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Plaudereien : feuilletonistische Blätter / von Reinhold Rüegg
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An's Werk an's Werk an's Werk!

Mit den schleichenden Stunden Geduld;

An's Werk an's Werk an's Werk

Wie Verbrecher für ihre Schuld!

Band und Gehren und Saum,

Saum und Gehren und Band;

Bis das Herz erkrankt und das Hirn erstarrtWie die arbeitmüde Hand.

An's Werk an's Werk an's WerkIn trüber Dezemberzeit!

Und an's Werk an's Werk an's Werk,

Wenn der Lenz die Fluren erneut;

Wenn brütend unter mein DachDie Schwalbe sich niederläßt,

Als höhnte sie mit dem Frühling mich,

Und mit ihrem sonnigen Nest.

O draußen zu athmen, nurUnter Blüthen und Thau

Zu Füßen das grüne Gras,

Zu Häupten der Himmel blau!

Eine kurze Stunde nurZu fühlen, wie ich gefühlt,

Eh' ich wußte, wie theuer ein Bissen Brod,

Wie das Weh der Armuth wühlt.

Eine einzige Stunde nur!

Eine Frist, wie kurz sie sei!

Nicht zum glücklichen Hoffen und Lieben mehrEine Stunde zur Trauer nur frei!

So weint ich mir leichter das Herz

Doch in ihr bittres Bett

Muß die Thräne zurück, denn ein Tropfen im BlickWehrt daß die Nadel geht.

Mit Wimpern schwer und roth,

Mit magerer müder HandIn ärmlicher Hülle saß ein Weib;

Saß an die Nadel gebannt

Stich Stich Stich!