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I. Morphologisches
Oestliche Ostsee.
von Falsterbo sowie von dort nach der Falsterbo-Spitze gebildet wird,so ergiebt sich für die östliche Ostsee eine deutliche Zweitheilung,nämlich die in die mittlere und in die nördliche Ostsee. Auf denersten Blick sieht man, dass der Archipel der Alands -Inseln dastrennende Moment ist, allein zwischen beiden Wasserbecken eine sogenaue Grenzlinie zu ziehen, wie es im dänischen Archipel möglichwar, ist mindestens sehr erschwert, weil hier eine Anzahl kleinerInseln und Klippen, die sogenannten Skären, an den bei weitemmeisten Stellen ihres Vorkommens sich in der denkbar regel-losesten Anordnung vorfinden, weil ferner die Wasserarme zwischenden Inseln diese fast immer an Breite übertreffen u. s. w. Amleichtesten ist die trennende Linie in der breiten inselfreien Strassezwischen der Alands -Gruppe und den schwedischen Küstenskärenzu ziehen, und dürfte wol eine Linie zwischen den Leuchtfeuernvon Söderarm und Lägskär(en) und von dort weiter nach der Süd-spitze der Hauptinsel Aland am meisten allen Ansprüchen genügen.Unmittelbar östlich von Aland bilden der Del(et)Fjord von Nordenher und der Fogle-Fjord von Süden her tiefe inselfreie, resp. relativinselfreie Einschnitte in den Inselcomplex, und da beide Fjorde sichnicht vereinigen, sondern durch eine Inselreihe getrennt sind, sostellen die einzelnen Glieder der letzteren (Borgo-Lanskär) zunächstwol am besten weiter die trennende Zone dar. Von nun an bildendie Inseln Mashaga, Seglinge, Kinnblinge, Ennklinge an der Ostseitedes Delet-Fjords und dann im wesentlichsten die nördlichsten grösserenInseln des ganzen Alands -Archipels, wie Brandö, Biomo, Afva,Bolmö, Jurinö, Norron und Kaurissali die weitere Grenze.
Den Alands -Archipel als ein besonderes Meeresgebilde inner-halb der Ostsee aufzufassen, ist unthunlich, weil im Süden derUebergang von der offenen Ostsee zu den inselarmen freieren Wasser-flächen innerhalb der Alands-Gruppe (wie Skift(et) und Guld-krona-Fjord) in Folge zahlloser, winzig kleiner, einander gleichstehender Skären ein so allmähliger wird, dass hier eine Grenzlinieohne grosse Willkür kaum zu ziehen sein dürfte. Aus demselbenGrunde erscheint es auch nicht geboten, an der schwedischen Küsteein besonderes Skären-Meer von der übrigen Ostsee abzutrennen. EinenParallelkreis als Südgrenze anzunehmen, dürfte schon deswegen nichtgerechtfertigt sein, weil die Gruppe der Alands -Inseln einen Bogenvon Südost nach Nordwest beschreibt und also nicht die Richtungvon Osten nach Westen einhält.