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Plaudereien : feuilletonistische Blätter / von Reinhold Rüegg
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ten Micheli du Crest. Als 1720 die Stadt auf eine neue, wiees ihm, der Ingenieur war, schien, unzweckmäßige Weise befestigtwurde, reichte er ein scharfes Memorial ein. Die Antwort war:Einstellung im Bürgerrecht. Seine Güter legte man unter Se-quester. Nun wollte er an das Volk, an den eigentlichen Sou-verän, appclliren. Der Magistrat erklärte ihn setzt feierlich alsoriminsl äs lere inssssks eonäarnns ä äsmanäsr xaräon äDien st ä LsiZmsuris, Zensur sn tsrrs st Iwis ouvsrts, äuns prison stsrnolls, ä In sonüsvation äs tous sss disno prs-ssns st ä vsnir. Micheli, noch nicht entmuthigt, erließ aus derFremde ein Manifest an den oonssii General. Seine Schriftwurde verbrannt und er in eontumaeiam enthauptet. Da kam1789. Es war hohe Zeit.

Es ist kein Zufall, der hier die extremsten Elemente zu-sammenführt und ihr Zelt aufschlagen läßt. Es weht eine kos-mopolitische Luft hier, frisch und scharf wie die Bise, welche denSee peitscht. Französische Beweglichkeit, deutsche Zähigkeit unditalienischer Scharfsinn haben sich hier angesiedelt und geben derStadt ihr eigenes Gepräge.

Der Altgenfer ist ein nüchterner, fleißiger, berechnender Pa-tron; die Franzosen behaupten von ihm, er sei noch pfiffiger,als ein Neugrieche. Sie sagen auch, wenn ein Genfer aus demersten Stock eines Hauses auf die Straße hinunterspringe, sodürfe man sich ihm unbedenklich nachstürzen, denn da sei nichtszu riskiren, aber ganz gewiß zu Profitiren.

Nsmpora inutanlur st nos in illis. Wo ist Camperio?Er, der im schwarzen Schlapphut, die Hände stramm in dieHosentaschen gesteckt ganz das Aussehen eines veredelten Tes-finer Maurers überall, wo ein paar schwarzäugige Savoyar-denbuben die Garibaldi-Hymne und Opernarien fidelten, stillstandund mit dem rechten Fuße heldenmüthig, einer besseren Sachewürdig, taktirte, wo ist er? Er ist auch hinweggespült wor-