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Beiträge zur physischen Geographie der Ostsee / von Carl Ackermann
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II. Geologisches.

Anschwemmende Wellenthätigkeit.

transportirt worden sei. Besonders häufig ist innerhalb der südlichenOstsee der Transport von mittelgrossen Steinen im Sunde beob-achtet worden. Man darf jedoch hierbei nicht vergessen, wie sehrdiese Meeresstrasse von solchem Treibeise durchzogen wird, dasaus den nördlicheren Gegenden der Ostsee stammt und dass daherwol die wenigsten von den Steinen, die auf dem Grunde des Sundesabgelagert werden, von den Gestaden Seelands und Schonens fort-geführt worden sind. Wie bedeutend die Ablagerung von Steinenim Sunde ist, zeigt folgendes Beispiel: x )

Im Jahre 1807 flog eine englische Kriegsschaluppe auf derRhede von Kopenhagen in die Luft. Als nach 37 Jahren, also imJahre 1844, ein Taucher in die Tiefe hinabstieg, um zu untersuchen,ob von dem Schiffswrack noch etwas zu retten sei, fand er denRaum zwischen beiden Decks völlig mit Steinblöcken von 68 Cubik-fuss Grösse angefüllt; an manchen Stellen lagen sogar mehrereBlöcke über einander gehäuft. Desgleichen waren alle im Sundegesunkenen Schiffe, die der Taucher untersucht hatte, voller Steine.

Dagegen ist anscheinend in den südlichen Partien der Ostsee noch nie der Transport eines Steinblocks erster Grösse beobachtetworden. Bei manchen derselben, die in der Nähe des Ufers liegen,weiss man sogar ganz sicher, dass sie seit vielen Jahrhundertenihren Platz nicht oder doch 'wenigstens nicht wesentlich veränderthaben können, da sie, obgleich die Slaven längst von den be-treffenden Küstenstrecken verschwunden sind, noch jetzt slavischeNamen führen, freilich in etwas korrumpirter Form. Die bedeu-tendsten derartigen Steine findet man bei Rügen . Es sind dies derBuhskam seewärts vom Göhrenschen Höwt auf Mönchgut, derUskan bei Sassnitz und der Swantekahs bei Ruschwitz * 2 ).

B. Die anschwemmende Thätigkeitder Wellen.

Wie gross aber auch die zerstörenden Wirkungen der Wellenfür sich allein betrachtet sein mögen und wie gross die Verände-rungen sind, die dadurch in dem Verlaufe der Küstenlinie der Ostsee

) Durch Forchhammer mitgetheilt; vergl. v. Etzel a. a. O. S. 231.

2 ) Boll, a. a. O.