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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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A. Westasien. — III. Die Halbinsel Arabien.

birg-sstock des Sinai(mit Spitzen bis zu2800 Meter) — einemGranitgebirge von er-schreckender Oede—erfüllt. Die wichtig-sten Hophgipfel sindder Dschebel Musa(Mosesberg), der Ho-reb und der Serbal,der Berg der Gesetz-gebung. Am Fussedes Katharinen-berges endlich liegtdas Katharinen-kloster, ein Boll-werk der christlichenPilger, welche hinterden von Kaiser Justi-nian erbauten Klo-stermauern vor denräuberischen Bedui-nen Schutz finden.

Die nördlicheHälfte der Halbinselnimmt die Wüste Sinein, welche sich süd-wärts bis zum Ge-birge Tih (mit demgleichnamigen Wü-stenstrich) erstreckt.

Das Farranthal istdie einzige grössere

Oase in der Sinaiwildniss. Die ganze Halbinsel nimmt eineFläche von 25.000 Quadratkilometern ein und beherbergt etwa5000 nomadisirende Araber.

Die Rolle, welche das Sinaigebiet in der bedeutendsten und ehrwürdigstenUeberlieferung der Menschengeschichte — der Bibel — spielt, veranlasst uns, andieser Stelle noch etliche Erläuterungen anzufügen . . . Zum Horeb hinauf führt einsteiler Felsenpfad bis zur Elias-Kapelle, wo eine einsame Cypresse steht. Nochetwa 230 Meter höher ragt der Scheitel des Sinai: ein ungeheurer Granitblock mitden Ruinen einer Kirche neben den Resten einer kleinen Moschee. Auf die Spitzedes Sinai also hatten sich christliche und mohammedanische Gottesverehrer, trotz derfurchtbaren Gewitter, welche zu Zeiten die Bergmassen in ihren Grundfesten er-schüttern, gewagt; nicht aber auf den Scheitel des Katharinenberges, deshöchsten von allen — denn dort könne „kein Sterblicher verweilen, wegen des an-

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Der „Mosesfelsen” und der Horeb.

haltenden Tosens und der geisterhaften Schauer” ... So wurde uns durch den Ge-schichtsschreiber Prokopius überliefert, und man wird seine Versicherung immerhingläubig hinnehmen müssen, angesichts der grossartigen Naturerscheinungen — Blitzund Donner — deren Wirkung in dem furchtbar wilden Granitgebirge auf der Erdeihresgleichen nicht haben soll.

Um den Horeb und Sinai im Süden ist freier Raum, die Ebene Sebajeh,von der aus um das langgestreckte Massiv des ersteren Berges zwei schmale Thälernordwärts führen. Hat man sie zurückgelegt, so öffnet sich knapp unter den wildenZacken des Horeb, und zwar nördlich desselben, die Ebene Raha (Raphidim derBibel), wo Moses Wasser aus dem Felsen schlagen musste. Der Eelsblock, welcherdiese Stelle bezeichnen soll, liegt isolirt auf der steinigen Hochebene, mit scharfenUmrissen vor der grau verdämmernden nördlichen Wand des Horeb. Der Zugang zuder Raha-Ebene von Norden her ist das enggewundene Thal Wadi Scheich, nochheute bemerkenswerth durch seine Tarfabäume, eine Tamariskenart, welche mit den

Arabischer Bettler.

Mannabäumen der Bibel identisch ist.Zwar die hungernden Israeliten mein-ten, das Manna fiele vom Himmel; dieWahrheit aber ist, dass der zu weissenKörnern sich verdickende Saft vonden Zweigenden herabfällt, somit ineinem ergiebigen Erntejahre aller-dings einen „Mannaregen” verursachenkann. Die Araber nennen die Körner„Man” und verzehren sie mit Honigauf Brotschnitten.

Der vierte der sinaitischen Berg-riesen ist der Serbal, welcher ausdem weiter oben genannten frucht-baren Farranthal aufsteigt. Es warzur Zeit Mosis von Amalekiten be-wohnt. Weiter im Norden erstrecktsich die Wüste Sin. Es ist dieWüste am „oberen Wege” nach demSinai und erstreckt sich bis zumGebirge Tih, das beinahe mauer-gerade nach Südosten streicht. Aufjenem oberen Wege gelangt manzur Stätte altägyptischer Bergwerke— jetzt Sarbat el Chadem — undhier trug sich das bekannte Wundermit den Wachteln und dem Manna-regen zu. So wie das Manna nochimmer vorhanden ist, fehlt es auchnicht an Wachteln, wenn sie in un-geheuren Schwärmen über die Halb-insel des Sinai hinwegfliegen, fettund stark und mit den Händen zugreifen, wenn sie ermattet nieder-sinken.

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Scherif von Mekka und Gouverneur von Medina.