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zum Kampf gegen das „Alte", und die Alten selbst knirschenunwillig mit den Zähnen und knurren: „Hilft nichts, 's wirdAlles andersch!"
Ja wohl, das alte Reich muß in Trümmer fallen, damitaus seinen Ruinen neues Leben blühe und die Zukunftsahnungdes Dichters in Erfüllung gehe:
Geschlagen ward die letzte Schlacht,
Das letzte Schwert zum Pflug geschmiedet,
Der letzte Haß zu Grab gebracht,
Und von der Liebe Hauch umfriedet.
Die Völker reichen sich die Hand:
Die junge Republik zu krönen,
Und mit der Freiheit goldnem BandVergangne Schmerzen zu versöhnen,
Und jauchzend singt ein FriedcnsklangDie weite, weite Welt entlang.
Freilich, vorher muß noch Manches „andersch" werden.Dann aber feiern wir ein Jubeljahr wie die alten Juden, wennsie die alten Zinse aus dem Pelze schüttelten.
Und jetzt das Sylvester-Glas zur Hand:
Dies Restchen — nun, wem bring ich's gleich?
Dies Restchen Dir, o römisch Reich, zum Sterben!