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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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A. Westasien. — II. Die asiatische Türkei.

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Ruinen des Seldschukenpalastes zu Konja.

Stampalia, im Alterthum berühmt wegen seiner Fruchtbarkeit, besteht auszwei mächtigen Felsmassen, welche eine schmale Landenge miteinander verbindet.Die Bewohner sind meist Schwammfischer. Ueber dem Hauptorte erhebt sich einemittelalterliche Burg.

Ko, eine der fruchtbarsten Inseln des Archipels, schon im Alterthume des-halb gepriesen, auch Geburtsort mehrerer berühmter Männer (Apelles, Philadelphos,Ptolemäus, Hippokrates). Die Hauptstadt Ko liegt sehr malerisch inmitten einerüppigen Vegetation.

Nisyro, mit Resten einer alten Stadt. Weinbau.

Symne, die Heimat jenes Nereus, der nach Achilles der schönste Mann imGriechenheere vor Ilion war. Die heutigen Bewohner sind Schwammfischer.

Charki, mit vorzüglichen Feigen. Die Bewohner treiben gleichfalls Schwamm-fischerei.

Karpatho, mit dem Hauptorte Arkassa. Die Bewohner beschäftigen sich mitHolzarbeiten.

Kaso, deren Bewohner sich einer auffälligen politischen Autonomie erfreuen.Ihre Handelsschiffe segeln sämmtlich unter griechischer Flagge.

Das Eiland Pharmako, unweit der Mäandermündung, ist dasjenige, auf demnach Plutarch Cäsar von Seeräubern festgehalten wurde. Wieder befreit (durchLösegeld) überfiel er den Piratenschlupfwinkel und liess alle Uebelthäter, deren erhabhaft werden konnte, kreuzigen.

Auf gleicher Höhe mit Nikaria — der nördlichsten derSporaden — und in die Bucht von Scalanova (Ephesus) hinein-gerückt, liegt die Insel Samos (Syssam ; 470 Quadratkilometer,34.000 Einwohner), durch Ferman vom 10. December 1832 einautonomes Gemeinwesen unter einem christlichen Gouverneur.Die Insel ist gebirgig, aber nicht ohne fruchtbare Thäler undStrandebenen. Ihr Wein ist

berühmt. Ausserdem werdengrosse Quantitäten von Getreideund Oel ausgeführt. Hauptortist Vathy. Samos ist die Hei-mat des Pythagoras und jenedes Königs Polykrates, dessenGlück und Reichthum im Alter-thum sprichwörtlich waren.

Südwestlich der Sporaden,dem Hochlande von Lykiengegenüber, liegt die grössereInsel Rhodus, eine der berühm-testen im Mittelmeer, das Eilandder „Heliaden” (Sonnenkinder)und eine der ältesten Pflanz-stätten phönikischer Cultur. Zugrossem Ruhme gelangte Rho-dus nach dessen Besiedelungdurch die Dorer. Die Insel hat

Gestade bei Vrontato auf Chios.

einen Flächenraumvon 1500 Quadrat-kilometern und be-herbergt circa 65.000Bewohner. Sie ist sehrherabgekommen; dieWaldungen sind ver-wüstet, die Commu-nicationen befindensich in elendem Zu-stande. Hauptproduc-te sind Oliven, Feigenund Wein; Hauptaus-fuhrartikel bilden Ro-sinen. — Die Haupt-stadt Rhodus liegtunweit derNordspitzeder Insel und bestehtaus der von Mauernumzogenen Stadt undeinem Kranze vonVorstädten zwischenGärten. An der Ha-feneinfahrt stand imAlterthum eines dersieben Weltwunder,der 45 Meter hohe„Koloss von Rhodus”.Von den heutigendrei Häfen ist dervon St. Angelo (dermittlere) der wichtig-ste; dann zunächst der von St. Elmo (nordwestlich des ersterenjSeit der grossen Pulverexplosion im Jahre 1856 liegen diedurch den Johanniterorden berühmt gewordenen Baulichkeitenin Ruinen. Zur Aufbewahrung der Truppenprovisionen und derMunition dienen sechs grosse unterirdische Magazine.

Kypern. Nach den Bestimmungen des Berliner Vertrages1878 wurde die Insel (9600 Quadratkilometer, 186.000 Bewohner)unter die Verwaltung Grossbritanniens gestellt. Die Insel wirdvon zwei durch die grössere Ebene von Nikosia getrennte Ge-birgsrücken durchzogen, aus deren südlichem der 1914 Meterhohe Olymp emporragt. Der nördliche Gebirgszug setzt sichals langer halbinselartiger Ansatz, welcher für die geometrischeGestalt von Kypern charakteristisch ist, gegen den Golf vonIssus hin fort.

Einst viel gepriesen wegen seiner landschaftlichen Schön-heiten, seiner Culturen und berühmten Tempel (der Aphroditevon Amathus und Paphos), ist Kypern derzeit verödet undnicht sehr ertragsfähig. Hauptproducte sind: Oliven, Tabak,Baumwolle, Hanf und Südfrüchte. Die Waldungen liefernCedern, Eichen, Buchen, Pinien.

Nikosia (12.OOO Einwohner), Hauptort der Insel in der centralen Ebene der-selben, mit alten, aber regelmässig angelegten venetianischen Befestigungen. DieKathedrale, in welcher die Könige gekrönt wurden, ist jetzt Moschee. Hauptgewerbe

sind Baumwollwebereien, Seiden- undGoldstickereien. — Larnaka (8000 Ein-wohner), der Hafen für Nikosia undStation der Dampfschiffe. Sitz mehrererConsulate. — Limasol (6000 Einwohner),wichtig durch seine Salzwerke und seinenWeinbau. — Famagusta, an der Ost-küste, mit vielen venetianischen Ruinen.

2. Armenien.

Flächeninhalt: 130.000 Quadrat-kilometer; Bewohnerzahl: 623.930 See-len, meist Armenier, ferner Kurden undTürken.

Armenien bildet die höch-ste Stufe in der Reihe der vor-derasiatischen Hochländer. Esist ein Plateau voll aufgesetzterBergzüge, welche sich vomArarat bis zum oberen Halys-plateau Kleinasiens erstrecken