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An der Seite eines alten Republikaners, der 1848 derNationalversammlung angehörte, lustwandelte ich im Tuilerien-garten. Um uns und über uns blüht und grünt es, es rauschtLas junge Laub im Frühlingswind, der Palast aber ist verödet,denn die „schwarzen Punkte", von denen der Kaiser 1869 in Lillesprach, sind zu dunkeln Wetterwolken geworden, aus denen einverzehrender Strahl auf sein wackelndes Gebäude niederfuhr.Nun, ER hat zu leben, hat, um sich in allen Stellungen Photo-graphiren zu lassen, hat, um die „Situation" schreiben zu lassendurch einen gewissen ***, der als vollkommen beglaubigter Gaunerbefähigt ist, als Held der gestürzten Dynastie aufzutreten. Zu be-dauern ist eigentlich Lulu, einen so ungerathenen Vater zu haben,aber viel besser wird der Junge kaum werden, seine Fähigkeitensollen unbedeutend, seine Erziehung schlecht sein. . .
Gott segne deine Studia,
Aus dir wird nichts, Halleluja!
Dagegen soll er ein vortrefflicher Tänzer sein. Das istimmerhin etwas: und einige Jähre Zeit bleiben ihm jedenfalls,um einen Adler „auf Speck am Hute" zu dressiren.
Die Statuen der großen Städte auf dem Platze de la Concordetragen seit dem Einzug der Preußen, welcher nur bis hieher statt-fand, immer noch Trauer, d. h. die Köpfe sind in schwarzen Florgehüllt. Der Anblick ist unsäglich komisch und erinnert förmlichan die Droschkenpferde, denen man den Futtersack vor's Maulgebunden hat. Ich möchte das aber keinem Franzosen sagen; siefassen das Ding auf wie jener Bürger einer Schweizerstadt, vondem man mir Folgendes erzählt hat: Er wollte vor seinem Haus„Zum Hahn" eine Rebe pflanzen. Die Bewohner seiner Gaffegaben dies nicht zu. Da strich er den groß auf der Mauer ge-malten Hahn schwarz an und schrieb darunter die Worte:
Als Demuth weint und Hochmuth lacht.
Da ward der Güggel schwarz gemacht.