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Beiträge zur physischen Geographie der Ostsee / von Carl Ackermann
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I. Morphologisches.

Mittlere Ostsee .

jene Wasserfläche, die zwischen den einzelnen Gliedern der oeselschenInselgruppe sich ausdehnt und in morphologischer Beziehung alsZwischenmeer zweiten Ranges aufzufassen ist. Da ein einheitlicherName für dasselbe noch fehlt, so möge es in dieser Arbeit alsesthländisches Zwischengewässer bezeichnet werden. Im Westenwird die Grenze durch eine Linie an der engsten Stelle der Strassezwischen Oesel und Dagö bezeichnet, im Norden durch eine solchevon dem Dagöschen Cap Serots nach dem Leuchtfeuer der InselWormsö und eine andere an der engsten Stelle des Sundes zwischendieser Insel und der esthländischen Halbinsel Nakkö. Die Südgrenzewurde bereits beim Rigaschen Busen angegeben. Das also begrenzteZwischengewässer enthält 34,5 Meilen und die nach Abzug dieserdrei Unterabtheilungen übrig bleibende freie Meeresfläche, die mittlereOstsee im engeren Sinne oder die innere Ostsee, 3898 Q Meilen.

b. Die nördliche Ostsee und ihre Theile.

Auch die nördliche Ostsee, von den Deutschen gewöhnlichbottnischer Busen, von den Schweden bottniska viken genannt, istkein einheitliches Meeresgebilde, sondern gliedert sich deutlich indrei Theile. Zunächst nämlich ist jene breite Meeresstrasse zwischendem Alands-Archipel und der schwedischen Küste, das sog. Alands-Meer, nur als Uebergangsgebiet aufzufassen und daher von derfreieren Wasserfläche der nördlichen Ostsee zu trennen; der Abschlussist jedoch nicht genügend, um das Alands-Meer zu einem Zwischen-meere zu stempeln, sondern es muss lediglich als ein Meereskanalbetrachtet werden. Die Nordgrenze wird durch eine Linie gebildet,welche von der Ostküste Schwedens nach der nahen Insel Gräsöund von dort über die Untiefen des Gasgrundes, des Grundkalle-grundes und des Malgrundes über die Inseln Hogsten, Finnbö,Eckerö nach Aland führt und ergiebt sich für das so begrenzteMeeresgebilde ein Flächeninhalt von 48,5 Meilen.

Durch das Alandsmeer gelangt man in die grosse Meeresab-theilung, welche die Schweden botten-hafvet, d. h. bottnische See,nennen, während die Deutschen keinen besonderen Namen für die-selbe haben, sondern sich, ähnlich wie bei der Benennung derSmaalande-See, Umschreibungen, wieSüdlicher Theil des bos-nischen Busens, bedienen müssen. Im Norden scheiden zwei Insel-gruppen, West- und Ost-Quark, die zusammen als Nord-Quark be-