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C. Ostasien.
II. Das Kaiserreich China.
Hong-kong.
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niedrigen Ranges sind weniggeachtet, da sie zur Erlangungihrer Charge keine Prüfungenabzulegen haben und nur mitder Mannschaft Umgang haben.
Die höheren Officiere sind argeSubjecte; sie brandschatzen underpressen, kommen betrunkenzur Parade und verkaufen wohlauch gelegentlich alle Gewehreeiner Truppe, so dass diese zuden Uebungen mit — Bambus -Stöcken ausrücken muss. AufMärschen herrscht niemals Ord-nung, oder das,was man „Marsch-disciplin” nennt. Taktik undStrategie werden nach denGrundsätzen und Vorschrifteneines Feldtaschenbuches aus-geübt, welches das ehrwürdigeAlter von 300 Jahren aufweist.
Die bisher gemachten Reform-anläufe beschränken sich aufDrillung von kleinerenTruppen-abtheilungen durch ausländischeOfficiere ohne Rücksicht aufdie Nationalität, so dass sich zuden bestehenden Unzukömm-lichkeiten noch die einer wahrenbabylonischen Sprachenverwir-rung in Bezug auf das Com-mando hinzugesellt hat.
Politische Eintheilung.
Das eigentliche Chi-na zerfällt in die fol-genden 18 Provinzen:
Pe-tschi-li, Schan-tung,
Schan-si,Ho-nan,Kiang-su, Ngan-hwei, Kiang-si, Fu-kien (mit der Insel Formosa), Tsche-kiang, Hu-peh, Hu-nan, Schen-si, Kan-su, Sze-tschuen, Kuang-tung (mit der Insel Hai-nan), Kuang-si, Jün-nan und Kuet-scheu.
Das eigentliche China wird officiell „das Land der18 Provinzen” genannt. Zum alten Stammgebiete Chinas ge-hören ferner die Nebenländer: Mongolei und Mandschurei.— Die Gebiete von Ostturkestan und Tibet und die Dsun-garei gehören — wie bereits erwähnt — zu China, bilden aberim geographischen Sinne einen Theil von Mittelasien (siehedieses).
1. Das eigentliche China.
Peking (d. h. „nördliches Hof lager” — 1,600.000 Einwohner),eine ungeheure Stadt (30 Kilometer Umfang), deren Bewohner-zahl häufig übertrieben hoch angegeben wird, liegt in einerEbene unfern des Pei-ho und besteht der Hauptsache nachaus zwei grossen Stadtgebieten: der „Tatarenstadt” (von Ta-taren gegründet, derzeit aber ausschliesslich von Mandschubewohnt) und der „Chinesenstadt”, auch Altstadt genannt.Beide Städte sind von hohen Mauern eingeschlossen. Die neunThore der Tatarenstadt haben mehrstöckige Vertheidigungs-thürme, mit davorliegenden Glacis, welche als Waffenplätzedienen. Lange, schnurgerade und sehr breite Strassen durch-ziehen sowohl die Tataren- als die Chinesenstadt. Trotzdem istPeking schlecht gebaut und die meisten Häuser sind unansehn-lich. Um die beiden Hauptstadttheile breiten sich ein Dutzendoder mehr Vorstädte von ansehnlicher Ausdehnung.
Einen eigenen, von der Aussenwelt gänzlich abgeschlosse-nen Bezirk bildet der Kaiserpalast — eine kleine Stadt fürsich — der grösste Fürstenpalast auf Erden. Er liegt in derTatarenstadt und bildet eine Reihe grosser, zwischen Gärtengelegener Höfe, welche von Säulengängen und Gelassen um-geben sind. Im weiteren Bereiche erstrecken sich viele Paläste,die eigentlichen Kaiserwohnungen, prächtige Tempel, künst-liche Seen und ausgedehnte Gärten, von denen der sogenannte„Kaisergarten” der schönste ist. Der kaiserliche Bezirk istdurch eine Mauer mit Zinnenthürmen von der Tatarenstadtgetrennt. — Das bemerkenswertheste Bauwerk in der Chinesen-stadt ist der grosse „Himmelstempel”, der aus mehreren pracht-vollen Einzelbauten besteht. Auch sonst ist die Chinesenstadt— gleich der Tatarenstadt — voll von grossen und reich aus-gestatteten Tempelbauten, während die Profanbauten ganz be-langlos sind.
Peking ist Residenz des Kaisers (gegenwärtig Kuang-sü,geboren 1871, seit 1875 Inhaber des Thrones, 1886 als volljährigerklärt), der Sitz der obersten Reichsbehörden, verschiedenergelehrten Anstalten und aller höheren Schulen; ferner befindetsich hier eine Druckerei, die Sternwarte, die kaiserliche Biblio-thek mit unschätzbaren Werken, dessen monumentalstes eineEncyklopädie ist, deren Umfang auf 160.000 Bände (?) geschätztwird, die jedoch unvollendet ist. Die kaiserliche Bibliothek istin einem Thronsaal untergebracht und würde (wäre sie zugäng-lich) mit ihrem Reichthum an geschichtlichen Annalen, Gesetzes-sammlunge^Reisebeschreibungen und den zahllosen wissen-schaftlichen Werken seit Kong-fu-tse der Forschung einenunerschöpflichen Schatz darbieten.
Andere bedeutende Städte im eigentlichen China sind:
Kalgan, unweit der „grossen Mauer”, wohl dem grössten vonMenschenhänden aufgeführten Werk. Ihre Existenz wurde neuerdings be-stritten, doch ist dies einfach eine Mystiiication. Die Mauer wurde 214—204v. Chr. erbaut, um die Umgebung der Hauptstadt gegen die Tatarenhorden zuschützen: „an strategisch wichtigen Punkten ist die Ausführung des mehrmalserneuerten Baues wirklich schön und grossartig, keineswegs aber ist dieseroftmals überschrittene und gegenwärtig an vielen Stellen in vollständigemVerfall begriffene Grenzwall in seiner ganzen Ausdehnung (2000 Kilometer)gleich breit, gleich hoch und gleich fest.” — Singan-fu (angeblich i‘/ 2 Mil-lionen Einwohner), am Wei-ho in der Provinz Schan-si, eine der grösstenStädte des Reiches, mit starken Befestigungen. Die Stadt ist uralt — weitälter als die kaiserlichen Residenzstädte — und besonders bemerkens-werth als Fundort einer Marmortafel mit syrischer Inschrift, welche sichauf die Gründung einer Nestorianercolonie hierselbst (735 n. Chr.) bezieht.— Nan-king (500.000 Einwohner), eine ungeheuer ausgebreitete Stadt, vor-mals Residenz der Ming-Kaiser. Die Stadt liegt in der Provinz Kiang-siund ist sehr gewerbfleissig (Baumwoll- und Seidenfabrikate, „Nankings”genannt). — Su-tschoü-fu (800.000 Einwohner), am Kaisercanal, mitreicher Industrie. — Schang-hai (350.000 Einwohner), die wichtigstechinesische Handelsstadt, in der Provinz Kiang-su gelegen, Hauptplatzfür Thee-Export und Opiumhandel. — Ning-po (250.000 Einwohner), wich-tiger Hafenplatz mit blühender Seidenindustrie. — Tschi-fu (500.000 Ein-
Die „Zeltstadt” Urga.
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