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der Wälder »ich
(duam t'oler Lnro ino-^nL udi vi-ellma rauru 5 ,
(Üoliciäir adiuxra ci uor L Lervice re-t'uncll.
Es hätte nehmlich an dem Orte eineuralte Eiche gestanden ; Als mm ei-ne GottSvergessene Zaust in den Stammgehauen, und die Rinde abgezogen, sowäre das Blut lo häustiq daraus geflos-sen, als wenn man einem zum Opffcrgewidmeten grossen Ochftn den Halst ab-gehauen.
§- 6. So haben auch diese alte Hey-den in solchen geweyheten Wäldern, bevorabbey denen Eichen ihre oracula gehabt, unddaselbst in wichtigen Dingen die Götter umRath gefraget, wie unter andern
schreibet : Ill-^collenre» Vrdo-
ILS, ur lollcii'L <)uLl c:us, <!^e. 1)c:c>8 in-
lladirare llixerunr, ox c>uidu8, tLilcirantt-Izus kclponla reäcll, auäiebantur, od iä,NLL Ljustnocli dore8 ceeckedanr, teä re-IjviosL, ur äomos, coledant.
D. i. Die Heyden gaben vor, daß in de«nen vornehmsten Bäumen, als in derEiche, rc. die Götter wohneten, auswelchen sie Red und Antwort ertheilten,bannenhero sie auch dergleichen Bäumenicht fälleten, sondern verehrten selbigeals eine Behausung der Götter sehr an-dächtig.
§. 7. Ja die Vogel und Thiere, soin dergleichen" denen Göttern gewiedmetenWäldern sich auffgehalten, hat man für hei-lig geachtet, dahero solche niemand beschädi-gen oder fallen durffte.
§. 8- Man hat auch denen vermeyn-ten Göttern gewisse Baume zugeeignet, undvon deren Laub, au solcher Götter Fest-Ta-gen, Kranße zu tragen pflegen; wie denndie VMU8 an dem Myrten - Baum, ?llu-dus an Lorbeer, 0> be1o an der Fichte, Kler-eules an der Aespe oder Happel-We,de Be-lieben tragen sollte, davon diese Verse zeu-gen:
kt IVlMus Vene: i p1aLuir,?1i<Ll)o lau.
1LS,
kinu8 (^dellse xoxulus cella lLercuIi
§. 9 - ' Solcher Aberglaube nun, istNicht allein bey den Heyden in Schwange
Carlowitzcns w. B. Z. Erster Theil.
Bäume. Op. II.
gegangen, sondern es ist auch so gar dasVolck GBttes, so doch den rechten «wahrenGottesdienst gehabt, damit angestecket wor-den, daß sie allenthalben, wo sie geopffert,auch gar nebst den heiligen Tempel zu Jeru salem Hayue gepflantzer. Ja, wie sie GBttselbst beschuldiget, K^cll. XX,2-c.I-Ioll I V,
wo sie einen dicken Baum gesehen, habensie ihr Opffer geopffert, und ihre Gaben ge-bracht, daselbst ihren süssen Geruch geräu-chert, und ihre Tranck - Bpffev allda aus-gegossen. Wie aber die Abgötterey mitBäumen und Wäldern in denen Hertzen,sowohl derer Heyden, als Juden tiefe Wur-tzel geseßet ; also kostete es hernachmahlsMühe, bey Pflantzung des Christenthumsdergleichen Häyue und Bäume zu tilgen,und den Aberglauben auszurotten. Wasdem 6iäeon, nach Abhauung des Baali-schen Hayns zu Opllra vor Gefahr zuge-wachsen, und wie er ohne Zweifel von demrasenden Höbe! wär umgebracht worden, woihm sein Vater nicht durch eine kluge Rededas Leben gerettet, liefet man im Büchleinder Richter cap. vi. v. 27. Wie es auchdem heiligen iviarrino 'luronenli ergangen,als er einen dergleichen, bey den Ungläubi-gen vor heilig gehaltenen Kichtenbaum ab-hauen lassen, da er in gewissester Lebens-Gefahr gestanden, wo er von GBtt »richtwunderlich wärd erhalten worden, beschreibetLvi-i-irivs lill. ckc: vira lVlartt-
ni ca^. 12.
§. 10. Solche abergläubische Wäl-der-und Baum-Verehrung hat unter demgemeinen Volck beydem schon ausgebreitetenChristenthum noch lange Zeit gedauret,Massen vor wenig Jahren noch hin und wie-der Wald - kelleren zu finden gewesen, daman kein Vieh Hintreiben dürsten, und zwaraus uralter von Heyden herrührender Ge-wohnheit, daß nehmlich solche Oerter vondem unreinen Vieh nicht etwan möchten ent-heiliget werden, welches also die Ursache die-ses Gebrauchs und alten Gerechtigkeit, dienoch lange Zeit bey den Christen mit fortge-schleppet worden.
§. n. Wiewohl aber nun in diesenoberwehnten Stücken zu weit gegangen, undder Sachen zu viel gethan worden ; Sohaben doch die Wälder und Bäume ihre ge-bührende Hochachtung, so sie von Anfangder Welt her gehabt, biß auff diese Zeit un-behindert bey allen Verständigen behalten,
B mit