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Mathematische Lehrstunden : Aufgaben aus der Lehre vom Grössten und Kleinsten / von K. H. Schellbach ; bearbeitet und herausgegeben von A. Bode und E. Fischer
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Dritte« Kapitel.

zwischen beiden Bogen liegenden Tropfen senden überhaupt dem Augekein gebrochenes Licht zu, so daß der entsprechende Theil des Him-mels merklich dunkler erscheint. Wären nun die Sonnenstrahlenintensiv genug, um durch die vielen Reflexionen und Brechungennicht bald geschwächt zu werden, so wurden noch mehrere Regenbogenentstehen durch Strahlen, welche mehr als zwei Mal im Innernder Kugel reflectirt werden. Bei drei Reflexionen würde z. B. einRegenbogen entstehen, welcher die Sonne in einer Entfernung von37° mit einem rothen Ringe umgicbt, und in einer Entfernung von42° mit dem violetten Theile endigt, also eine Breite von 5° besitzt.Wegen seiner Breite und Lichtschwäche und besonders wegen dergroßen Nähe der Sonne ist er aber nur selten beobachtet, wenn auchalle Bedingungen zu seinem Entstehen vorhanden waren.

Die durch Interferenz entstehenden secundären Farbenringe,welche die Bogen in ihren oberen Theilen häufig begleiten, über-gehen wir, da ihre eingehende Besprechung uns zu weit vom Zweckedieses Buches entfernen würde.

Daß übrigens der Mond, ebenso wie die Sonne Regenbogenerzeugen kann, ist nach dem Obigen selbst verständlich.

Lv Brechung des Lichtes in einem Prisma, Theorieder Höfe, Nebensonnen und Nebcnmondc.

Wir betrachten im Folgenden zunächst nur solche Strahlen,welche senkrecht zur Axe eines brechenden Prisma auffallen, da fürbeliebig einfallende Strahlen einerseits die Rechnungen, welche unsihre Ablenkungen liefern, länger und verwickelter werden, und an-dererseits, zur Erklärung der Mond- und Sonnenhvfe wenigstens,nur senkrecht auffallendes Licht erforderlich ist.

Es sei Fig. 35 8^6 der Durchschnitt eines Prisma senkrecht zu seinen Kanten, der Winkel 8^6 «, und 8bl und 8'IV Normalen zu den Flächen 8^ und ^6. Der in der Ebene des senkrechtenDurchschnittes einfallende Lichtstrahl 88, dessen Einfallswinkel xist, tritt unter dem Brechungswinkel u in das Prisma ein undschneidet im Punkte 8' die andere Grenzfläche. Er wird alsdann,nach 8'8' gebrochen, das Prisma verlassen, indem er mit 8'bi' einenWinkel 8'8'bi' ^ bildet. Durch diese doppelte Brechung nun er-