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Hierauf stürmische Umarmelung. Der Papa macht Einwen-dungen wegen dem Silbergehalt des jungen Menschen, drücktdiesen aber schließlich, nur um das schwermüthige Phantasiren aufdem Klavier los zu werden, erweicht an seinen väterlichen Schlaf-rock.
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Oder aber, die spannende Erzählung, zu welcher die Abon-nenten einen prachtvollen Stahlstich erhalten, der allein vierThaler werth ist, aber aus ganz verfluchter Menschenliebe fürvier Silbergroschen Nachzahlung erlassen wird, beginnt mit einer„schauerlichen Winternacht." Schon auf der ersten Seite hörtman, wie der Kerl zu dem im 35. Heft stattfindenden Morddas Messer schleift, und eine Geisterstimme ruft, so etwa in derGegend der zehnten Lieferung, die ergreifenden Worte:
Stiefel du mußt sterben,
Bist noch so jung, jung, jung."
In einem wollüstigen Supplementheft werden dann sämmt-liche im 40. Heft noch lebenden Personen vermördert und ErnstPittawal, resp. Werner Grosse in Berlin, verkauft ihr Fleisch,wie gesagt, in einen prachtvollen Stahlstich eingewickelt.
Kein „lieblicher Lenzmorgen" und keine „schauerliche Winter-nacht" also, — ein bescheidener, ganz bürgerlicher Regen fällt niederund der Mann im Zürcher Bahnhöfe spricht die StationsspeisekarteBern, Basel, Viel rc. mit demselben melodischen Tonfalle her-unter, wie allemal der erste zitrcherifche Staatsschreiber das Ge-bet im Kantonsrath . . . Hinein in den angenehm durchräucher-ten Wagen, wo ein Rudel deutscher Handwerksburschen „auf denSchlachtfeldern Frankreichs geeinigten" Tabak rauchen.
Wie hat das Gott so schön bedacht,
Daß er die Wanderburschen macht! . .
Diese Sorte ist am Aussterben. Wie die alte Postkutschevor der Lokomotive in das Dunkel des Privatlebens allmällig