II. Geologisches.
Wirkung des Küsten- und Grundeises.
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sowie Sandmassen des Meeresbodens nicht selten ganz oder dochfast ganz vom Eise umschlossen und im Frühjahr zugleich mit denEisschollen seewärts geführt, wo sie zu Boden sinken, wenn dieSchollen in Folge des Schmelzprozesses zu sehr verkleinert wordensind. Auch tieferen Partien des Meeresgrundes werden in Folgedes Umstandes, dass sich dass Eis zuweilen auf dem Grunde desMeeres bildet und später an die Oberfläche emporsteigt, Gesteins-massen entführt, die natürlich anderswo wieder abgelagert werdenmüssen. So wirkt also das Meereis bald vertiefend bald erhöhendauf den Meeresboden ein und nicht unmöglich ist es, dass mancheSteingründe ihre Entstehung nicht dem Abbruche durch Wellen zuverdanken haben, sondern den Wirkungen des Eises.
In den nördlichen Gegenden der Ostsee , wo das Eis eine sehrbedeutende Mächtigkeit erlangt, vermag dasselbe höchst beträcht-liche Steinblöcke zu transportiren. Der wichtigste unter den beob-achteten Fällen dieser Art ereignete sich im Winter 1837/1838, inwelchem ein Stein von mehreren Millionen Pfunden Gewicht durchdas Eis von der Stidkiiste Finnlands nach der in der Mitte desfinnischen Busens gelegenen Insel Hochland hinübergebracht wurde 1 2 ).Immerhin sind auch für diese nördlichen Gegenden die Transportesehr grosser Blöcke selten; mittelgrosse Steine werden dagegenweit häufiger transportirt und kleine Geschiebe vollends verändernso häufig ihre Lage, dass die dortigen Küstenbewohner diesemUmstande wenig Aufmerksamkeit schenken 8 ).
In den südlichen Partien der Ostsee sind die Wirkungen desEises natürlich weit unbedeutender. Kleinere, in seichtem Wassergelegene Steinblöcke werden freilich auch hier fast in jedem Früh-jahre durch die Eisschollen etwas von ihrer Stelle verschoben.Auch der Transport von mittelgrossen Steinen kommt vor. Sowurde Boll 3 ) von alten Leuten auf Jasmund versichert, dass ein inder Nähe des Seebades Krampas im Wasser gelegener mittelgrosserStein erst gegen Ende des vorigen Jahrhunderts durch Eis vonseinem früheren, nahe gelegenen Standorte an seine jetzige Stelle