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A. Australien.
australien. — Die Inseln Tasmania und Neuseeland bilden gleichfallsselbständige Colonien.
Die Gesammtbewohnerzahl der australischen Colonien betrug 1885(einschliesslich von Tasmanien und Neuseeland) 3,464.872.
Die bewaffnete Macht der Colonien besteht aus einem freiwilligenCorps von 10.000 Mann. — Zur Küstenvertheidigung unterhält die englischeRegierung in den australischen Gewässern ein Geschwader.
1. Colonie Neusüdwales.
Flächeninhalt: 800.774 Quadratkilometer; Bewohnerzahl (1886): 1,003.867. Die Colonienimmt den südöstlichen Theil des Continents ein, und war dessen Gebiet das erste, welches dieEngländer besiedelten. Die wichtigsten Naturproducte sind Gold, Kupfer, Zinn und Steinkohlen;den Hauptertrag liefern die Viehbestände, und bildet Wolle den wichtigsten Handelsartikel; ihmzunächst folgt die Steinkohle. Gebaut werden vorzüglich Zuckerrohr und Mais. Wichtige Eisenbahn-linien durchziehen die Colonie.
Sydney (300.000 Einwohner), die zweitgrösste Stadt des australischenContinents und dessen wichtigster Handelsplatz, an einem der schönstenHäfen der Welt gelegen („Port Jackson”), Sitz des Gouverneurs. Sydneyhat grossstädtisches Gepräge, mit ansehnlichen Gebäuden, glänzenden Kauf-läden und prachtvoll angelegten, regelmässigen Gassen. Das gesellschaft-liche Leben entfaltet allen Luxus und jene Eigenart, wie sie den grossenStädten des englischen Mutterlandes eigenthümlich sind. Unter den zahl-reichen Schulen und wissenschaftlichen Instituten ist in erster Linie die(wenn auch derzeit noch schwach besuchte) Universität zu erwähnen.
Andere bemerkenswerthe Städte sind: Bathurst, in fruchtbarer, vom Macquarie durch-flossener Ebene westlich der Blauen Berge, über welche von Sydney her die merkwürdige, technischgrossartige sogenannte „Zickzackbahn” (Bild S. 279) zieht. In der Umgebung von Bathurst trefflicheGebirgsweiden und Goldwäschereien. Maitland, am Hunter, wichtiger Kohlenhafen.
2. Colonie Victoria.
Australischer Reisewagen.
Auch der Handel hat in den letzten dreissig Jahrenenormen Aufschwung genommen. Im Jahre 1885 betrug derWerth der Einfuhr (einschliesslich der Inseln Oceaniens)1300 Millionen Mark, der der Ausfuhr 1060 Millionen Mark.Die Handelsflotte zählte 2305 Schiffe (davon 575 Dampfer). DieEisenbahnen hatten eine Entwickelung von 12.645 Kilometern,die Telegraphenlinien 57.080 Kilometer, wovon 3157 Kilo-meter auf die grosse Ueberlandlinie durch den ganzen Conti-nent entfallen.
Hauptausfuhrartikel sind: Wolle, Baumwolle, Weizen,Mehl, Gold, Kupfer, Blei, Zinn, Vieh, Fleisch, Talg, Häute.
Doch darf diesen so günstigen materiellen Verhältnissengegenüber nicht verschwiegen werden, dass sämmtliche austra-lische Colonien unter dem Drucke der grossen Staatsschulden-last (einschliesslich Tasmanien 1886/7 nicht weniger als 122 Mil-lionen Pfund Sterlingoder 2934 Million. Mark)gegenwärtig finanzielldarniederliegen.
Politische Eintheilung.
Im Jahre 1770 betratCook den australischenContinent und erforsch-te seine Küsten. Seitdembetrachtete sich Eng-land, dem Entdeckungs-recht gemäss, als denHerrn des Landes undbegann 1788 mit derprobeweisen Colonisi-rung. Gegenwärtig zähltdas australische Fest-land fünf Colonien,welche von einander un-abhängig sind und dasRecht der Selbstverwal-tung besitzen. Jede Co-lonie hat ihr Parlament;als Repräsentant desMutterlandes fungirt einGouverneur ohne Re-gierungsbefugnisse. —
Die fünf Colonien sind:
Neusüdwales, Victo-ria, Südaustralien,
Queensland U. West-
Flächeninhalt: 227.610 Quadratkilometer; Bewohnerzahl (1886): 1,001.756. Die Colonienimmt die südlichste Ecke des Continents ein und ist die kleinste unter allen australischen Colonien,aber noch immer das wichtigste Goldland, wenn auch die Ausbeute sehr ab-genommen hat. Ausserdem sind Viehzucht und Ackerbau von Belang. DasKlima ist sehr gesund.
Melbourne (365.000 Einwohner), Australiens volksreichsteStadt (erst 1837 gegründet), am Port Phillip gelegen und übersieben Hügel ausgebreitet, eine Stadt von durchwegs modernemGepräge, aber von weniger grossstädtischem Anstrich als Sydney.Auffallend sind die vielen und schönen Kirchen. Bemerkenswerthist das Rathhaus, welches eine der schönsten Orgeln der Weltbesitzt. — Die Stadt, welche eine Universität, aber wenig hervor-ragende wissenschaftliche Anstalten besitzt, liegt 2 Kilometervom Meere — wo sich das Hafenstädtchen Sandrige befindet —entfernt und ist mit diesem durch eine Eisenbahn verbunden.
Geelong (21.000 Einwohner), an der Coriobay (im Hafen Phillip) gelegen,der Hafenort für ausgedehnte Ackerbau- und Weidedistricte. — Sand hurst (40.000
M
Sydney.