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ganz wenig herabsenkend; Mündung schief, etwas gedrückt,breit-mondförmig, durch den vorletzten Umgang ziemlichausgeschnitten; Mundsaum scharf, ganz wenig erweitert,braunroth, innen mit einer weiss- oder röthlichen Lippe be-legt, welche auf der äusseren Seite als weisser Saumstreifendurchscheint; Spindelrand verlängert, um geschlagen; dasenge, stichförmige Nabelloch fast bedeckend.
Durchm. 12 mm, Höhe 7,5 mm.
Parbenabänderungen. Diese wechseln nur zwi-schen milchweiss (lactescens M. T. 1. c. p. 223) und gelb-liehweiss (lutescens M. T.).
Grössenunterschiede. Die Grösse der Gehäusewechselt zwischen 11—18 mm Durchmesser und 7—9 mmHöhe. Die grösseren Gehäuse gehören mehr den südlichenGegenden an. In Deutschland finden sich nur kleine, dieMittelgrösse kaum erreichende.
Wohnort. Feuchte, schattige Orte, in Gebüschen, anMauern.
Verbreitung. Fr. carthusiana findet sich nur anwenigen Orten Deutschlands . Sie lebt im Kaiserstuhlge-birge in Baden (Istein , Kleinkems , Neuenburg bei Mühl heim , Freiburg ) in Westfalen und der Eheinprovinz (Bonn ,Trier ) bei Rufach , Colmar , Rappoltsweiler , Strassburg , Mühl hausen , Neubreisach; im Moselgebiete, ferner in Loth ringen , und im Eulengebirge in Schlesien (fraglich, Fundortberuht auf Angabe bei Scholtz, seitdem wurde sie nichtmehr dort gefunden)
Bemerkung. Die deutschen Fundorte an der west-lichen Grenze stehen mit ihrem westeuropäischen Verbrei-tungsgebiete in Verbindung. Die Kalkboden bedürfendeSchnecke kann den Rhein nur da überschreiten, wo es ihrKalkformationen möglich machen. Um so auffallender istihr Fehlen im schwäbischen Jura. Ich kann mir dies nurdadurch erklären, dass sie nur in einem durch die Wirkun-gen des Golfstromes gemilderten, feuchteren Klima ihreExistenzbedingungen findet. Im Uebrigen ist sie eine dersüdeuropäischen Fauna angehörige Art. Ihr schlesischerFundort steht ausser aller Verbindung mit ihrem sonstigenV erbreitungsbezirke.