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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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Asien. Allgemeine Uebersiclit. — Bodengestalt.

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Gesträuchvegetation bedeckt, dann folgt eine offene, zum Theil belaubte Region.Doch findet man auch hohe Berge, welche vom Thal bis zum Kamme nur mitKräutern bedeckt sind, und solche, wo der zusammenhängende Wald erst bei 2000Metern beginnt. Ein Abschnitt des Himälayagebietes — Kaschmir — gehört zu denmalerischesten Gegenden der Erde. Mit ewigem Schnee bedeckte Gipfel erheben sichaus den herrlichsten waldbedeckten Thälern und die blumenreichen Ebenen werdendurchzogen von zahlreichen Strömen, deren mit Lotosblumen bedeckte Gewässerunzählbaren Wasservögeln Aufenthalt und Nahrung gewähren.

An der Gestaltung der Nadelwälder nehmen etwa zwanzig verschiedeneNadelhölzer theil, deren schönste die Deodaraceder ist. Sie beherrscht in einerMeereshöhe von 2300—3800 Metern die Gebirge. Dann folgt eine Waldregion,bedeckt mit Formen, welche der gemässigten Zone angehören und in ihren Gattungeneuropäischen Gewächsen entsprechen. Dann erst beginnt der eigentliche tropischeWald mit Tamarinden, Cassien, Lorbeer-, Orangen- und Myrtengewächsen, Bambusen,Feigen, Brotfrucht, Bananen, Baumfarn und Palmen, das Reich der Gewürzlilien.— Den Uebergang vom Gebirge zur Ebene vermittelt der „Tarai”, flache Terrassen,mit Beständen, welche durch den Jungle (Dschungel) vom offenen Tief lande getrenntsind. Im Jungle erreichen die Sumpfpflanzen eine Höhe, dass sie selbst ausgewachseneElephanten verbergen. Hier entfalten Lianen und Epiphyten das reichhaltigste Bildunter allen Yegetationsformen.

Unter den Culturpflanzensteht der Reis obenan. Die Zuchtdes Kaffeebaumes auf Java, desZimmts auf Ceylon, der Muscatnussund der Gewürznelken auf denMolukken treten an die Stelle derWälder; der Anbau des Pfeffers inMalabar und Siam erinnert an dieLianen. Ferner sind als wichtige Cultur-pflanzen zu nennen: Agrumen (Ci-tronen, Orangen), die Dschambu-früchte, der Mangobaum (mit köst-licher pfirsiphähnlicher F rucht), Banane,

Brotfruchtbaum, Ingwerpflanze, Mohn,

Sesam, Indigo, Pfeffer. — Die malayi-sche Halbinsel ist (nach Hooker)die pflanzenreichste des ganzen tropi-schen Asien.

6. Chinesisch-japani-sches Gebiet. Drei klima-tische Momente sind es,welche die Flora dieses Ge-bietesbeherrschen: die grosseSommerwärme, die Regel-mässigkeit und die Stärkeder Niederschläge. DiesesGebiet umfasst ganz Ost-asien bis hinauf zu denQuellen des Jang-tse-kiangund Hoang-ho.

Der Flora dieses Gebietes sindvor Allem die grosse Zahl von Holz-gewächsen eigenthümlich, welche(nach Miquel) etwa ein Viertel derbekannten Pflanzenarten ausmachen.

Nadelhölzer und Bäume der Lor-beerform stehen obenan. Im Nordenherrschen Ulmen, Buchen, Linden,

Eschen, Ahorne und Sykomoren vor.

Palmen sind selten, um so häufigerBambusen (in Japan 14 Arten). DieWälder und Gärten Japans geben dasdenkbar reichste und mannigfaltigsteBild ab, zumal in der Blüthezeit. DieGarten- und Gewächsliebhaberei derJapaner ist daher sehr entwickelt.

Magnolien und Camelien sind von un-beschreiblicher Pracht, Astern vonerstaunlicher Grösse. —Die wichtigstenCulturpflanzen sind: der Th eestrauch,das chinesische Zuckerrohr, die

Reispapierpflanze, Papiermau 1 -beer-, Firniss- und K a m p f e r b a u m,

Maulbeerbaum u. s. w.

Im Norden von China bildet die Mandschurei ein Ueber-gangsgebiet zur sibirischen Waldregion. Steppen giebt es hiernicht, wohl aber Wälder in Unmenge. Sie bestehen grössten-theils aus Nadelhölzern. Gegen Westen nehmen die Laub-hölzer zu und werden zuletzt (im kleinen Chingangebirge)herrschend. Die Culturpflanzen sind fast durchwegs die dergemässigten Zone. — Auch Korea hat eine ausserordentlichreiche Vegetation. Die Wälder weisen die bekannten Typender gemässigten Zone auf; für den Süden der Halbinsel istder Korkbaum und der Firnissbaum charakteristisch. Diewichtigste Feldfrucht bildet der Reis. Die Baumwolle wirdselbst auf Bergrücken wild angetroffen.

7. Mittelmeergebiet. Es ist das kleinste unter allenVegetationsgebieten Asiens und begreift nur einen schmalenUferstrich an den kleinasiatischen Küsten im Norden, Westenund Süden und das syrische Gestadeland. Die wichtigstenklimatischen Eigenthümlichkeiten dieses Gebietes sind dieRegenlosigkeit des Sommers und die Milde des Winters.

Der Cbarakterbaum des Mittelmeerklimas ist der Oelbaum. Andere Typensind: Lorbeer, Myrte und immergrüne Bäume, Sträucher und Halbsträucher mitbald lederartigem, bald sprödem Blatte. Eine allgemein stehende eigenthümlicheForm bildet die Karube (Johannisbrotbaum). Zu den wichtigsten Strauchformenzählen: Mastixstrauch, Pistacie, Buchsbaum, Mäusedorn, Rosmarin,Tragantsträucher und Erdbeerbaum. Zu den wichtigsten Baumformen zählen:Kastanien, immergrüne Eichen, Ulmen, Pappeln, Mandel-, Granat- und Maulbeer-baum, Mannaesche, Wallnuss, morgenländische Platane, dann (unter den Nadelhölzern)Pinien, Cypressen, Edeltanne u. s. w.

Die Zahl der Culturpflanzen ist sehr bedeutend; Mais und Reis sinddie wichtigsten; Tabak, Krapp, Safran, Sesam und Baumwolle folgen. — Zu denüppigsten Strichen des asiatischen Mittelmeergebietes gehören: das KolchischeTiefland mit seinen dichten Wäldern und der pontischen Riesenrebe. Den Nord-rand von Kleinasien nehmen ungeheure geschlossene Wälder ein. Die anatolischeWestküste mit ihren fruchtbaren Ebenen und breiten Thälern erinnert in Pflanzen-typen und Cultur an Südeuropa. Das Taurusgebiet ist ausgezeichnet durch seineherrlichen Hochwälder und die garten ähnliche Fruchtbarkeit der Gestadeebenen.Was schliesslich das syrische Küstenland anbetrifft, ist nur der Meeresstrandvon der Mittelmeerflora belebt. Dieser Strich wird vom innerasiatischen Steppen-gebiet durch den Libanon (Vor-kommen der berühmten Cedern) ge-trennt. Palästina hat manchen frucht-baren, ja sogar gartenähnlichen undanmuthigen Strich; im Süden abergehen diese fruchtbaren Gegenden all-mählich in steriles Gebiet und zuletztin den nackten, öden Wüstenbodendes steinigen Arabien und derSinaihalbinsel über.

Faunenreiche. N ach

der Eintheilung der Erde inZoologische Regionen(nach Wallace) entfallen aufAsien die nachfolgenden„Reiche” mit ihren Unter-abtheilungen :

I. Das paläarktische Reich,mit den (asiatischen) Pro-vinzen:

1. Nordasien: Yak, Mo-schusthier, Renthier, Zobel,Vielfrass. Das Kameel istwahrscheinlich Eingeborenerdieser Region.

2. Japan und Nordchina:Aluropus,eineigenthümlicherBär, Nyctereutes, Waschbär-hund, Rhinopithecus, ein AffeNordtibets, ein nordchine-sischer Hirsch, zahlreicheMaulwürfe, Fasanen, Riesen-salamander. Eine grosse Zahleigenthümlicher Karpfen inChina.

II. Das indische Reich, mit

den Unterabtheilungen:

1. Hindostanische Pro-vinz: Meerkatzen, Wickel-bär, Moschushirsche, mehrereHirsche, Gavial, Platanista.

2. Ceylon, Südindien:Der eigenthümliche HalbaffeLoris, circa 80 eigenthüm-liche Vogelarten, die ganzeSchlangenfamilie der Uro-peltidae.

3 .Indo-chinesischePro-vinz: Der merkwürdige BärArlurus, Urva, Arctonyx; von Vögeln prachtvolle Fasanen.Unter den Insecten sind besonders die Schmetterlinge imHimälaya prächtig entwickelt.

4. Indo-malayische Provinz: Der malayische Archipelmit der Nordgrenze bei Tenasserim und den Nordinseln derPhilippinen und einer Ostgrenze, welche zwischen Borneo undCelebes und zwischen Lombok und Bali durchgeht. Echte tro-pische Region mit einer Menge grosser und schöner Thier-formen: Orang-Utan, Halbaffen, Baumspitzmaus als eigenthüm-liche Formen. Ausserdem: Tiger, Elephanten, Hirsche, Wild-schweine, Rhinoceronten und andere grosse Säugethiere.Charakteristische Vögel sind: Nashornvögel, Tauben und Fa-sanen. Die Insectenfauna ist sehr reich und eigenthümlich;man zählt 650 bekannte Schmetterlingsarten. Die Bockkäfersind ungemein entwickelt.

III. Das australische Reich. Zu demselben gehört nur dieaustro-malayische Provinz des östlichen malayischen Archi-pels von Celebes und Lombok. Sie ist arm an Säugethieren.

Kolchischer Wald. (Landschaft in Abhasien.)

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