enAros betrieben, die Feste weiten sich daher auch mehr undmehr zu „Unternehmen" aus, und wenn so ein Festaktionär mit-singt: „Heil Dir Helvetia!" kann man sicher sein, daß er seineAktien meint.
Als Gott die Welt erschaffen hatte, wollte er auch seinenfröhlichen Tag haben und dckretirte einen Sabbath von 24 Stun-den. Nun sollte man meinen, wir sollten, so welterschütterndeKämpfe wir auch manchmal bestehen, namentlich wenn es sichum drei Ellen Eisenbahntrace oder um die Wahl eines Schul-Vslegers handelt, mit einigen Feiertagen uns begnügen. Ja, aneine Verlängerung des Dank-, Büß- und Bettags denkt kein bie-derer Schweizer, wo er aber „Ehrenwein" riecht, da ist er unbe-dingt für eine „würdige Feier", d. h. eine solche, bei welcher vor-und nachher gcwirthet wird. Bei diesen „würdigen" Feiern spielendie großen Todten eine Hauptrolle, aus deren Andenken man' mitstummer Rührung trinkt und ißt, wie Nepomuk Vogl singt:
„Die großen Todten, die wir längstZu eigner Schmach vergessen,
Sie müssen wieder her, daß wirZu Ehren ihrer — essen.
Und weiter:
Was sich nur immer kund uns gibtVon neueren Progressen,
Das wird voll edlen Eifers gleichGefeiert durch ein — Essen.
Ja, wahrlich, unser HochgefühlIst nimmer zu ermessen!
Wo gibt's noch Etwas?- Wo? Laß wirEs feiern durch ein — Essen! "
Auch die soziale Frage wird sehr oft nach der vierten Schüsselaus ganz überraschende Weise gelöst und es ist nur zu bedauern,daß zufällig Diejenigen, welchen diese Lösung am meisten zu gutekäme, niemals anwesend sind, wenn so ein mit Gatt und Weltund ganz besonders mit sich selbst zufriedener Vvlkswirthschaftcr