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Beiträge zur physischen Geographie der Ostsee / von Carl Ackermann
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I. Morphologisches.

Tiefenverhältnisse der östlichen Ostsee .

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in der westlichen Einsenkung die Isobathe nur eine einzige, in sichzurücklaufende Curve bildet oder ob sich eine von der auf derInsel Gotland unter i8° 30' Länge und 57 0 50' Breite gelegenenStenkyrka-Huk weit vorspringende unterseeischeFläche mit wenigerals 100 m Tiefe völlig nach der entsprechenden Fläche an derschwedischen Küste hinüber zieht, so dass also auch westlich vonGotland mehrere Bassins mit mehr als 100 m Tiefe anstatt eineseinzigen derartigen vorhanden wären, darüber lässt sich zur Zeitnicht noch sicher genug urtheilen.

Die beiden tiefen Einsenkungen der östlichen Gruppe sind anFlächeninhalt sehr verschieden. Die bei weitem kleinere, nur ca.37 Meilen grosse Vertiefung liegt vor dem Eingänge in dieDanziger- Bucht und reicht theilweise noch in dieselbe hinein, sodass eine Verbindungslinie zwischen den Vorgebirgen Rixhöft undBriisterort sie schneidet. Der nördlichste Punkt der Senke befindetsich ungefähr unter 55 0 15' und 19 0 10'; die grösste Tiefe beträgt109 m. Die andere Einsenkung von mehr als IOO m Tiefe hatdagegen ein wenigstens zehnmal grösseres Areal und ist nicht nurdie grösste ihrer Art in der mittleren Ostsee, sondern auch in derganzen Ostsee . Sie ist fast ganz auf die mittlere Ostsee beschränktund dringt nur in einem schmalen Keile mit ungefähr 4 MeilenAreal in den finnischen Busen ein.

Trotz ihres bedeutenden Umfangs enthält diese Senke durchausnicht die grössten Tiefen innerhalb der Ostsee . Das Areal desMeeresbodens, welches tiefer als 150 m liegt und das wesentlichauf eine grosse Hauptsenke fällt, der gegenüber fünf kleinere völligverschwinden, ist freilich keineswegs unbeträchtlich und übertrifftan Grösse weit die entsprechenden Flächen der westlichen Depression,dagegen sinken in letzterer ca. 12 Meilen des Meeresbodens unter200 m, während in der östlichen Senke dies nur mit ca. 8 Meilender Fall ist, und auch die absoluten Tiefen sind in der westlichenSenke weit bedeutender als in der östlichen. Denn während inletzterer die tiefsten Stellen 249 und 209 m zählen, wird in ersterermit 323 m die bis jetzt bekannte tiefste Stelle der ganzen Ostseeerreicht. Dieselbe befindet sich in einer zwischen Gotska-Sandöund der schwedischen Küsteninsel Utö gelegenen, von Südost nachNordwest streichenden Senke und erregt dadurch so hohes Interesse,dass sie nicht in der Mitte derselben liegt, sondern fast an demäussersten Nordwestende, so dass die Isobathen von 100, 150 und