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Beiträge zur physischen Geographie der Ostsee / von Carl Ackermann
Entstehung
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II, Geologisches.

Entstehung der Steingründe.

nicht allzu weit seewärts fortgeführt werden, sondern müssen sichbald in den weichen Seeboden mehr oder weniger tief eingraben.Der aus dem Meeresboden hervorragende Theil verwest in weitkürzerer Zeit, als der im Boden steckende und es bilden sich aufdiese Weise die sog. Baumstubben, die einen deutlichen Beweis fürden Untergang einer mehr oder weniger grossen Fläche Küstenlandesabgeben, vorausgesetzt, dass nicht ein grosser Fluss in der Nähemündet, der solche Baumstümpfe ins Meer hätte hineinführen können,eine Erscheinung, welche man besonders häufig am Mississippi findet,während an den Ostseegestaden eine derartige Flussthätigkeit völligausgeschlossen ist. Eine andere Erklärung der Entstehung wenigstensmancher Baumstubben kann erst später gegeben werden; hier mögeeine Angabe der mit Baumstubben bestandenen Partien des Ostsee-bodens genügen. In Pommern treten dieselben besonders auf see-wärts von der Küste des Regierungsbezirkes Cöslin und in denGewässern der rtigenschen Inselgruppe 1 ). So findet man auf Rügen selbst die Baumstubben namentlich an der Küstenstrecke Ralow-Lieps sowie seewärts von dem Lindenhaken und dem Lobber-Ortauf der Halbinsel Mönchgut . Ferner trifft man bei den am süd-lichen Eingänge des Strelasundes gelegenen Inseln Koos und Riems 2 * )bei Ablandswasser auf dem trocken gelegten Meeresgründe nochdie Stubben eines Eichen- resp. Tannenwaldes. Eine grössere Aus-dehnung zeigen die Baumstubben auch an der holsteinschen Nord-ktiste, 8 ) wo man sie bei der Insel Fehmarn , bei Heiligenhafen undan der Küste der Probstei findet. In letzterer Gegend stehen dieStubben der Waldungen des vormaligen, jetzt verschwundenen Jagd-schlosses Bramhorst bis ca. 300 m weit vom jetzigen Küstenrandeentfernt 4 ). Schliesslich findet man an der Südküste Bornholms grosse Fichtenstämme im Meere bis zu einer Tiefe von ca. 10 munter dessen Oberfläche 5 * ).

e. Entstehung der Steingründe.

Wird eine kleine aus geschiebereichen diluvialen Ablagerungenbestehende Insel unausgesetzt von den Wogen benagt, so muss

*) Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde . Band VI. Berlin 1871. S. 79 etc.

2 ) Boll, a. a. O. S. 195.

s ) Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde . Band V. Berlin 1870. S. 182.

4 ) v. Maack, a. a. O. S. 13.

5 ) Forchhammer, über die veränderte Wasserhöhe an den dänischen Küsten

(Zeitschrift für allg. Erdkunde, Berlin 1856, S. 477).