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A. Westasien. — I. Das Kaukasusgebiet und Russisch-Armenien.
Der Ararat.
aufwärts des Pschechaflusses, mit dem Abstiege nach Golowinskam Schwarzen Meere. Eine kleine Strecke weiter östlich liegt
2. der Schetlibpass (1893 Meter), welcher auf der Routedurch ein östliches Parallelthal zur Pschecha gleichfalls denUebergang nach Golowinsk vermittelt. Es folgt
3. der P segaschkopass (1921 Meter), an der Wurzel deskleinen Labanflusses gelegen; der Abstieg geht in das roman-tische Hochthal der Mdsymta und durch dieses nach Duchaam Schwarzen Meere.
4. Der Santscharopass (2704 Meter), durch das Thal desgrossen Laban (östlich des kleinen) in das Hochthal des Bsybund nach Pizunda am Schwarzen Meere.
5. Der Maruchpass, neben dem gleichnamigen (3530Meter hohen) Berge, eine Saumpassage, welche aus dem Quell-gebiet des Kuban gleichfalls in das Bsybthal, von da aber indas mittlere Kodorthal hinabführt und nach Suchum-Kalehverläuft.
Der wichtigste Kaukasusübergang ist der sogenannte Darielpass, durch welchendie „Grusinische Militärstrasse ,, von Wladikawkas nach Tiflis zieht. Die eigentlicheDarielpassage ist das in den Felsen gesprengte Stück zwischen den Stationen Laosund Kasbek, doch ist diese Wegstrecke nur die Vorstufe zu dem eigentlichen Ueber-gange, der noch bedeutend höher liegt — auf dem Joch der Krestowaja Gora(„Kreuzberg”, 2700 Meter). Es ist dies derjenige Punkt, welcher in den Projectender sogenannten „Kaukasusbahn” hervorragende Bedeutung hat. Die Eisenbahn-verbindung zwischen Wladikawkas und Tiflis würde nämlich eine Tunnelirung dersüdlichen Parallelkette des centralenKaukasus bedingen, von einer Länge,welche zwischen den Tunnellängen amGotthard und Mont Cenis zu liegenkäme. Durch den Erosionsschlund desTerek kann sich die Linie in ähn-licher Weise wie auf der nördlichenZufahrtsrampe am Gotthard mittelstSpiraltunnels und vielfachen Kehrenbis zu einer gewissen Höhe diesseitsdes Kreuzberges entwickeln. Dieserselbst müsste durchbohrt werden, sodass das Südende des Tunnels jenseitsdes Kreuzbergpasses, d. h. in das Thalder Aragwa zu liegen käme.
II. Das armenischeHochland. Es hängt durcheine verhältnissmässig schma-le Zone niedrigen Berglandesmit dem Kaukasus zusam-men. Grössere Gebirgssyste-me sind nicht vorhanden, esist vielmehr ein Land vollaufgesetzter Bergzüge. Zu-nächst erhebt sich im Nordendes Aras (Araxes) ein wildes,durch seinen Reichthum an Ossetendorf.
Kupfer wichtiges Ge-birgsland, vom Kurim Westen und Nor-den umflossen. DenMittelpunkt dessel-ben bildet der Alpen-see Goktscha (1925Meter), rings vonSchneegipfeln um-rahmt. Im Westen desSees breitet sich dieEbene von Eriwan(1000 Meter) aus, vomAras durchflossen,über welchen sichsüdlich die vulcani-schen Doppelgipfeldes Ararat (derHauptgipfel 5157 Me-ter, der kleinere ist1240 Meter niedriger)erheben.
Flüsse. In Ciskauka-sien: die beidenManytsch(vgl. S. 202). — Der Kuban,der am Elbrus entspringt undnach Aufnahme zahlreicherund ansehnlicher Neben-flüsse von links her miteinem ausgedehnten Deltatheils in das Asow’scheMeer,theils in das Schwarze Meersich ergiesst. — Die Kuma,ein Steppenfluss, der nur zur
Hochwasserzeit den Kaspisee erreicht. — Der Terek, welcher westlich des Kasbekentspringt und zahlreiche Nebenflüsse auf der rechten (kaukasischen) Seite aufnimmt,mündet mit einem kleinen Delta in den Kaspisee. In dieselbe Mündungsbucht fälltder Sulak, der in Daghestan ein weitverzweigtes Quellgebiet mit ansehnlichenNebenflüssen besitzt.
Dem Kaukasusgebiet im engeren Sinne gehören mehrere Küstenflüsse aufder Seite des Schwarzen Meeres (Kodor, Ingur etc.) und der daghestanischeSamur, welcher in den Kaspisee fällt, an.
In Transkaukasien gehört der Rion (Phasis) dem Schwarzen Meere, derKur (Kura) dem Kaspisee an. Letzterer nimmt den ihm ebenbürtigen Aras kurzvor der Mündung auf, Die Quellen des Kur und des Aras liegen in Armenien. —Der Tschuruk (Tschoroch), welcher westlich von Batum in das Schwarze Meermündet, gehört nur im Unterlaufe zum russischen Gebiete in Westasien. Die Quelledes Tschuruk liegt am Nordrande von Türkisch-Armenien.
Klima. Vgl. S. 206.
Bewohner:
Das gewaltige Gebirge des Kaukasus ist auch in Bezug auf die in seinemGebiete herrschenden ethnographischen Verhältnisse eines der merkwürdigstender Erde. Einheitliche Bevölkerungsmassen sind zum mindesten in sprachlicher Be-ziehung nicht vorhanden. Alles ist zerklüftet, auseinander gebröckelt, in unzähligeStämme zersplittert, welche zwar unverkennbar in einem verwandtschaftlichen Ver-hältnisse zu einander stehen, im Uebrigen aber dem Ethnologen eine Menge unlös-barer Räthsel darbieten. Da sich die kaukasischen Stämme in keine der grossenRassengemeinschaften Europas und Asiens einreihen lassen, d. h. da sie weder demsemitischen, noch dem indo-germanischen oder dem ural-altaischen Stamme an-gehören, hat man für sie die Bezeichnung ,, Kaukasische Völker” aufgestellt. Man be-trachtet diese Völker als den Rest einer vordem grösseren Völkerfamilie, welcheehedem auch weitere Gebiete des angrenzenden Tieflandes innehatte und durch, das
Andrängen anderer, mächtigerer Völkerzuletzt auf die schwer zugänzlichenHochländer beschränkt wurde. Ausserden kaukasischen Völkern siedeln imKaukasusgebiete und Russisch-Arme-nien auch Völker anderer Rassen.
Die ethnische Einthei-lung aller dieser Völker istdie folgende:
A. Mittelländische Rasse:
1. Kaukasische Völker.
2. Indoeuropäer (Arier):Slaven (Russen)
PerserKurdenArmenierOsseten
B. Hochasiatische Rasse:
3. Ural-Altaier.
Kalmüken (mongolischer
Zweig der Altaier).Kirgisen
Iranier.
Nogaier
Tataren
Kumüken
(finnischerZweig derAltaier).