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österreichischen und süddeutschen Gletscherkundigen eineVeranlassung zu diesem Vergleiche nicht fanden, währenddie norddeutschen Geologen ihre Gletscherstudien beieinem Besuche der Alpen mehr auf den äusseren Habitusder Gletscher und auf solche auffällige Bewegungs-erscheinungen wie Endmoränen , Rundhöcker, Schliff-flächen und Absatzproducte der Gletscherbäche gerichtetzu haben scheinen. Die Resultate einiger neuerdingsvon mir speziell zum Zwecke der Vergleichungder unter dem Gletscher befindlichen, inBildung und Fortbewegung begriffenenGrundmoränen mit dem norddeutschen Ge-schiebelehm angestellten Untersuchungen am Pa-sterzen-Gletscher mögen desshalb für diejenigenFachgenossen, welche an der Erörterung der Diluvial-frage Antheil nehmen, ‘nicht ohne alles Interesse sein.
Der Pasterzen - Gletscher, aus den Firnfeldern ander Südseite der Glöckner-Gruppe entspringend, besitztnach v. Sonklar eine Länge von 19 Kilometer, istalso der zweitgrösste Alpengletscher. Wie die meistender Gletscher unserer Hochgebirge ist er gegenwärtigstark in Rückzug begriffen. Sein unteres Ende wird inFolge dessen augenblicklich von einem später noch zuerwähnenden Felskopfe in zwei Zungen getheilt, unterwelchen die Schmelzwasser wild hervorbrechen. Nachder Analogie mit anderen Gletschern würde man hier— in der Region der beträchtlichsten Eisschmelze undder grössten Durchrieselung des Gletscheruntergrundes