A. Westasien,
IT. Die asiatische Türkei.
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Rhodus.
und nach Südwestenhin mit dem Taurus-system inVerbindungtreten. Den westli-chen Theil von Ar-menien nennt manHoch-Armenien,eine 1800 bis 2000Meter hohe Hoch-steppe, in deren Mit-telpunkt Erzerum(1950 Meter) zwischenden Quellen des west-lichen Euphrat unddes Aras gelegen ist.
Mit dem Meere stehtdieser centrale Theilvon Armenien nurdurch die beschwer-liche Strasse vonErzerum nach Trebi-sonde in Verbindung.
Das pontische Kü-stenland, welchesgeographisch gleich-falls zu Armenien ge-hört, ist vom Binnen-lande durch hoheBergzüge getrennt.
Zu Armenien gehö-ren die beiden Ober-läufe des Euphrat;der östliche Quellarm(Murad genannt) entspringt irn Thale von Bajazid an der persi-schen Grenze, der westliche (Frat) bei Erzerum. Beide Quell-arme vereinigen sich bei Kjeban Maaden, nachdem sie eineReihe wilder Gebirgsdefilees durchströmt haben und durch-brechen als vereinigter Euphrat unterhalb von Malatia denTaurus, welcher die natürliche Grenze zwischen Armenienund Kurdistan bildet.
Das Klima von Armenien ist ein rauhes, excessiv continentales. Eine Aus-nahme macht nur die pontische Küstenprovinz. Das pontisch-armenische Hoch-steppengebiet hat äusserst strenge Winter mit ausgiebigen Schneefällen. VonFeldfrüchten gedeihen stellenweise Hafer und Gerste, von Gartenfrüchten wildeBirnbäume und Weichsein, von Baumgewächsen Eichen, Rothbuchen, Erlen,Fichten, Stechpalmen, Kirschlorbeer. In der Hochgebirgsregion entfaltet sich diePracht der Silenen und Alpenrosen. — Von gartenähnlicher Ueppigkeit hingegen istdie pontische Küstenzone. Sie ist zunächst ausgezeichnet durch einen aussergewöhn-lichen Reichthum an Nussbäumen, von Kern- und Steinobst, so dass man mit Rechtsagen kann, die Südostküste des Schwarzen Meeres sei das Vaterland des Obstes.An der Küste treten auch Kastanienbäume, dann der Weinstock, der überallverwildert und uncultivirt gedeiht, auf.
In der Bodencultur steht derMaisbau obenan; mehr Sorgfalt wirdjedoch auf Gemüse verwendet. —Unterden wilden Pflanzen sind viele Ranken-gewächse, dann Hartriegel, Rainwei-den, Weissdorn, Smilaxarten, wilde Re-ben und Hopfen vertreten; sie bildenmeist undurchdringliche Dickichte. Vonden sonstigen Bodenproducten sindDragant und Farbhölzer zu erwäh-nen; im Hinterlande: Krapp, Mohn,
Tabak, Hirse, Sorgo und etwas Reis.
Die Viehzucht erstreckt sich na-nftntlich auf Schafe und Ziegen; auchdie Seidenzucht ist nicht unbedeutend.
Die Gebirge liefern Gold, Silber,
Blei, Eisen, Kupfer, Salz, Naphtha,
Schwefel, Alaun, Ja spisund Marmor.
Die gewerbliche Thätigkeitumfasst: (in der Pontusprovinz) Leinen-fabrikation, Teppichwebereien, Shawl-und Fischnetz-Erzeugung; (in Armenien)
Woll-, Seide- und Baumwollmanufac-turen, Gerberei, Seifensiederei, Metall-arbeiten, insbesondere Waffenfabrika-tion.
Der Handel ist nur im Transit-verkehr von Bedeutung, da von Tra-pezunt über Erzerum nach Russisch-Armenien und Persien ein uralter Kara-
wanenweg zieht, der aber mehr und mehr an Bedeutung ver-liert, seitdem die transkaukasische Bahnlinie Poti-Baku fertig-gestellt ist, persische und centralasiatische Producte sonachbilliger und rascher auf letzterem Wege befördert werden.
Armenien einschliesslich der Pontusprovinz umfasst zweiGeneralstatthalterschaften: Erzerum und Trapezunt.
Hauptstadt von Armenien ist
Erzerum (60.000 Einwohner), auf kahler rauher Hochebene,unfern der westlichen Euphratquelle, in geographischer undmilitärischer Beziehung wichtig wegen seiner centralen Lagezwischen Kleinasien, Kurdistan, Russisch-Armenien und demSchwarzen Meere. Der älteste Name der Stadt war Garin; zurZeit der Byzantiner hiess sie Theodosiopolis; die Araberendlich legten ihr den Namen „Arzen-er Rum” (Arzen derRömer) bei, aus welchem sich der heutige Stadtname gebildethat. — Erzerum trägt überall Spuren des Verfalls, ist abernoch immer von Bedeutung wegen des Gewerbfleisses seiner
Bewohner und als Handelsstation. Ueberder Stadt erhebt sich eine Citadelle.Bemerkenswerth sind mehrere Moscheenund Karawansarajs.
Andere Oertlichkeiten in Armenien sind: Er-zingjan, westlich von Erzerum, am Euphrat ge-legen, eine uralte Stadt, mit mancherlei Erinnerungenan die heidnische Vorzeit Armeniens. — Bajazid,Festung, unfern der russischen Grenze, mit hoch-gelegener, starker Citadelle. — Egin, in den oberenEuphratengen, einer der wildesten Gegenden desLandes.
In der Pontusprovinz liegtTrapezunt (40.000 Einwohner), inäusserst malerischer Lage am Meere,von der alten Kaiserburg (nun Castell)überragt, nächst Smyrna die wichtigsteHafenstadt der asiatischen Türkei,höchstens noch von Beirut in Syrienüberragt. Rings um die Stadt breitetsich eine parkähnliche Vegetation,welche durch FallmerayePs Schilderun-gen berühmt geworden ist. Viele Gärten.Dampferstation.
Andere Hafenorte sind: Kerasunt (die „Kir-schenstadt”) und Ordu, westlich von Trapezunt,Of und Rize, östlich von Trapezunt. Das bergerfüllteKüstenland zwischen Trapezunt und der russischenGrenze bei Batum ist die Heimat der Lazen, einesmit den Georgiern verwandten Volkes, welches sichdurch Wildheit, Unbotmässigkeit und kriegerischeEigenschaften auszeichnet. Das Land selber — La-zistan genannt — ist im Wesentlichen jene schmale
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