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der Alpen vorherging, bedeckte sich die Erde mit einerungeheuren Eiskruste, welche von den Polargegendenher über den grössten Theil der nördlichen Halbkugelsich erstreckte. Hie skandinavische und grossbritanischeHalbinsel, die Nord- und Ostsee , das nördliche Deutsch land , die Schweiz , das Mittelmeer bis zum Atlas, dasnördliche Amerika und asiatische Russland waren einungeheures Eisfeld, aus welchem nur die höchstenSpitzen der damals bestehenden Berge (die Centralalpenwaren noch nicht) auftauchten und dessen Grenzen unsnoch heute durch das Vorkommen der erratischen Blöckebezeichnet sind.“
Die Temperatur sollte während der „Eiszeit“ so tiefgesunken sein, dass eine Eisdecke von dieser ungeheurenAusdehnung entstehen konnte. Agassiz’s „nappes deglace“ (Eis-Mulden) waren nicht gewöhnliche Gletscher,welche über der Schneegrenze gelegene Bergregionenerfordern, sondern nicht aufthauende Schnee- und Eis-felder, wie sie z. B. auf dem Tiefland des antarktischenContinents denkbar sind. Die erste Bedingung füreinen solchen Zustand war natürlicherweise, dass dieSchneegrenze nicht höher war als die Bodenoberfläche inden eisbedeckten Ländern. Charpentier entwickelte1842 hiermit übereinstimmende Ideen in einer Schrift,in welcher er die Gletschertheorie anzuwenden suchte aufdas nördliche Europa und dieselbe in Uebereinstimmungbringen wollte mit den Phänomenen der Schliffflächen,erratischer Blöcke und Längsrücken (äsar) dortselbst.