C. Ostasien. — III. Das Königreich Korea.
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wohner), am Eingänge zum Golfe vonPe-tschi-li, Industrie- und Hafenstadtersten Ranges. — Tien-tsin (950.000Einwohner), am Nordende des Kaiser-canals und unfern der Mündung desPei-ho, einer der Brennpunkte desVerkehrs, neuerdings ansehnlich be-festigt. Hafenstadt für Peking.
In Südchina liegen:Fu-tscheu (630.000 Einwoh-ner), von hohen Mauern umgeben,nächst Schang-hai der wichtigste Thee-markt und Seehandelsplatz. Baumwoll-manufacturen, Papier-, Eisen- undStahlfabrikation. — Amoy (100.000Einwohner), einer der Vertragshäfenmit lebhaftem Handel. — Canton(angeblich 1V 2 Millionen Einwohner),an der Wurzel des reichgegliedertenausgedehnten Deltas des Si-kiang undTschu-kiang, eine ungeheuer ausge-dehnte, sehr handelsthätige Stadt vonunregelmässiger Bauart. Fast 10.000Familien wohnen in Schiffshäusern(„die schwimmende Stadt”). Die Me-tall- und Porzellanindustrie beschäftigtin der Umgebung ganze Dörfer. — Aufder Insel Hong-kong vor der Mündung des Cantonflusses (durch England 1842 er-worben) liegt die britische Coloniestadt Victoria (110.000 Einwohner — gewöhnlich„Hongkong” genannt), Freihafen, Dampfschifffahrtsstation aller Ostasienfahrer, einerder frequentirtesten Handelshäfen der Welt (jährliche Schiffsfrequenz über 50.000). —Westlich von Hong-kong, auf einer Insel des Si-kiang-Deltas, liegt Macao, portu-giesische Colonie, bislang Schlupfwinkel des Opiumschmuggels.
Im Inneren des Reiches liegen zahlreiche volkreiche, aber wenig bekannteStädte, darunter Han-keu (800.000 Einwohner), am Yang-tse-kiang, der wichtigstebinnenländische Tractathafen; Yu-tscheu in Hu-nan, am Ausflusse des Tung-ting-Sees* Su-tscheu, unfern des Westendes der grossen Mauer, wichtiger Stapelort;Si-ngan-fu, in einem Seitenthale des mittleren Hoang-ho, mit angeblich einerMillion Einwohner. Als solche „Millionenstädte” gelten auch Siang-tan, Tschan-tschau u. a. m,
2. In der Mandschurei liegen:
Mukden (170.000 Einwohner)/ eine grosse, schöne Stadt,ähnlich angelegt wie Peking, mit starken Wällen und einermauerumschlossenen kaiserlichen Residenz. Sie war eine Zeithindurch Residenz der Mandschukaiser und liegt noch inner-halb (d. h. südlich) der grossen Mauer.
Niu-tschuang (60.000 Einwohner), wichtiger Vertragshafen in der Nordost-ecke des Golfes Pe-tschi-li. Opium-und Zuckerhandel.— Girin (120.000 Einwohner),unfern des Ostendes der grossen Mauer. — Andere wichtige Städte: Li-ao-yang(80.000 Einwohner), Jing-tse (80.000 Einwohner), Kwang-tschung-tse (70.000Einwohner) und Tsi-tsi-kar (60.000 Einwohner).
3. In der Mongolei liegen
Urga (40.000 Einwohner), ganz im Norden des Reiches,wichtiger Binnenhandelsplatz, aber zum Theil nur aus Zeltenund Hütten bestehend. Es wohnen viele russische Kaufleute hier.
Dolonnor (30.000 Einwohner), bedeutende Binnenhandelsstadt im Binnen-verkehr zwischen China und Russland. Die hiesigen Metallgussfabrikate gemessenverdienten Ruf. — Maimatschin (10.000 Einwohner), hart an der sibirischenGrenze, vor dem Aufblühen Urgas bedeutend als Messplatz.
Neben vielen, den Küsten vorgelagerten Eilanden besitztChina nur zwei Inseln von Bedeutung. Die grösste und wich-tigste ist Formosa (d. i. „die Schöne”, von den spanischen Ent-deckern so genannt; ihr chinesischer Name ist Tai-wan —38.800 Quadratkilometer, die Zahl der Bewohner wird auf 3 Mil-lionen geschätzt). Ein alpiner Höhenzug durchzieht die Inselim Inneren; im Westen finden sich ausgedehnte fruchtbareEbenen, welche von vielen klaren Bergwässern durchzogensind. Der östliche Theil der Insel ist gebirgig; der mittlereHöhenzug erhebt sich bis 3900 Meter. Die herrschende Bevöl-kerung sind die Chinesen, welche sich mit einem Stamme derUrbevölkerung (den „Pepohoans”) vielfach vermischt haben;im Inneren der Insel hausen noch halbwilde Urstämme. Unterden Naturproducten Formosas stehen Kohlen obenan; auchSchwefel ist vorhanden. Ausgeführt werden Zucker, Thee undAnanas. — Hauptorte sind: im Norden Kelung (mit Kohlenberg-werk), im Süden Tai-wan, eine reiche, handelsthätige Stadt.
Die zweitwichtigste Insel ist Hai-nan (36.200 Quadratkilo-meter), vor der Südspitze Chinas gelegen und gegen Osten denGolf von Tong-king begrenzend. Die Insel ist sehr fruchtbar,hat ergiebige Goldminen und kostbare Holzarten. Das Innereder Insel, welches unabhängige Stämme bewohnen, ist wenigbekannt. Der Ta-utschi-Schan, ein mächtiger Kegelberg,soll bis zur Schneelinie ansteigen. (In 20° Nordbreite wenigwahrscheinlich.) Die Bevölkerung wird auf 2 1 / 2 Millionen Seelengeschätzt. Hauptort ist Kiung-tscheu-fu, mit 200.000 Be-wohnern.
Eine Pepohoanin (Formosa).
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III. Das Königreich Korea.
Das Königreich Korea begreift die gleichnamige, in ihrerGestalt und in ihrem meridionalen Verlauf an Italien erinnerndeHalbinsel und einen Strich des asiati-schen Festlandes in sich. Der Küsteentlang läuft von der Amurmündungbis zur Südspitze von Korea ein steilzum Meere abfallender Gebirgszug inzwei Ketten. Die nördliche Kette —
Sichota Alin oder das „Tatarische Ge-birge” — erhebt sich wenig über 1500Meter; der die Halbinsel erfüllende Ge-birgszug ist etwas höher und fällt steilzur Ostküste ab. Ebenen, von mässigerAusdehnung, finden sich nur an derWestküste.
Das Königreich bedeckt einenFlächenraum von circa 218.000 Qua-dratkilometern.
Die Bewohner (an 10V2 Millionen)sind nach Fr. Müller ein Mischvolk,nämlich einerseits Nachkommen der inder Geschichte Hochasiens zu wieder-holtenmalen auftretenden Sien-gi, an-dererseits der im Süden Koreas an-sässigen San-han (die drei Han, näm-lich Ma-han, Pian-han und Schin-han).
Ihre Nationalität und Sprache erhieltensie von dem im 2. Jahrhundert v. Ghr. vomNorden her hingedrungenen Eroberer-volke der Kao-li, welches die ganzeHalbinsel unter seine Herrschaft brachte.
Dem Aeusseren nach gleichen die Koreanermehr den Japanern als den Chinesen. Gegenwärtig
Koreanisches Fischerboot.
wird Korea von einer einheimischen Dynastie (seit 1864 König Tui-Tschy) be-herrscht, welche der chinesischen Mandschu-Dynastie tributpflichtig ist. Nahrungs-mittel sind: Reis, Weizen, Gerste, Hirse, Mais. Esgedeiht Tabak und Obst, letzteres in reichlicherFülle. Wichtig ist die Baumwollcultur und der Hanf-bau. Der Ausfuhrhandel ist unbedeutend, wie dennüberhaupt Korea unter allen Staaten der Gegenwartbis vor wenigen Jahren eine Abgeschlossenheit be-wahrt hat, welche den schärfsten Contrast bildet zudem merkwürdigen Umschwung, der sich in wenigenJahren im benachbarten Japan vollzogen hat. DieIndustrie ist unbedeutend (die Metallbearbeitungetwa ausgenommen), die Schifffahrt steht auf tiefsterStufe und beschränkt sich lediglich auf die Küsten-schifffahrt mit Dschonken.
In neuester Zeit ist Korea ein Zank-apfel geworden zwischen Japan undChina einerseits und zwischen diesenMächten und den im Königreiche sichbekämpfenden Parteien andererseits.Auch die Russen stehen diesen Dingennicht ferne. Um auf alle Eventualitätengefasst zu sein, haben die Engländerdie Insel Port Hamilton, im Südender Halbinsel, als vorzüglichen Hafen-platz besetzt. Neuerdings haben meh-rere europäische Staaten, darunter auchdas Deutsche Reich, Freundschafts-und Handelsverträge mit Korea abge-schlossen.
Haupt- und Residenzstadt ist Söul(240.000 Einwohner), sehr malerisch ge-legen, aber ärmlich gebaut. Der Hafen-ort für Söul ist Chemulgo. — Im Südenliegt die Insel Quelpart.
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