den von der neuen Zeit, an jenen Strand, wo der Rost, dieSchaben und die Motten ihr Werk thun. Er ist abgewirth-schaftet wie der alte Fazy, den er im Großen Rath so oft mitkaustischem Witz und herzzerreißendem Gebrüll bekämpfte. Beidesind alte Geiger, denen man ihre Instrumente um den Kopfschlägt. . . .
Ein blasser, ich weiß nicht ob durch anstrengendes Märtyrer-thum oder durch Absynth mitgenommener Herr trägt mir Mis-sionsschristen an. Ich zeige ihm die letzte Nummer der „Tag-wacht" und er schwenkt wehmüthig ab.
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In dem Gasthof befand sich mit mir ein Pariser Ehepaarmit zwei kleinen Kindern, die auf den Ruf Bob« und Mimtfolgten. Bäbe und Mimi verschönerten die Nable ä'döts ineiner Weise, daß man sich in einen Hühnerstall versetzt glaubte.Nun, das ging noch an. Das Schicksal aber, wahrscheinlich ummich für meine revolutionäre Gesinnung zu züchtigen, bettete michdicht neben dieser konstitutionellen Familie. Morgens 2 Uhr be-gannen die kleinen Rakker ein fürchterliches Konzert und dazuerdröhnten in feierlichen Intervallen die Brusttöne des schnarchendenPapa's. Drei Stunden lang dauerte die Unterhaltung, unddas Gequieke erinnerte mich an jene unvergeßlichen Violin-Stunden, an deren Schluß unser Musiklehrer regelmäßig vorGott und den Menschen den Schwur ablegte, das „näxte Mal"
uns die Geige nicht mehr zu stimmen. Von Zeit zu Zeit
erdröhnte ein kräftiger „Schnarch", und ich hatte meinen Nach-bar bak> im Verdacht, ein verkleideter Krupp'scher Riesenmörserzu sein. Rache für Mentana! dachte ich. Richtig, in der fol-genden Nacht, zur selben Stunde, ging's wieder los, mit ver-stärkter Gewalt. O! ein halbes Dutzend Wanzen wäre Selig-keit gewesen! .... Mit einmal legte ich los und sang mitmeiner, auch in Friedenszeiten Grauen erweckenden Stimme indie Nacht hinaus: „^.ux armes, eitoysns, kormsr vos batail-lons!" Das wirkte; wie aus einer Pistole geschossen, schrie Ma-dame: „Aon visu! mon Dien!" Der Mont Valerien stellte