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Plaudereien : feuilletonistische Blätter / von Reinhold Rüegg
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lichen Situationen kommen kann. Denn, geht man des Nachtsin etwas andern Umständen heim und hat man das Unglück zustraucheln, so ist's gar nicht anders möglich, als daß der müdeLeib auf ein Bahngeleise zu liegen kommt, und, wenn er demGüterzug entrinnt, vom Schnellzug ereilt wird. Hoffentlich wer-den die Vater der Stadt diese Eventualität in's Auge fassen undein Rettungskorps kreiren.

Doch es kommt nie ein Unglück allein. Kaum ist der Feld-zug Winterthur-Singen zu Ende, so bricht ein neues Elementar-ereigniß über uns herein: Unsere Schneidergesellen klettern todes-muthig von ihrem Arrarat herunter, und wie die Kinder Israelsihre Harfen an die Weiden bei den Wassern Babylons aufhingen,so stellen sie Scheere undBeegeleise" in die Ecke und erklärenden Meistern, daß sie lieber untergehen, als länger bei demschnöden Lohn die niederträchtigen Blößen der hosentragendenMenschheit zu decken.

Sprachens und zogen hinaus in's Freie, wärmten die nar-benvollen Leiber und sangen ihre Marseillaise:

Hast noch der Söhne, jaWie sie Sankt Jakob sah,

Freudvoll zum Streik.

Die gerechte Sache siegte. Meister und Gesellen fielen ein-ander in die gewaltigen Arme und verziehen sich schluchzend, wiedie Bürger Greulich und Traugott Koller.

Es wird immer wieder Frühling in der Welt nur dies-mal hatte es damit seine Hacken. ES muß dem lieben Gottgegangen sein, wie dem Baron Schwarz mit seiner Weltaus-stellung, der sich auch in der Zeit verrechnete. Item, er brachteseinen Maien fast nicht zu Stande und dieMailüfterl^ bliesenso schändlich, daß die Finger der großen Bruderhand, welche sichdie zürcherischen Liberalen und Demokraten zu reichen vorhatten,fast steif wurden und das einige Vorgehen auf dem Boden der