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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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Amerika. — Allgemeine Uebersicht.

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Der Nevadafall im Yosemitethal.

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Bezug auf die Niederschläge sind die Ostküsten regen-reicher. Die grösste Regenmenge weist Guyana mit 3500 Milli-meter auf.

6. Die regenlose Provinz an der pacifischen Küste.Sie reicht von der äussersten Westspitze von Südamerika, derPunta Parina, im 4 0 Südbreite bis zum 28° Südbreite. DieUrsache der Regenlosigkeit wird dahin erklärt, dass der kalteperuanische Meeresstrom über dem Meere einen starken Luft-druck bewirkt, während die Höhe der Anden einen Austauschzwischen der schweren Seeluft und der leichteren über demFestlande verhindert. Der kalte Meeresstrom ist auch auf dieTemperatur von grossem Einflüsse. Lima hat eine mittlereTemperatur des Jahres von 22*8° C. (des Juli — südlicherWinter — von 17*6°, des Februar — südlicher Sommer —von2g- 4 « Q.

7. Die südliche gemässigte Zone. Sie umfasst das süd-liche Drittel von Südamerika und besitzt ein ausgesprochenesSeeklima, besonders sehr milde Winter. In Valparaiso beträgtdie mittlere Temperatur des Jahres 14*1° C., des kältesten Mo-nates (Juli) ii* 4° C., des wärmsten Monates (Januar) i7'3° C.;in Buenos Aires: 17‘2°, beziehungsweise 10*4° und 24*3° C. —Ganz wie in Britisch-Columbien laden auch an der Westküstedes gemässigten Südamerika die Westwinde an den steilenGehängen der Berge reichliche Niederschläge ab. Die Regen-menge an der Westküste von Patagonien erreicht 2500 Milli-meter.

Florengebiete. Von den 24 Florengebieten der Erde ge-hören 13 zu Amerika, und zwar:

1. Das arktische Gebiet. Es umfasst das nördliche Dritteldes Territoriums von Alaska, den arktischen Küstenrand vonBritisch-Amerika bis etwa zum 6o° Nordbreite (in der Hudson-bai) und das nördliche Drittel der Halbinsel von Labrador.

Die arktischen Strecken von Alaska und Britisch-Nordamerika sind mit Moosund Filz überzogene Moraststeppen, gleich den sibirischen Tundren. Die Nord-kiiste von Labrador ist völlig starr und öde. Wenn man aber den Flüssen aufwärtsfolgt, so mindert sich die Oede. Das Pflanzenleben wagt sich wieder hervor und angeschützten Stellen erreichen die Gehölze eine leidliche Höhe. Sowie man sich abervon ihren Ufern entfernt, vermindert sich der Baumwuchs. Unter der Moos decke,die fast alles Land bedeckt, findet man hellen Quarzsand. In dieses Erdreich schlagendie rothe Sprossentanne und der Wachholder Wurzel.

2. Das nordamerikanische Waldgebiet. Es reicht ander atlantischen Seite vom 58° Nordbreite bis zur Südspitzevon Florida, auf der pacifischen vom Beringmeere bis zumColumbia, binnenwärts bis zum 100. Meridian. Die Vegetations-form und die charakteristischen Pflanzengruppen Nordamerikassind den europäischen und nordasiatischen so ähnlich, dasseine Sonderbeschreibung derselben unnöthig ist. Im Waldherrschen Eichen, Ulmen, Ahorn, Birken, Linden, Espenund 50 Arten Nadelhölzer vor. An mittelmeerische P'ormenerinnern Thujen und Cypressen, ferner, durch massenhaftgeselliges Auftreten, Cedern. Von Norden nach Süden folgenNadelwald und Laubwald aufeinander wie bei uns; aber demletzteren mischen sich schon in gemässigter Breite immer-grüne Laubbäume in grosser Zahl bei. Manche Arten bringeneinen subtropischen Zug in diesen Wald. — Wald- und Torf-wiesen unterbrechen wie bei uns den Wald, der aber in derSteppengegend in lichte, parkartige Haine sich auflöst. Jenseitsdes 35 0 erlangen die Wälder oft tropische Dichtigkeit. In denAlleghanies von Nordcarolina liegt die Waldgrenze bei2000 Meter.

3. Das nordamerikanische Steppengebiet, ostwärtsbis zum 106. Meridian, nordwärts bis zum 50° Nordbreite undzum Columbia, südwärts bis an den Golf von Mexico und denWendekreis sich erstreckend, und im Westen von der SierraNevada und dem Golfe von Californien begrenzt. Der Pflanzen-wuchs der Prairie besteht vorwiegend aus Kräutern; Bäumeund Sträucher treten nur unter besonderen Bedingungen, aberauch dann nur in zerstreuten Gruppen oder einzeln auf. DerWiesencharakter waltet unbedingt vor. In den tieferen Theilenist der Graswuchs hoch; je höher und trockener die Prairie,desto dichter und verflochtener der Rasen. — Ungefähr beim100. Meridian geht aus der Prairie durch allmähliche Verdrän-gung der Gräser und Wiesenkräuter und deren Ersatz durcheine entschiedene und eigenthümliche Heideflora die Steppehervor. — Mit den Steppen durch zahlreiche Uebergänge ver-bunden und räumlich von ihnen umschlossen, erscheinen alsderen letzte und unfruchtbarste Form die Wüsten.

Man unterscheidet (nach Löw) dreierlei Formen von der Steppe bis zurWüste: 1. Steppen, mit Gras bedeckte baumlose Ebenen — Nebrasca, Dacota, West-Kansas, Ost-Colorado; 2. Halbwüsten, baumlos, mit wenigem Gras oder graslos,aber mit niedrigem Gebüsch bewachsen — Nevada, Utah, Wyoming, Nordwest-Texas,West-Indianerterritorium, Neu-Mexico; 3. echte Wüsten mit äusserst spärlicher,streckenweise gar keiner Vegetation —Mohave Desert in Californien, Gila Desertim südwestlichen Arizona, Painted Desert im nördlichen Arizona und südlichenUtah . . . „Die bedeutendste der nordamerikanischen Wüsten ist die Mohave Desert,die eine Fläche von etwa 125.000 Quadratkilometern bedeckt. Als Wüstengebiete sindauch beträchtliche Theile der zahlreichen abflusslosen Becken, welche die Hochebenedes Inneren umschliesst, in Colorado, Utah, Neu-Mexico, Californien, Texas und

Diese auffälligen klimatischen Verhältnisse rühren von der ungleichenVertheilung der Festlandsmassen zu beiden Seiten des Aequators her. Gegenden Nordpol rücken die Continente in Breiten vor, in welchen man auf dercorrespondirenden südlichen Hemisphäre nur die weiten Flächen des Oceansantrifft. Das Missverhältniss in der Land- und Wasservertheilung zu beidenSeiten des Aequators bedingt unmittelbar die klimatischen Unterschiede aufbeiden Erdhälften. Es ist berechnet worden, dass die mittlere Jahrestempe-ratur der nördlichen Halbkugel 1 5 * 5 ° C-» die der südlichen aber nur 13*6° C.beträgt. Durch das Ueberwiegen des Landes in der nördlichen Erdhälfte ge-staltet sich das Klima daselbst zu einem continentalen, während die süd-liche Erdhälfte ganz vorzugsweise ein Seeklima besitzt.

Dies wird hauptsächlich dadurch bedingt, dass — wie leicht nach-weisbar — jeder Grad Wasserwärme eine viermal so grosse erwärmendeKraft besitzt, wie beispielsweise 1° Sandwärme. Bringt man nämlich zu einemPfund Wasser von 15 0 Wärme ein Pfund Sand von 25 0 Wärme und rührtdas Ganze gehörig durch, so steigert sich hier die Wärme nur bis 17 0 C. Eshaben also 8° Wärme des Sandes nur 2° Wärme des Wassers bewirkenkönnen. Stellt man den Versuch umgekehrt als Rückprobe an, d. h. mengtman 1 Pfund Wasser von 25 0 mit einem Pfund Sand von 15 0 , so nimmt dasGanze eine Temperatur von 23° an, woraus folgt, dass 2° Wasserwärme aus-reichen, den Sand um 8° zu erwärmen. Ständen also Wasser und Sand, beisonst gleichen Umständen, unter demselben Temperatureinflüsse, so würde indemselben Zeitabschnitte das Wasser nur den vierten Theil der Wärme auf-nehmen, die der Sand aufnimmt; dagegen, bei wärmeverzehrenden Einflüssen,gegenüber dem Sande, nur ein Viertel der Wärme einbüssen. — Auf diesenThatsachen beruht bekanntlich das sogenannte „Gesetz der Wärmecapacität”.

Pampaslandschaft.