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Die Erde in Karten und Bildern : Handatlas in 63 Karten nebst 125 Bogen Text mit 1000 Illustrationen / unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von der Verlagshandlung ; Karten-Gravure und -Druck von G. Freytag & Berndt
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Weltverkehr. — B. Die Verkehrsmittel zu Land.

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Rechtswegen zukommt. Die Panamabahn ist 76 Kilometer lang und verbindetAspinwall am Atlantischen Ocean mit Panama am Grossen Ocean. Nach Fertig-stellung des maritimen Canals wird die Bahn wahrscheinlich eingehen. Den Rück-gang der Verkehrsbewegung auf dieser Bahn beleuchten am besten die nachfolgendenZiffern. Es betrug:

im Jahre die Personenfrequenz die Güterfrequenz

1869 . . . 26.853 ... im Werthe von 70*2 Mill. Pfd. Sterling

1879 • • • 4-469 • • • n v n 4*9 r> n n

Auf den Westindischen Inseln haben die Eisenbahnender Natur der Sache nach nur locale Bedeutung. Im Jahre 1885besass das entwickeltste Netz die Insel Cuba mit 1731 Kilo-meter.

d) Die Eisenbahnen Südamerikas. Mit Ausnahme der Eisen-bahnen von Brasilien und Argentinien sind die übrigen Schie-nenwege Südamerikas weit mehr hervorragend durch ihregrossartige technische Anlage, als durch ihren ökonomischenNutzen. Dies gilt in erster Linie von den Gebirgsbahnen Perus.Die eine dieser Linien, welche Lima mit Oroya verbindet,überwindet bei einer Länge von nur 200 Kilometer eine Niveau-differenz von 4769 Meter! So hoch — fast in gleicher Höhemit der Mont Blancspitze — liegt nämlich der Scheitelpunktdieser Bahn. Die Zahl der Tunnels (einschliesslich des Scheitel-tunnels La Galera) beträgt 61; zum Theil bedeutender nochsind die Brückenbauten. Ein Wunderwerk in seiner Art ist derVarrugas-Viaduct, eine der grossartigsten Eisenbahnbrückenauf der Erde. — Die zweite peruanische Gebirgsbahn ist dieLinie Mollendo-Puno-Santa Rosa, welche am Titicacaseeeine Höhe von 4580 Meter Seehöhe erreicht.

Diese Gebirgsbahnen sollen bis zum Ucayali, beziehungs-weise dem Madeira — den wichtigsten Nebenflüssen des Ama-zonas in dessen oberem Stromgebiete — verlängert werden,wodurch diesen Linien eine grössere ökonomische Bedeutungzukommen würde. . . . Chile besass im Jahre 1887 bereits2548 Kilometer Eisenbahnen, Argentina 6648, Brasilienvollends 7929 Kilometer. Eine interoceanische Verbindung überdie chilenischen Anden zwischen Valparaiso und Buenos Airesist der Verwirklichung sehr nahe gerückt. Für den Welthandelwäre diese Linie von nicht zu unterschätzender Bedeutung,wenn der Durchstich an der Landenge von Panama diese Be-deutung nicht paralysirte.

3. Die Eisenbahnen Asiens.

Auf asiatischem Boden ist das Eisenbahnwesen — vonBritisch-Vorderindien abgesehen — sehr wenig entwickelt. Dergrösste Theil des ungeheueren Gebietes hat entweder gar keineSchienenwege aufzuweisen, oder nur etwelche kurze Streckenvon einigen hundert Kilometern Länge. Es werden zwar schonseit Jahren grosse Projecte ventilirt, aber immer wieder derVerwirklichung entrückt. Einen ausgiebigen Schritt nach vor-wärts hat neuerdings Russland durch die Herstellung der Trans-kaspibahn gethan.

a) Die Eisenbahnen von Britisch indien. Die erste Eisenbahnin Vorderindien wurde 1853 eröffnet; im Jahre 1887 waren21.834 Kilometer im Betrieb. Neben einer grösseren Zahl vonNebenlinien sind vier Hauptlinien zu nennen: Bombay-Be-nares-Calcutta; Benares-Pischavar; Pischavar-Karratschi

Locomotive der Arth-Rigibahn.

fiimmnn

(Indusbahn) und Bombay-Madras. In technischer Beziehungbemerkenswerth ist die „Himälay ab ahn”, welche von Cal-cutta bis Dardscheling zieht und hierbei eine Niveaudiffe-renz von 7600 englischen Fuss zu überwinden hat . . . Auf Cey-lon ist die Gebirgsbahn (mit breiter Spur) zwischen Colombound Kandy auf Grund ihrer technischen Anlage hervorzuheben.

b) Die Eisenbahnen von Hinterindien. Im Jahre 1887 warenEisenbahnen im Betrieb: im britischen Malakka 35 Kilometer;in Cochinchina 144 Kilometer; in Annam 11 Kilometer; inTonking 255 Kilometer; in Niederländisch-Ostindien 945Kilometer; auf den Philippinen (1885) 448 Kilometer.

c) Die Eisenbahnen Japans hatten im Jahre 1888 eine Ge-sammtlänge von 935 Kilometer, wovon 500 Kilometer im Staats-betrieb standen.

d) China besitzt derzeit die 13 Kilometer lange Industrie-bahn im Kohlenrevier von Kaiping und die Linie Taku-Tientsin. Die vor einigen Jahren fertiggestellte und in Be-trieb gesetzte Bahnlinie Shanghai-Wusung musste in Folgedes unbesiegbaren Widerwillens der chinesischen Bevölkerungund der maassgebenden Kreise gegen Eisenbahnen wieder auf-gelassen werden. In neuester Zeit indess beobachten die herr-schenden Gewalten eine dem Eisenbahnwesen günstigere Hal-tung und es ist zu erwarten, dass in Kürze auch das chinesischeReich, das in manchen anderen Einrichtungen dem europäischenVorbilde sich bereits angeschlossen hat, auch den Widerstandgegen die Eisenbahnen aufgeben werde. . . Die von einigenSeiten lancirten grossen Ueberland-Schienenwege durch Chinasind über das Stadium akademischer Erörterungen nicht hinaus-gekommen und in Folge dessen ohne Werth.

e) Die Eisenbahnen von Russisch-Asien. Dieses Gebiet besitztderzeit zwei hochwichtige Linien: Die kaukasische Bahn zwi-schen Poti (Batum)-Baku, und die in ihrer ganzen Ausdehnung

erst im Mai 1888 fertiggestellte Transkaspische Bahn.

Eisenbahn in Brasilien.

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Die Transkaspische Bahn, welche von Uzun-Ada am Ostufer desKaspimeeres über Merw und Buchara nach Samarkand zieht, ist eine dergrossartigsten eisenbahntechnischen Leistungen unserer Zeit. Als Militärbahnim russischen Feldzuge gegen die Turkmenen im Jahre 1880 entstanden, wurdesie nach der freiwilligen Unterwerfung der Merw-Tekinen im Jahre 1884 vonKizil Arwat über Askabad und Merw zunächst bis Tscliardschui amAmu weiter geführt und am 1. December 1886 dem Verkehr übergeben. DieSchlussstrecke von Tschardschui über Buchara nach Samarkand wurde EndeMai 1888 fertig. Die Gesammtlänge der Bahn zwischen ihren Endpunkten beträgt1442*6 Kilometer (1352 Werst). Der Erbauer der Transkaspibahn ist der Ge-

neral Annenkow. Die Bahn durchläuft bis zum Amu 444 Werst wasserloseWüste, 160 Werst Steppe und Halbwüste und 493 Werst Culturland. Da dieTranskaspibahn unter Mithilfe von Militärkräften und von im niederen Lohnarbeitenden Turkmenen per Werst auf nur 32.000 Rubel zu stehen kam, istsie, trotz ihrer grossen politischen, militärischen und nicht zuletzt ökonomischenBedeutung, die billigste Bahn der Welt, soweit Hauptbahnen mit durch-gehendem Verkehr in Betracht kommen.

Der Transkaspibahn ebenbürtig an Bedeutung und Ausdehnung wird die,vorläufig freilich erst projectirte sogenannte Sibirische Pacificbahn sich erweisen.Sie soll, im Anschlüsse an das über das Uralgebirge bis Tjumen hinaus-reichende Eisenbahnnetz des europäischen Russland, Sibirien der Länge nachvon Westen nach Osten durchziehen. Ihre Länge beträgt (in abgerundeten Ziffern):

zwischen

Tjumen und Tomsk ....

circa

1300 Kilometer

n

Tomsk und Irkutsk ....

r>

1700

V

Irkutsk und Strjelka ....

r>

1300

„

.Strjelka und Ussuri ....

r>

1600 „

n

Ussuri und Wladiwostok .

r>

500

zusammen circa 6400 Kilometer.