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Ich sehe ihn gern, den funkelnden Glanz der Lichter amWeihnachtsbaum, — freilich noch lieber die frischen Kinderaugen,in denen dieser Glanz sich spiegelt — ich mag auch das Christ-kindchen wohl leiden, das ohne Heimatschein den Weg zu unserenDörfern gefunden hat — aber ich bin im Glauben an denSamichlaus auferzogen worden und mir thut's in der Seele weh,daß der alte, liebe Herr vor einem so kleinen Persönchen die Segelstreichen soll. Freilich, er hatte so einen heidnischen Erdengeruchund vertrug sich nicht recht mit den sanft gelockten, ergebungsvollgescheitelten, von Thee, Pommade und Manna sich nährendenHeiligen unserer Tage; er hatte nicht auf Lang's Stunden derAndacht abonnirt und noch weniger Biedermann'? Dogmatik ge-lesen, polterte wie ein Berfassungsrath und fluchte ganz lichter-loh. Aber — sagt's nur in Allem — er war ein Mann. Mankonnte uns lange, wenn im Frühsonnner die Kirschen reiften, dieKriegsartikel verlesen, oder im Herbst, wenn die Zwetschgen sohimmelblau aus dem Laub herausrückten, das Wichtigste aus demprivatrechtlichen Gesetzbuchs mittheilen, oder endlich, wenn wirKrebsens halber die Schule schwänzten, zur Strafe hundertmalden Satz abschreiben lassen, „Volksbildung ist Volksbefreiung";— es half nichts, daß der Pfarrer uns die Liturgie sammt denzehn Geboten und dem Taufgebet an die Köpfe schmetterte, wennwir uns während der Nachmittagspredigt gegenseitig durch allerleiFreiübungen zum Wachen und Beten ermunterten: ja sogar diepositive Behauptung, daß wir nicht in den Himmel kommen,lief an uns hernieder wie der Regen an den Spatzen, wir blieben