III. Physikalisches.
Windrichtungen.
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b. In Bezug auf die Temperatur-Verhältnisse des Ostseewassers.
Eine im Ganzen nur geringe Wirkung übt der einfliessendeNordseestrom auf die Temperatur-Verhältnisse des Ostseewassersaus, und dieselbe wird sich naturgemäss auf das Tiefenwasser be-schränken, da aus den oben erwähnten Gründen der Nordseestromfast immer ein Tiefenstrom sein muss. Welcher Art diese thermi-schen Einwirkungen des Nordseestroms sind, kann erst an einerspäteren Stelle berührt werden und desgleichen, bis zu welcher Ost-grenze dieselben noch nachweisbar sind. Soviel leuchtet jedoch ohneWeiteres ein, dass diese Einflüsse in bemerkenswerther Weise sichnur innerhalb der westlichen Ostsee äussern können, weil der Nord-seestrom nur hier eine direkt nachweisbare Intensität besitzt.
II. Die Windverhältnisse des Ostseegebiets undihre Wirkungen.
A. Die Windverhältnisse.
a. Die während der einzelnen Jahreszeiten ini Ostseegebieteherrschenden Windrichtungen.
Die Temperaturen der Oberflächenschichten der gesammtenOstsee, sowie die Tiefentemperaturen der östlichen Ostsee östlichvon jener noch näher zu bestimmenden Grenze sind dagegen ganzwesentlich eine Folge der Lufttemperaturen über der Ostsee undden Ostseeländern und der mit denselben im Zusammenhängestehenden Windrichtungen. Übrigens werden letztere sehr durchdie Ostsee modificirt in Folge des ungleichen Verhaltens von Wasserund Land in Bezug auf die Wärme-Aufnahme und die Wärme-Aus-strahlung. Es besteht mithin eine Wechselwirkung zwischen denWärmeverhältnissen der Ostsee und denen der Ostseeländer.
Im Winter kühlen sich die Küstenländer der Ostsee weitschneller ab als das Ostseewasser und folglich wird bald die Luftüber dem Lande kälter und schwerer, als die über dem Wasserlagernde. Es findet also, wenn nicht hohe Bergketten es verhindern,^ as aber im Ostseegebiete nicht der Fall ist, ein Abfliessen der