Weltverkehr. — A. Die Rohproducte des Welthandels.
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ausgebeutet ; soweit es sichum den Export handelt. ImGrossen und Ganzen sind dienordischen Länder waldrei-cher als die südlichen. Dienachfolgende Tabelle giebteinen Ueberblick über dieWaldbedeckung der ein-zelnen Länder Europas undder Vereinigten Staaten vonAmerika in Procenten derGesammtbodenfläche.
Belgien.15-1
Dänemark.4*6
Deutsches Reich.25*7
Frankreich.15*8
Griechenland.9*3
Grossbritannien.3*6
Italien.15*7
Niederlande.6*5
Oesterreich-Ungarn.31*4
(Bosnien).44*6
Portugal.8*0
Rumänien.i6'9
Russland.38*0
(Finnland).37*1
Schweden.37*8
Norwegen.24*0
Schweiz.18*7
Serbien.49*9
Einen
Theekarawane in Kjachta.
Spanien.20*8
Vereinigte Staaten von Amerika
circa.25*0
wichtigen Handelsartikel bilden die Edelhölzer— Mahagoni (Mexico ; Haiti); Ebenholz (Südafrika; Ceylon)etc. — und die Farbhölzer: „das Blauholz” (Campecheholz) ausMittelamerika; das „Rothholz” (Brasilholz) aus Brasilien; und das„Gelbholz”. Alle diese Hölzer kommen in mehr oder mindergrossen Mengen nach Europa.
d) Nutzpflanzen für die Industrie. Die wichtigsteGruppe derselben sind die Gespinnstpflanzen ; unter welchendie Baumwolle obenan steht. Der grösste Baumwollproducentist die Union. Im Jahre 1887 repräsentirte die Baumwollausfuhreinen Werth von 865 Millionen Mark; ausserdem wurden indemselben Jahre Baumwollwaaren im Werthe von 62*6 Mil-lionen Mark ausgeführt. In zweiter Reihe steht Britisch-indien; welches im Jahre 1887 für 348*6 Millionen Mark Baum-wolle exportirte. Der grösste Baumwollconsument ist Gross-britannien (1887 für 1217*2 Millionen Mark!). Der Werth deraus dem Rohstoffe erzeugten und zur Ausfuhr gebrachtenBaumwollwaaren betrug 1887 412 Millionen Mark; der Baum-wollgarne 232*5 Millionen Mark.
Ausser den genannten Hauptproducenten sind noch zunennen: Brasilien (14*8 Millionen Mark Ausfuhr); Aegypten(1886 1477 Millionen Mark Ausfuhr) und Westindien ... Im
deutschen Zollgebiet werdenjährlich für circa 190 Mil-lionen Mark Baumwolle ein-geführt. Die Gesammtein-fuhr nach Europa beziffertsich auf rund 1270 MillionenKilogramm. Die Betheiligungder Länder Europas an derBaumwollindustrie prägt sichin der Gesammtzahl von rund65 Millionen Spindeln aus.
Andere Gespinnst-Stoffe von mehr oder we-niger grosser Bedeutung fürden Welthandel sind: dieJutefaser (Ostindien); derManilahanf; der neusee-ländische Flachs, der ge-meine Flachs; derHanf unddas HalfagraS; welch letz-teres neuerdings in grössererMenge zur Papierfabrikationverwendet wird.
Zu industriellen Zweckengelangen ferner zur Verwendung: Oele, und zwar Olivenöl(aus den Mittelmeerländern); ferner Rüböl (Europa); Sesamöl(Mittelmeerländer und Ostindien); Kokosöl (Tropenländer);Palmöl (Westafrika); Terpentinöl (Union und Nordeuropa);Kautschuk (Mittelamerika; Hinterindien; Westafrika); Harze undGummi (letzteres hauptsächlich aus Nordafrika); Holztheer undPech (hauptsächlich Russland).
Die wichtigste Farbpflanze ist der Indigo (Ostindien; SanSalvador, Manila.)
Torpedirung einer Petroleumquelle.
2800 Locomotiven. Die denarbeitenden Dampfmaschinengleichartige Kraft stellt dar:in denVereinigten Staatenvon Amerika 7*5 Millionen,in England 7 Millionen, inDeutschland 4*5 Millionen,in Frankreich 3*0 Millionen,in Oesterreich-Ungarn 1*5Millionen Pferdekräfte. Die Zahlaller Locomotiven auf der Erdebeträgt 105.000 mit einer Ge-sammtenergie von 3 MillionenPferdekräften. Wird dieser Be-trag zu den anderen Kräftenhinzugezählt, so erhalten wirdie Summe von 46 MillionenPferdekräften. Eine „Dampf-pferdekraft” ist gleich der Kraftvon drei wirklichen Pferde-kräften; ein lebendes Pferd istaber in dieser Beziehung gleichsieben Menschen. Die Dampf-maschinen der ganzen Weltstellen folglich annäherungs-weise einen Kraftverbrauch von1000 Millionen Menschen dar,oder mehr als das Doppelteder arbeitenden Bevölkerung,welche auf der ganzen Erdewohnt. Da die Gesammtzahl derletzteren rund 1460 Millionenbeträgt, hat demgemäss derDampf die menschliche Arbeits-kraft verdreifacht; er hat denMenschen in den Stand gesetzt,mit seiner körperlichen Kraft zusparen und sich mit seiner gei-stigen Entwickelung zu befassen.
III. Die Nutzung der Mineralien.
Das wichtigste Product aus dem Mineralreich ist die Stein-kohle; der allein die grossartige Entwickelung der Dampfkraftzu verdanken ist. In England allein werden jährlich circa 160Milliarden Kilogramm Steinkohlen ausgebeutet. England trägtaber nur etwa zwei Fünftel zur Kohlenmenge bei; die heutejährlich auf der ganzen Erde gewonnen und verbraucht wird.
Zieht man nur die zu maschinellen Zwecken verwendete Kohle in Betracht, sosind nachfolgende Daten von Interesse. Nach einer Zusammenstellung des statistischenBureaus in Berlin (1888) besitzt Frankreich 49.500 stabile oder Locomobilkessel,7000 Locomotiven und 1850 Schiffskessel; Deutschland hat 59.000 Kessel, 10.000Locomotiven und 1700 Schiffskessel; Oesterreich-Ungarn 12.000 Kessel und
Zollamt in New-York.
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