Amerika. — Allgemeine Uebersicht.
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Araucarienwald,
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Üärt:
Ren, Lemming, Vielfrass; hoch im Norden Eisbär undEisfuchs.
II. Das neotropische Reich mit den Provinzen:
1. Brasilianische Provinz. Sie umschliesst dietropischen Waldregionen Südamerikas. Als Charakter-formen sind hervorzuheben: die Hapaliden, die OtterPteronura, der Süsswasserdelphin Inia, Tapirus, das Ca-pytara, der grosse Ameisenfresser, der Regenschirmvogel,Bartcolibri, Trompetenvogel.
2. Chilenische Provinz. Umfasst den gemässigtenTheil von Südamerika vom Feuerland bis zum La Plata.Charakterformen: Chinchilla, Viscacha, Llama und Alpaca,Brillenbär, Gürtelthür, amerikanischer Strauss (Rhea). Auf-fallend ist die geringe Zahl der Schmetterlinge (80 Arten).
3. Mexicanische Provinz. Von Panama bis zurNordgrenze des Reiches (dem Wendekreis). Charakter-formen: Tapir, Elasmognatus, Waschbär, Bassari, Nasen-bär, Baumstachelschwein, Gürtelthier, Tatusia, Didelphys.
4. Westindische Provinz. Arm an Säugethieren,von denen alle Affen, Raubthiere, Hufthiere und Eden-taten fehlen. Stark vertreten die Fledermäuse, Nager undAgutas (Solenodon), eine eigenthümliche Gattung derInsectenfresser, Plattschnäbel (Todidae). Die Klapperschlangenfehlen. Die Insectenfauna scheint arm zu sein. Ausserordentlichreich ist dagegen die Fauna der Landschnecken.
An der Meeresfauna Amerikas haben der Atlantische und der Grosse Oceanund das nördliche Eismeer An theil. Das letztere ist das Reich der Meersäug e-thiere (Robben und Wale, 'Walross und Narwal). Unter den Fischen sind vor-zugsweise die Skorpionenfische und Lachse zahlreich. Die häufigen Schellfische(Kabeljau) erreichen jedoch erst im nördlichen Theile des Atlantischen Oceans ihregrösste Verbreitung. Unter den Krustenthieren sind besonders die Kehlfuss-krebse häufig. — Im nördlichen Atlantischen Ocean sind überall Seehunde undDelphine. Die herrschenden Fischformen sind Kabeljau, Seebarsche, Meerbrassen.Aale, Haie und Rochen sind häufig. An den amerikanischen Küsten des nördlichenGrossen Oceans kommen Seeotter und Seelöwe vor; unter den Fischen sind diePanzerwangen vorherrschend. Robben kommen an der Küste von Californienvor, Riesenschildkröten auf den Galapagosinseln. Längs der Küste von Chilestreicht der Spermwal.
Von grösster wirthschaftlicher Bedeutung ist zuvörderst der Walfang. Dieamerikanische Walerei geniesst einen alten Ruf. Im Jahre 1835 fingen die Ameri-kaner auf den Gründen von Kadjak im Beringmeer den ersten „rechten Wal” (thefirst right whale). Die Blütheepoche der amerikanischen Walerei fällt in den Zeit-abschnitt von 1846 bis 1854. Damals standen über 650 grosse Fahrzeuge in See unddas Erträgniss der Beute warf im Jahre durchschnittlich 11 Millionen Dollars ab.Seitdem ist das Erträgniss erheblich zurückgegangen und 1868 betrug es nur mehrdie Hälfte der obigen Summe. Die amerikanischen Walfänger durchstreifen denganzen Grossen Ocean von der Beringstrasse bis nach Feuerland. Ihre Stationenhaben sie an der Küste von Chile, Californien und an der Landenge von Panama.Im nördlichen Grossen Ocean wird der Walfang derzeit in der Beringstrasse, inder Kadjak- und Bristolbai betrieben. In den letzten Jahren zählte man 660 Wal-fänger mit zusammen über 200.000 Tonnen Gehalt und 16.000 Mann Besatzung.
Von ebenso grosser Bedeutung als derFang des Wales ist der des Kabeljau. DieBank von Neufundland ist der grösste Fischerei-grund in allen Oceanen. Zur Laichzeit findensich in den seichten G ewässern der Neufundland-bank ungeheure Massen von Fischen ein. Siebilden förmliche Bänke von 600 bis 700 Kilo-metern Länge und 200 bis 300 KilometernBreite, bei einer Tiefe von I Meter. In dieserZeit finden sich oft 3000 amerikanische Schiffeein, mit 40.000 Matrosen und Fischern, undjedes Schiff bringt durchschnittlich 40.000 Kabel-jaus heim. Das giebt zusammen eine Beute vonungefähr 1200 Millionen Kilogramm.
Auf gleicher Höhe des wirthschaftlichenNutzens steht der Fang der Auster. Die jähr-liche Beute beläuft sich auf circa 4000 MillionenStück, welche einen Ertrag von 43 MillionenGulden liefern. Der wichtigste Austerngrundbefindet sich in der Chesapeakebai. Man zählthier bei 4000 Austernboote, von denen jedestäglich an 400.000 Austern erbeutet. In New-York existiren circa 8000 Austernlocale, welche20.000 Menschen beschäftigen. Der täglicheConsum beläuft sich (in New-York allein) aut1 Million Stück Austern. In Baltimore bringen1000 Schiffe circa 11 Millionen Fässer Austernjährlich ein und erzielen damit einen Gewinnvon 11 bis 15 Millionen Dollars.
Nicht minder einträglich ist der Fang desLachses. Er ist von den Kurilen an längsdes ganzen Oceanstriches über die Aleutennach Alaska und längs der nordamerikanischenKüste bis zur Mündung des Columbiaflusseseinheimisch. Am ausgiebigsten wird die Fischereides Lachses in der Nähe von Sitka betrieben.
Von hier werden allein nach den Sandwich-inseln jährlich an 150.000 bis 200.000 Lachseausgeführt. — Ein wahres Fischer-Eldorado istdie Mündung des Yukon (Territorium Alaska).
Auf diesem Strome verkehren ganze Flottenvon Kähnen, denn die Bewohner sind fast aus-
schliesslich auf die Meeresproducte angewiesen. — Auf den Aleuten wird namentlichdie Jagd auf Seeottern in umfangreichem Maasse betrieben.
Von den Seesäugethieren ist noch die Lamantin (Seekuh) zu erwähnen,weiche noch hie und da im Caribischen Meere gefangen -wird, doch ist sie fast aus-gerottet. Vollends verschwunden ist das der Seekuh verwandte Borkenthier, welchesfrüher im Beringmeer unsinnig verfolgt wurde. Auch die barbarischen Massenmordeder Robben (1871 wurden in der Bucht von Neufundland allein 600.000 Thiereerschlagen!) hat die Jagd auf dieselben unrentabel gemacht.
Zuletzt gedenken wir noch der Perlauster, welche an der ganzen Küsten-strecke von Rhode Island bis Siid-Carolina gefischt wird. Bedeutender ist die Aus-beute im Golfe von Mexico (an den Bänken bei Florida) und im Golfe von Cali-fornien.
Die Völker Amerikas.
Im Verhältnisse zu den anderen Erdtheilen (Australienausgenommen) zeigt Amerika ein fast dürftiges ethnographi-sches Bild. Von der herrschenden mittelländischen Rasseist die Urbevölkerung — welche ohnedies nur zwei Rassenangehört — fast gänzlich verdrängt. Die autochthonen Völker-schaften sind theils Arktiker, theils sogenannte „amerika-nische Naturvölker”. — Im Nachfolgenden ist eine übersicht-liche Darstellung der ethnischen Verhältnisse Amerikas (nachFr. Müller) gegeben.
A. Einheimische Völker:
I. Arktiker (Hyperboreer). Zudieser Rasse zählen die Völkerdes nordwestlichsten Amerika. Manunterscheidet:
1. Innuit (Eskimo). Zu ihnengehören die eigentlichen Eskimo undeine Anzahl von Stämmen, welchelängs der Küste vom Mount Eliasan der Nordwestküste von Amerikaim Süden bis zur Kotzebuebucht imNorden wohnen. Die Zahl dieserStämme ist gross. Die wichtigstensind: die Konjagen, welche dengrössten Theil von Alaska bewohnen;die Aglegmiut, an der Nordseitevon Alaska; die Magemiut, an derYukonmündung; die Jakutat, anderKüste südöstlich vom Mount Elias.
Die eigentlichen Eskimo bewohnen denhöchsten Norden Amerikas, und zwar nur denKüstenstrich. Das Felsengebirge scheidet sie inzwei grosse Abtheilungen, welche dialektischverschiedene Sprachen reden. Die Eskimo nennensich selbst „Innuit”, d. i. „Menschen”. Die Fragenach der Herkunft dieser arktischen Bewohner,
welche sich in zwei Familien (die östliche _
auf Grönland — und die westliche — die ame-rikanische) scheiden, hat die Gelehrten vielfachbeschäftigt, ohne dass sie eine befriedigendeLösung gefunden hätte, doch dürfte die Ansichtvon dem asiatischen Ursprung der Innuit jetztwohl die allgemeinere sein. Zur Zeit des Nor-mannenbesuches Amerikas (um 1000 n. Chr.)sassen die Innuit noch ziemlich weit südlich ander atlantischen Küste und liessen sich am An-fänge des vorigen Jahrhunderts noch gelegentlich
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Der „Sumaumeira”.
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