Vorwort.
Ungeachtet der während der letzten Decennien gemachtenFortschritte in der Meereskunde begegnet man selbst bei solchenMeeren und Meerestheilen, welche als besonders gut durchforschtgelten, sehr empfindlichen Lücken. Auch von der Ostsee mussdies gesagt werden, so dass die vorliegende Arbeit nur „Beiträge"geben kann und will, ein Umstand, den der Verfasser bei derBeurtheilung zu berücksichtigen bittet. Ganz abzusehen von einerDarstellung der Ostsee , nur weil ein Ganzes jetzt noch nicht zuerzielen ist, erschien nicht geboten; vielmehr liegt die Annahmenahe, es werde, da die zu ihrer Zeit mit Recht geschätzten Mono-graphien von v. ETZEL und Boll in sehr wesentlichen Punkten ver-altet sind, resp. der Ergänzung bedürfen, eine die neueren Forschungenberücksichtigende, wenn auch nicht allseitige und in allen Theilenerschöpfende Beschreibung eines so wichtigen und interessantenMeeres Manchem willkommen sein, um so mehr, als nicht aözu-sehen ist, wann der Zeitpunkt eintreten wird, wo man es nichtmehr mit Stückwerk zu thun hat.
Der Verfasser eines Buchs, welches ein räumlich grosses Ge-biet geographisch behandelt, hat sich in den weitaus meisten Fällennicht ausschliesslich auf eigene Beobachtungen, sondern auch aufdie Mittheilungen Anderer und zwar vieler Anderer zu verlassen.Er muss daher bekennen, dass seine Arbeit stellenweise den Cha-rakter einer Kompilation hat. Wird dies Wort in gutem Sinneverstanden, also als ein gewissenhaftes Zusammentragen des anvielen Orten zerstreuten, oft genug schwer zu ermittelnden Quellen-