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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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3°8

Amerika. — Allgemeine Uebersicht.

auf Neufundland sehen. Nach Grönland sindsie erst in der Mitte des 14. Jahrhunderts ein-gewandert. Im Grossen und Ganzen sind diewestlichen Eskimo weniger bekannt als ihre öst-lichen Stammesbrüder. Die Konjagen, unterwelchem Namen englische Ethnologen mitunteralle Eskimo Nordwestamerikas zusammenfassen,sind zwar Christen dem Namen nach, wissenaber von der russisch-griechischen Religion kaumetwas mehr als das Zeichen des Kreuzes.

2. Aleuten, Sie sind die Bewoh-ner der nach ihnen benannten vulca-nischen Inselreihe, welche von derHalbinsel Alaska im Bogen bis indie Nähe von Kamtschatka sich er-streckt. Die Aleuten werden mit-unter als mit den Eskimo eng ver-wandt gehalten, doch hat O. Pescheibetont, dass die Aleuten ein mongo-lischer, mit den Eskimo blos durcheine Anzahl gemeinsamer Wörterverknüpfter Menschenschlag seien.

Die Aleuten, deren Gesammtzahlzwischen 4000 und 10.000 angegebenwird, zerfallen in zwei Stämme: dieAtka und die Unalaska. Anfangssiedelte der erstgenannte Stammhauptsächlich im westlichen, derzweitgenannte Stamm im östlichenTheile der Inselkette, doch habensie sich durch Wanderungen starkmiteinander vermischt. Auch vielRussisches haben sie in sich auf-genommen.

Die Aleuten leben ausschliesslich vomFischfang. Das Boot ist des Aleuten zweitesHaus. In diesem Boote findet nur ein MenschPlatz, ss ist sehr leicht und lang, besteht aus einem sorgsam ausgehöhlten Baume,mit sehr dünnen Wänden, die auf allen Seiten mit Seehundsfellen überzogen sind.Der Aleute setzt sich in die in der Mitte angebrachte Oeffnung, so dass sie seinenKörper eng umschliesst und nur der Oberkörper des kühnen Fischers sichtbar ist.In Folge dieser einfachen, sehr praktischen Bauart kann kein Wasser in das Booteindringen, wie hoch auch die See gehen möge. Das Fahrzeug mit einem leichtenDoppelruder lenkend, seine Waffen und sein Fischfanggeräth vor sich haltend,durchschneidet der Aleute die Wogen mit grosser Geschicklichkeit. Ausser diesenBooten giebt es Familienboote, Welche mehrere Sitzlöcher besitzen.

Ueber den Fischereibetrieb der Aleuten giebt uns eine lehrreiche MonographieP. Fuchs’ interessante Aufschlüsse, welchen wir hier im Allgemeinen folgen. DieFischerei im grösseren Stile beginnt im April. Mehrere hundert „Baidaren” (Booteder vorbeschriebenen Art) stechen zu gleicher Zeit in See, wobei sie sich in Gruppenvon 20 bis 30 Booten theilen. Jede Gruppe bildet eine gerade Linie und hält sich

Lamantin (Seekuh).

Riesenschildkröten auf den Galapagosmseln.

rikanischen Rasse ge-hören. Wir führen sie,ohne in die Neben-eintheilung in Stäm-me näher einzugehen,nachfolgend in Kürzean:

1. Die Kenaivölker, in ein-zelnen Gebieten des äusser-sten Nordwestens von Ame-rika, namentlich am Yukon-flusse und zwischen diesemund dem Kupferminenflusse.

2. DieAthapasken(von denEngländernChippeways ge-nannt), vom Ausflusse desMackenzie im Westen bis zumAusflusse des Churchill imOsten. Sporadisch reicht die-ser grosse Indianerstamm imSüden bis zum Rio Grandedel Norte.

3. Der Algonkinstamm, öst-lich und südöstlich von denAthapasken, bis zum CapHatteras.

4. Die Irokesen. Gegen-wärtig fast gänzlich ausge-rottet, lebte dieser Indianer-stamm vormals um den Onta-rio-, Erie- und Champlainseeherum.

5. Die Dakota, westlichund südlich von den Algon-kin, im Westen bis zum Fel-sengebirge, im Süden bis zumArkansasfluss. Sie werden vonmanchen auch Sioux oderNa-dowessier genannt.

in einer gewissen Entfernung von der anderen.Sobald sich der Kopf einer Seeotter zeigt, pfeiftein Pfeil durch die Luft, das Boot, welcheszuerst das Thier bemerkt hat, folgt demselben,die anderen bilden einen Kreis, dessen Mittel-punkt ersteres bildet. Zeigt sich der Kopf aufsneue, so pfeifen jetzt mehrere Pfeile und baldwird das Thier aus dem Wasser gezogen.

Der Aleute fürchtet sich nicht, selbstbei schwerem Sturmwetter in die hohe Seestechen. Ist er gezwungen, die Otter auf einerder unbewohnten Felsinseln aufzusuchen, sobedient er sich eines Bootes mit zwei Sitz-löchern. Hat das Boot an die Küste beigedreht,so wartet einer der Jäger den Wogenschlag abund springt, die Flinte in der Hand, im ge-eigneten Augenblicke ans Ufer. Es gehört hierzueine mehr als gewöhnliche Geschicklichkeit, umim Sprunge nicht von den glatten, nassen Felsenabzugleiten und ins Meer zu fallen oder anjenen zu zerschellen . . . Bei der Rückkehr insBoot erwartet den Jäger eine nicht mindere Ge-fahr: wie leicht ist es — mit der einen Handdas getödtete Thier, mit der anderen die Flintehaltend — auszugleiten, wenn er den günstigenAugenblick abwartet, um in das Boot, welcheszu seinen Füssen von den Wogen wild umher-geschleudert wird, zurückzuspringen. Gleichwohlist es unerhört, dass ein Aleute gelegentlichsolcher Springgymnastik verunglückt.

Die grösste Kühnheit und Kaltblütigkeitbetliätigt der Aleute auf der Waljagd. Er ziehtganz allein aus und kreuzt so lange auf demMeere, bis er den Kopf des Wal vor sich be-kommt. Alsdann bohrt er ihm den Speer unterdie linke Flossfeder und rudert eiligst zurück,denn mit einem einzigen Schwanzschlage kanndas Thier nicht allein eine Baidara, sondern eineganze Flottille solcher Fahrzeuge zerschmettern.Der Speer trägt ein Zeichen mit dem Namendes Besitzers, und wo auch der todte Wal strandet,immer gehört er dem Jäger, der ihm den Todes-stoss beigebracht hat.

II. Amerikaner. Die amerikanische Rasse (früher die„rothe” Rasse genannt) wird insoferne nur bedingungsweiseals autochthon angesehen, als sie möglicherweise in unvordenk-licher Zeit aus Asien eingewandert sein könnte. Wenn dem sosei, müsse (nach Fr. Müller) der rothe Mensch bei seiner Ein-wanderung aus Asien nach Amerika selbst von den einfachstenCulturelementen noch keine Ahnung gehabt haben. Jene Cultur,welche man bei der Entdeckung Amerikas bei einigen Völkern(Mexicanern, Peruanern) vorfand, könne sich nur selbständigerzeugt und entwickelt haben.

Friedrich Müller unterscheidet 28 Völker, welche zur ame-

Iudianer des Nordwestterritoriums.