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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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B. Südasien. — II. Vorderindien.

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Kandahar.

nach Norden. Der Höhen-unterschied zwischen Nord-und Südfuss beträgt gegen4000 Meter. — Der Himälayaist das kolossalste Gebirgeder Erde. Die Längenaus-dehnung desselben beträgtzwischen den Durchbrüchendes Indus (im Westen) unddes Brahmaputra (im Osten)

2400 Kilometer, was derEntfernung zwischen demWestpunkte der Pyrenäenbei Bayonne bis zur Donau-mündung gleichkommt. DieLängenausdehnung des Hi-mälaya ist also ungefähr die-selbe wie jene der Pyrenäen,

Alpen und Karpathen zu-sammengenommen oder un-gefähr dreimal so gross alsjene der Alpen allein.

Der innere Bau des

Himälaya ist ziemlich einfach, indem er aus mehreren Parallel-ketten besteht, von denen die innerste die höchste und zugleichdie längste ist, da sie ostwärts bis zum Brahmaputra-Durchbruchstreicht. Westlich des Durchbruches des Satletsch erreichen dieGipfel nur ausnahmsweise 7000 Meter, während im mittlerenTheiledes Gebirges solche zu Dutzenden zu zählen sind. Am höchstenist die Kette an der Nordgrenze von Nepal zwischen demDhaulagiri (8176 Meter) und dem Kantschindschinga (8582Meter) an der Grenze von Sikkim. Die höchste Erhebung imganzen Gebirgssystem (zugleich die höchste der Erde) ist derwestnordwestlich vom Kantschindschinga sich erhebende Gau-risankar (Mount Everest), welcher bis zu 8840 Meter ansteigt.

Im Süden des Industhaies läuft der Hauptkamm des Ge-birges in 112 Kilometern Entfernung von demselben gleichfallsnach Nordwest und trennt so die oberen Thäler des Dschilamund Tschinab von ersterem. Der erstgenannte Fluss durch-strömt das Hochbecken von Kaschmir, das im unteren Theilevon Seen bedeckt ist. Auch den Oberlauf des Satletsch be-gleitet im Süden eine festgeschlossene Kette; an ihrer Süd-abdachung entspringt der Ganges. Um von seiner Quelle zuden „heiligen Seen’ 7 in Tibet zu gelangen, muss man 5000 Meterhohe Pässe übersteigen. Im Gebiete von Nepal mehren sichaber die Elussdurchbrüche. Den Südrand des Gebirges begleiten

Bedeutung,

- =

Hinduwallfahrer am Ganges.

einer der grössten vonganz Südasien — derIndus. Seine Quellenliegen im westlichenTheile des tibetani-schen Hochlandes amNordabfalle der Gan-grikette. Den Himä-laya durchbricht derIndus in einem unzu-gänglichen Querthaleund nach Eintritt indie Ebene nimmt er(vonrechts) denKabulauf. Sein bedeutend-ster Nebenfluss ist aber(links) der Satletsch,der die gesammtenGewisser des „Pend-schab 77 (Fünfströme-landes) in sich ver-einigt. Diese Strömesind ausser dem Sat-letsch Dschilam,Tschinab,Rawi undBias. Der Satletschhat seinen Ursprungin den heiligen Seenauf der tibetanischenHochfläche. — NachseinerVereinigung mitdem Satletsch nimmtder Indus eine süd-westliche Richtung an,

dann noch Parallelzüge vonniedrigen Bergen, welche diehöchst fruchtbaren und schonganz indischen Charakter tra-genden Längsthäler — die„Duns 77 — von der Ebenetrennen.

Am Siidfusse des Himälaya er-streckt sich die indische Tiefebene,und zwar unterscheidet man die Ebenedes Ganges, welche sich von Westnach Ost, und jene des Indus, welchesich von Nord nach Süd erstreckt.Die Natur beider Ebenen ist sehr ver-schieden. Die Indusebene bildet einenSteppen- und Wüstenstrich, welcher imnördlichen Theile (Pendschab) durchkünstliche Bewässerung, im Südendurch die regelmässigen Ueberschwem-mungen des Stromes stellenweise an-baufähig gemacht wird. — Die Ganges-tiefebene wird durch einen gegen40 Kilometer breiten Streifen sumpfi-ger Waldlandschaft — Terai genannt— vom Gebirge getrennt und schliesstmit der Ebene von Bengalen ab,welche auf ungeheure Strecken von den Hochwässern des Ganges-Brahmaputra über-schwemmt wird (vgl. S. 198).

Südindien, mit der eigentlichen indischen Halbinsel iden-tisch, erhebt sich südlich der Gangesebene zu dem Plateaulandevon Dekan (im Mittel 600—700 Meter hoch), welches westlichund östlich von Randgebirgen („Ghats 77 ) und im Norden durchdas bis zu 2300 Metern ansteigende Vindhyagebirge begrenzt,durch das Tiefland aber vom asiatischen Hochlande inselartigabgetrennt wird. Die Westghats sind bedeutend höher als dieOstghats. Die ersteren bestehen aus einer Reihe kleiner Ketten,im Mittel bis 1500 Meter und nur im Süden höher steigend,wo die Gruppe der Nilagiri (Blauen Berge) sich bis 2600Meter erhebt. Die Ostghats werden in ihrem südlichen Theilewestwärts durch ein selbständiges kleines Bergland — dasKardamumgebirge — begrenzt, dessen nördlichster Gipfel(2693 Meter) die höchste Erhebung des südindischen Hoch-landes ist. Zwischen diesem und dem Nilagiri zieht das „Gap 77 ,eine breite Querspalte zwischen Kalikut und Madras.

Flüsse. Die fliessenden Gewässer Vorderindiens gehörensämmtlich dem Indischen Ocean an, doch sind zwei engereWassergebiete, jenes des Arabischen Meeres und jenes desBengalischen Golfes, zu unterscheiden.

In das Arabische Meer mündet ein einziger Fluss vonzugleich

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Bajaderen.

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