Naxia (Naxos), südöstlich von Delos, die grösste der Kykladen (330 Quadrat-kilometer), mit 21.000 Bewohnern; erzeugt W'ein, Oel, Südfrüchte, Getreide und istüberhaupt ausserordentlich fruchtbar. Schauplatz des Ariadnemythus. Im Mittelaltergründete hier der Venetianer Sanudo ein Herzogthum; der alte Palast liegt inRuinen. Die Hauptstadt der Insel (5000 Einwohner) ist reizend gelegen.

Paro (Paros), westlich von Naxos, mit den altberühmten, seit 1844 wiedereröffheten Marmorbrüchen. Die Hauptstadt Paroikia liegt sehr malerisch, ist aberverwahrlost. Sie hat eine uralte, angeblich von der Kaiserin Helena gegründeteKirche. Grösse der Insel: 220 Quadratkilometer; Bewohnerzahl: 10.000. — Auf demEilande Antiparos befindet sich eine berühmte Grotte mit 'Tropfsteingebilden.

Amurgo (Amorgos), südöstlich von Naxos mit der Schlossruine der früherenHerzoge. Berühmt wegen eines wunderthätigen Marienbildes ist das Kloster PanagiaChozobiotissa, in einer grossen Grotte eine Stunde von der Hauptstadt Amurgo(2000 Einwohner) gelegen. Die Insel, welche einen Flächenraum von 130 Quadrat-kilometer hat und 4000 Bewohner beherbergt, ist sehr fruchtbar.

Nios (los), westlich der vorigen, 55 Quadratkilometer gross, mit IOOO Be-wohnern, mit ausgezeichneten Häfen, aber ohne Merkwürdigkeit.

Sikio (Sikinos), 50 Quadratkilometer gross, trefflicher Wein, Feigen, Baum-wolle. Dorisch-ionischer Apollotempel, der als Kirche benützt wird.

Polykandro, 50 Quadratkilometer gross, 1000 Bewohner; ohne Belang.

Santorin (Thera). Die Insel ist namentlich wegen ihrer vulcanischen Phäno-mene berühmt. Sie hat eine hufeisenförmige Form und ist offenbar der oberste Randeines submarinen Vulcans. Andere Nebeneilande (Therasia, Aspronisi) sind durch

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