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Plaudereien : feuilletonistische Blätter / von Reinhold Rüegg
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sein Feuer ein, die Paukenschläge gingen in ein schmachtendesGrunzen über und Bsb« und Mimi, denen Mama anfing, aller-lei Arien aus Ossenbach's Opern zu singen, ließen sich in kurzerFrist beschwichtigen. Monsieur knurrte einmal so etwas, waswie bonZre lautete, aber ich schlief auch sogleich bouKrsmsntgut unddie Ruhe war wieder hergestellt".

Zurück nach Neuenburg! Der französische Konsul in Genf,dem ich aus Vorsicht meinen Paß zum Visiren vorlegte, betrach-tete mit stummer, aber deutlich erkennbarer Bewunderung denschönenZweifelstrich", mit dem auf der zürcherischen Staats-kanzlei das Aktenstück verziert worden. Als Angehöriger derNation, welche an der Spitze der Zivilisation marschirt, konnteer natürlich meinen Namen nicht lesen und notirte mich auf eineWeise in sein Buch, für die er am jüngsten Tag Rechenschaftablegen mag.

Die Stadt Neuenburg ist nicht groß, aber langweilig. Esriecht noch sehr nach preußischem Christenthum.

Die Eisenbahn, Schienen, Wagen, kurz alles Material istin einem glorreichen Zustand. Man sollte einmal die Verwal-tungsräthe vor einen Güterzug spannen. Wenn man in Fällen,wie bei dem Eisenbahnunglück bei Colombier, die Schuld aufdie armen Teufel von Unterangestellten abladen will, so denkeich an jenen Hofnarr des Kurfürsten Max von Bayern. Eswaren ein paar gemeine Soldaten wegen Vergehen aufgeknüpftworden. Dieselben hingen aber so niedrig am Galgen, daß ihreFüße den Boden streiften. Der Hofnarr wandte sich bei diesemAnblick zum Herzog und sagte treuherzig:Majestät, man solltehöher hängen!"

Da haben wir Verrieres vor uns und die Pfade, überwelche zu Anfang unseres denkwürdigen Jahres die BourbakischeArmee hinüberkam. Man hat erschütternde Berichte über die da-mals sich darbietenden Scenen gelesen, aber das Faktum in seiner,