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die Werke von Longus, Herodot rc. in's Französische übertrug,und sich um die Ausbildung dieser Sprache großen Ruf erwarb,ein Denkmal errichtet, und jetzt sitzen bayerische Soldaten plau-dernd und rauchend und schnadahüpselnd — und von Heimwehgeplagt, am Fuße der Statue ....
Man darf es kaum sagen, daß man nach Paris gehen will;nervöse Personen klappen wie ein Sackmesser zusammen, wenn sienur den Namen Paris hören. . . .
26 Francs soll ich bezahlen, um in einem alten, lebensmüdenOmnibus nach Versailles zu fahren; für das Gepäck dann nocheine Gebühr von 3 Francs.
Da fahre der Teufel in's Heu! . . . Also frisch drauf losnach Paris. Es sind unser ein halbes Dutzend Reisende, darunterein ehemaliger Mitredakteur der „Marseillaise", der mir auch dasletzte Restchen Furcht aus dem Leibe plaudert.
„Clotilde — packen!" Das sollen die letzten Worte gewesensein, die im Jahre 1870 der rothe Prinz dem Telegraphen fürParis anvertraute. „Clotilde — packen!" herzliches Abschieds-wort. Ein süßer Trost immerhin, daß er endlich abgestunken ....Es ist eine feststehende, historische Thatsache, — die Gelehrten sinddarüber einig — daß der rothe Prinz, der bekannte Plonplonund Sohn des „Immer-loustilc" llsröins eins höllische Furchtvor dem Knallen eines Gewehres hat und als „General" nur fürdie Zeit tiefsten Friedens angestellt war. Als er vor Jahren inBerlin weilte, sollte er einer großen Revue beiwohnen, — dieHohenzollern zeigen ihren Besuchern gern das herrliche Kriegsheer.— Der Prinz suchte auszuweichen, er wußte, daß mit dem erstenKanonenschuß sich bei ihm das Kanonenfieber einstellen würde, —umsonst. Er nahm also Opium auf Zucker und noch andereMittel gegen seinen Umstand. Aber es half nichts, beim erstenSchuß brach das unaussprechliche Leiden des armen Plonplon soheftig aus, daß er beförderlichst nach seinem Hotel retiriren mußte.Am andern Tage, als er möglichst still vor dem Gelächter derBerliner verduftet war, gab König Friedrich Wilhelm IV., der