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O lieber ein SklavenkindIm barbarischen TUrkenland,
Wo die Seelen der Weiber verloren sind,
Als so christliches Werk zur Hand.
An's Werk, an's Werk, an's Werk,
Bis vor den Sinnen mir's schwimmt!
An's Werk, an's Werk, an's Werk,
Bis das Licht der Augen verglimmt.
Saum und Gehren und Band,
Band und Gehren und Saum —
Bis über den Knöpfen ich schlafe einUnd nähe sie fest im Traum.
O Männer mit Schwestern lieb!
O Männer mit Müttern und Weib!
Nicht weißes Linnen nützt ihr ab,
Nein, Menschenleben und Leib!
Stich — Stich — Stich!
In Hunger und Kummer und Noth —
Ein Faden, der nähet zugleich das Hemd.
Für's Leben wie für den Tod.
Aber was red' ich vorn Tod,
Dem Bild vorn morschen Gebein?
Mir graust nicht vor seiner Schreckensgestalt.
Es däucht mir ihm gleich zu sein —
Es däucht mir so gleich zu sein,
Fasten ist ja mein Theil:
O Gott, daß Brod doch so theuer ist,
Und Fleisch und Blut so feil.
An's Werk — an's Werk — an's Werk! —Meine Arbeit läßt nicht nach, —
Und was ist ihr Lohn? Ein Bett von Streu, —Lumpen — dies löchrige Dach —
Eine Kruste Brod — ein zerbrochener Stuhl —
Ein Tisch — diese Flur so leer —
Und die Wand so kahl, daß mich's freut, wenn malMein Schatten schleichet daher.