462
Weltverkehr. — C. Die Seeschifffahrt.
Die Handelsflotten der Erde im Jahre 1887
(ohne die Fischerflottillen und Flussdampfschiffe).
Zahl der
Tonnen-
Dampf-
schiffe
allein
Tonnen-
Land
Seeschiffe
gehalt
gehalt
Aegypten (1886).
585
59-874
31
23.700
Argentina (1886).
460
21.000
27
7.800
Belgien.
67
86.837
55
86.837
Brasilien (1886).
190
61.300
82
32.300
Chile (1886).
China (Schiffe nach europäischer
173
77-285
37
18.525
Bauart, 1887).
54
30.654
38
25.692
(Dschonken).
ca. 8.000
616.000
—
—
Columbia (1886).
ca. 100
16.000
—
—
Congostaat (1886).
—
—
4 Post-dampfer
g Dampfer aufdem Congo
Dänemark.
3494
281.400
282
87.822
Deutsches Reich.
4.021
1,284.703
694
453.914
(Bremen).
360
334.007
117
II5.822
(Hamburg).
486
342.019
201
205.591
(Lübeck).
33
9-959
27
8.563
(Mecklenburg-Schwerin) ....
307
IOI.713
18
7.284
(Oldenburg).. .
3 i 7
84.528
8
4487
(Preussen).
2.518
412.417
323
II2.067
Frankreich.
I 5 . 35 I
993.291
95 i
5OO.484
(Französisches Amerika, 1886) .
141
10.300
1
700
(Tunis, 1886).
5
1.600
2
1.300
(Algerien, 1886).
177
5 - io o
21
1.200
Griechenland.
3.238
272.679
74
33-318
Grossbritannien.
22.815
7,361.818
6.653
3,965.302
(Malta).
203
19.488
30
4-329
(In den Colonien)..
14737
1,884.233
2.411
352.851
(Ostindien mit Ceylon) ....
366
64.125
60
13789
(Straitsettlements).
462
46.299
86
?
(Hongkong).
62
27.618
37
19.466
(In Shanghai).
59
16.362
20
?
(Britisch-Nordamerika) ....
7.009
1477.059
1.150
145.960
(Neufundland).
2.043
90.826
25
?
(Bermudas-Inseln).
24
3.644
p
?
(Britisch-Westindien) ....
1.076
55-352
26
6.407
(Britisch-Honduras).
169
4.195
1
?
(Britisch-Guyana).
141
6.623
1
?
(Falklandinseln).
8
902
1
159
(Britisch-Südafrika).
49
4.197
17
605
(Britisch-Oberguinea).
145
2.873
6
?
(Britisch-afrikanische Inseln) .
79
6.926
3
92
(Australien).
2.115
261.384
763
95-346
(Neuseeland).
57 i
94.195
168
?
(Tasmanien).
200
17424
28
?
Hawaii (1886).
58
13.529
15
?
Japan (1886).
17.241
357-300
461
59.613
Italien.
7.229
945.677
237
144.328
Marokko.
ca. 400
18.800
—
—
Mexico (1885).
57
26.355
13
I8.285
Montenegro (1886).
2
300
—
—
Niederlande (1886).
692
286.572
106
IO8.834
(Niederländisch-Ostindien, 1885) .
1-475
130.286
68
26.613
(Niederländisch-W estindien, 1886)
37
1.900
1
?
Oesterreich-Ungarn (1888).
2.152
269.663
159
95.510
Peru (1886).
3 8 .
26.500
6
4.9OO
Portugal (1886).
469
29.723
36
5.860
Rumänien (1886).
22
4-456
3
1.102
Russland (1884).
4790
500.554
379
99.214
(Finnland, 1886).
2.051
264.412
301
I 7.075
Schweden (1886).
4.084
535-211
921
H6.357
Norwegen (1887).
7444
1,524.076
562
II3-I35
Siam (1884).
45
16.000
3
996
Spanien (1886).
3463
454.900
345
244.5OO
(Cuba und Nebeninseln)
627
58.500
45
25.900
(Philippinen etc.).
793
56.100
52
I7.OOO
Tripolis.
110
6.000
—
—
Türkei (1886).
299
54-200
14
6.600
(Türkisch-Asien).
130
20.000
—
—
Venezuela (1883).
2.492
24.924
20
2.139
Vereinigte Staaten von Amerika
21.216 ;
3.712.875
5481
1,542.718
II. Hafenanlagen und Seebauten.
Die grossartige Entwickelung des Dampfbetriebes zur Seegab den Anstoss zu einer Reihe von Unternehmungen, die demSeeverkehr unmittelbar zugute kamen. Wie die technischenHilfswissenschaften mächtige Förderer des Eisenbahnwesenswurden, fiel ihnen diese Rolle auch in der Technik des See-verkehrs zu. So entstanden jene bewunderungswürdigen Hafen-
anlagen mit ihren Docksund Uferquais, mit ihrenmaschinellen Einrichtungenzur Befrachtung und Ent-frachtungder riesigenOcean-dampfer und anderen impo-nirendenVorkehrungen. Eingrosser Seehafen wie bei-spielsweise London,Liver-pool, Hamburg, Marseilleoder New-York giebt einüberwältigendes Bild vondem grossartigen Apparat,welcher heute dem Weltver-kehr dienstbar gemacht ist.
Diese Sachlage hat zu manchenhydrotechnischen Grossthaten den An-stoss gegeben. Von den weiter untenzur vSprache kommenden Seebautenabgesehen, ist eine der grösstenhydrotechnischen Leistungen die Er-weiterung des Hafens von New-York.Hier hatte der Ingenieur-Oberst JohnNewton das Felsenriff „HallentsPoint”von einem Rauminhalte von 50.584Kubikyards mittelst einer einzigenExplosion zerstört, nachdem er diesegewaltige Masse durch Galerien,.Schächte und Tunnels bienenwaben-artig zerlöchert und die 90 iibrig-gebliebenen Sicherheitspfeiler mittelsteines Systems von Minen in einemAugenblicke gesprengt hatte.
Die Hydrotechnik hat ferner bei der Regulirung grosser Ströme Triumpheerrungen, wobei es sich fast immer um Ueberwindung unsäglicher Schwierigkeitenhandelte. Besonders hervorzuheben sind die Regulirungen und Schiffbarmachung derMündungen des Mississippi, des Rhone und der Donau.
Von besonderer Wichtigkeit sind in den Seehäfen die Dockanlagen. Die her-vorragendsten Bauten dieser Art besitzt London in seinen „London-Docks’’, seinem„Victoria-Dock” und „Albert-Dock”. Die Wasserfläche aller Londoner Docks beträgtnicht weniger als 223*2 Hektaren, also zehnmal so viel wie die der drei prächtigenDocks zu Bremerhaven. Dazu gehören nicht weniger als 600 Hektaren Landfläche,welche mit Schienensträngen, Magazinen, Maschinenhäusern und anderen Hochbautenbedeckt sind. Die Zahl der in den Londoner Docks jährlich einlaufenden und aus-laufenden Seeschiffe beträgt über 50.000 ... In Liverpool beträgt die Wasser-fläche der Docks 2004*4 Hektaren ... In Deutschland befinden sich die grössten Dock-anlagen in Bremen und in Hamburg; in Frankreich in Le Havre, St. Nazaire,Bordeaux und Marseille; in Italien in Genua, Livorno und Venedig; inOesterreich-Ungarn in Triest; ferner zu Barcelona in Spanien, in Algier, inSuez und Port Said. Auf die vielen, zum Theil nicht minder grossartigen Dock-anlagen in aussereuropäischen Ländern mag hier einfach hingewiesen werden.
Ausser den „nassen” oder Handels docks giebt es auch sogenannte„Trockendocks”, die vorzugsweise zu Reparaturarbeiten für .Schiffe dienen. EineAbart derselben ist das sogenannte „Schwimmdock”, welches, nachdem es dasauszubessernde Schiff aufgenommen, durch maschinelle Vorrichtungen aus dem Wasseremporgehoben wird.
Die wichtigsten Seebauten sind die interoceanischen Canäle, vonwelchen in Bezug auf seine Bedeutung der Suezcanal obenansteht. Ausser ihmgehen eine Anzahl anderer wichtiger interoceanischer Canäle ihrer Vollendung ent-gegen, über welche weiter unten die wichtigsten Daten folgen.
a) Der Suez-Canal, die Schöpfung Ferdinand v. Lesseps*,wurde nach Ueberwindung mannigfacher Schwierigkeiten imJahre 1859 begonnen und im Jahre 1869 dem Verkehr über-geben. Der Canal hat von Port Said bis Suez eine Länge
Schwimmdock.
Bn^i
'%■'i msiwiMf
mimmu
ms»
Schwimmender eiserner Leuchtthurm im Hafenvon Liverpool.
il l.lll.HJ.il