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Unterhausen stehen vielleicht ganz und die Nr. XVII bisXX mit ihrentieferen Theilen im miocänen Septarienthone, welcher am Nordrande derSection in Kirchhain und bei Brunnengrabungen unter Melanienthonanstehend bekannt geworden ist. Er bildet vielleicht unter Alluvionen ver-borgen die Ebene des Ohmthals bis Ober-Ofleiden herauf; da aus ihmaber keine Versteinerungen bekannt sind, so konnte er auf der Karte nichtausgezeichnet werden.
Die Thonlager nächst Amöneburg (nördlich gegen Kirchhain inder Section gleichen Namens), die zwischen Mardorf und Rossdorf zuTage tretenden, sowie die bei Leidenhofen enthalten aber Versteine-rungen, welche sie den Melanienthonen zuweisen.
In dem Brunnen, welcher am Kirchberge von Kirchhain durch Basalt,Melanien- und Septarienthon bis zum Buntsandsteine abgeteuft ward, fan-den sich im Melanienthone Scheiben von Schwefelkies mit vortrefflich er-halten gebliebenen, zum Theil noch farbigen, Süsswasserschnecken. BeiAmöneburg und Mardorf sind diese Schwefelkiesstücke zu Brauneisen-stein umgewandelt; die eingeschlossen gewesenen Schneckenschalen sind zuGyps geworden, hinweggewaschen und haben nur ihre Abdrücke hinter-lassen. Bei Leidenhofen stecken die Muscheln in dichtem Kalke, ähnlichwie bei Dannerod (Section Alsfeld).
Die aufgefundenen Versteinerungen sind folgende:
Neritina fluviatiüs Lamk.Melanopsis praerosaLimnaeus subpalustris Thom.
„ striatellus Grat.Bithynia Chastelli Ny st.Litorineila acuta De sh.
Planorbis pseudoammonius V o 11 zCyrena sp . (wahrscheinlich
tenuistriata D u n k e r)
Der Thon selbst ist theils von röthlicher und gelblicher, theils vonbläulich-grauer oder grünlicher Farbe, theils weiss; Schwefelkies in kleinenund grösseren Knollen und Kalk in feinerdigen zerreiblichen Ausscheidungensind oft in ihn eingestreut. Er wird durch Aufnahme von Quarz-Sand let-tig und wechselt mit Letten und Sand, zwischen Leidenhofen undAliendorf auch mit dünnen, theils festen, theils erdigen Kalkbänken,welche keine Septarien sondern ununterbrochene Lager bilden. SolcheKalkbänke enthalten die oben angeführten Versteinerungen. Man hat denVersuch gemacht, sie zum Kalkbrennen herbei zu ziehen, ihre geringeMächtigkeit schreckte aber alsbald davon ab.