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Sylvicultura oeconomica oder hausswirthliche Nachricht und naturmässige Anweisung zur wilden Baum-Zucht : nebst gründlicher Darstellung, wie zuförderst durch göttliches Benedeyen dem allenthalben und insgemein einreissenden grossen Holtz-Mangel, vermittelst Sae-, Pflanz- und Versetzung vielerhand Bäume zu rathen, auch also durch Anflug und Wiederwachs des so wohl guten und schleunig anwachsend, als andern gewüchsig und nützlichen Holtzes, gantz öde und abgetriebene Holtz-Ländereyen, Plätze und wiederum holtzreich, nütz und brauchbar zu machen ... / Hannss Carl von Carlowitz : alles zu nothdürftiger Versorgung des Hauss-, Bau-, Brau-, Berg- und Schmeltz-Wesens, und wie eine immerwährende Holtz-Nutzung Land und Leuten, auch jedem Hauss-Wirthe unschätzbaren grossen Aufnehmen, pfleglich und füglich zu erziehlen und einzuführen : worbey zugleich eine gründliche Nachricht von dem in Churfl. Sächs. Landen gefundenen Turff, desen natürliche Beschaffenheit, grossen Nutzen, Gebrauch und nützlichen Verkohlung befindlich
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Op . I I. Von sonderbar» Hochachtung

mit Recht besessen und behauptet,ktinicn ack l>Iva8, öclualutkra reäir, heissels^sonsten. Anmahln auch der Menschen Na-!tue sich tlach den Bäumen sehnet, und dabeyseine Lust suchet. Welches die alten plulo-lopkü in Griechenland , und sonderlich zuAthen , (allwo die Welt-Weißheit für an-dern -Orten fleißig oxcoliret worden) garwohl verstanden, indem sie schöne Lust-Mäldlein, und mit Bäumen gezierte Spa-tzicr - Gänge erwehlet, um den Schatten zugemessen, und darunter gute und sinnreichemCöttiNl»nL8 zu conopirm, daher» sie sol-che Oerter ^caäemia-; genennet- Bevvrabhat der weisseHeyde ?1aro, dafür gehalten,daß dergleichen Oerter, die Sinnen sonder-bar schärfften, hats dahero am bequemlichstenund am thulichsten geachtet, seine 8ruäe,nenoder Zuhörer, in diesen Wäldgen der Welt-Weifiheit zn unterrichten, und daselbst darü-ber zu äilpmiren. Desgleichen hat derpicurus, auf eben solche Art, seine Lehre inschattenreichen Gegenden mit seinen Schü-lern ri aäkiret, und die 8roici nichts minder,ihre Schulen in Gehöltzen angestellet, und sie8roa8 genennet.

§. i 2 . Die erste Wohnung, in wel-che GOtt, die von ihm erschaffene Menscheneingesetzet hat, war ja der glückseligste undlustigste Paradieß - Garten, in welchen derallmächtige Schöpffer hat lassen aus der Er-den aufwachsen, wie die Schrifft selber redet,Ocm. ll, 9 - allerley Bäume, lustig .anzuse-hen, und gut zu essen ; da denn ohneIweif-fel die wilden Baume ihren Antheil Hiebeyhaben, weil sie lustig anzusehen, theils, we-gen ihres verwunderlichen hohen Stammes,theils wegen ihres grünen und dicken Lau-bes, theils über Sommers und Wintersstets grünenden Tangels, wie auch daherrührenden anmmhigcn und kühlen Schat-tens.

§. rz. Es wurden zwar wohl derleidigen Sünde halber, die Menschen vondiesem so schönen Orte ausgetrieben, jedochdie Lust, bey und unter den Bäumen zuwohnen, wurde von Zeiten zu Zeiten fortge-pflanzt, so gar, daß auch berühmte undheilige Leute ihren Aufenthalt bey deneusel-ben zu nehmen, kein Bedenckcn trugen.Abraham der Ertz-Vater, so ein FürstGottes genennet wird, wohnete in demHayn oder Walde l>4amre,allwo er GOttselbst, so ihm in angenommener Mnschen-

Gestalt erschiene, bewirthete. Oen. xvttl.Debora die Prophetin und Richterin Isra­ els , wohnete unter dem Palmbaum zwischenkcuna und auf dem Gebürge b.pln'L-im, wie zu lesen .sucl. i v. anderer mehr,vor dißmahl zu geschweige«.

§. 14 . Unsere Verfahren die ur-alten Teutschen, welche es ihrer angebvhrnen,und sehr hochgeschätzten Freyheit verkleiner-lich hielten, in verschlossenen Städten undPlätzen zu wohnen, erkiesten mehrentheilszu ihrem Aufenthalt solche Oerter, welchewegen ihrer schönen und schattenreichen Bäu-me, klaren Brunnen und Duellen, oderfetten Wcyde und Wiesewachs, sich vor an-dern annehmlich machten, Massen solches'I?xcn-V8 bezeuget mit diesen Worten:

d§eüla8 (iLi'Münorum populibi M'de8 tta-dirai'i, l?iN8 norum elk, ns pari cjuiäemmwr 5s lunckas 5cäe8. Lolunr ciiscieci6c ckivei li, ur t'on8, ut campuz, ur nLmusplaL^ür. äe XIoi'. (leim. c. XVIII. oder:ES ist bekandt,daß die Teutschen sich nichtin Städten aufhalten, ja sie leiden nichteinmahl, daß man neben und an einan-der Wohnungen habe- Ein iedwederist vor sich apart) nachdem ihn seine Be-hebung träget, sich an einem Brunn, anerstem flachen Felde oder Walde nieder zulasten. Ihre meiste Übung und Nahrung,wenn sie nicht mit Kriegen beschafftiget waren,suchten sie in den Wäldern mit Jagen,Hetzen und Vogelfang, mit SammlungEicheln, Bnchäckern zur Mästung desViehes, und was dergleichen mehr ; undist kein Iwciffel, daß nebest dem, wie obengedacht,'die Wälder vor etwas Göttlichesvon ihnen gehalten worden, und die dickenund finstern Oertcr, da man seinen Gedanckcnhat recht ^uäisn?. geben, und von aller-hand lpLculircn können, ihnen sonderlichgefallen. Es hat sie auch vor andern ver-gnüget , der Schall und Wiederhall derMenschlichen Stimme, allerhand Jagd-Dörner, und derer Hunde Anschlagen, soman in Wäldern, Thälern und Gründenofft unvermuthet antrifft; der schöne Vogel-Gesang, so auch eine Göttliche iviulic zuseyn scheinet ; die Einsamkeit, da man vonallen Menschen entfernet ; der Schattenwider die Sonnenhitze; der Aufenthaltwider siarcke Regen, Schloßen und Gewit-ter ; die sausende Winde, und das ange-nehme Geräusche der Duellen und Bäche.

§.15.